Ukraine-Krieg: Russland greift Kiew massiv mit Raketen und Drohnen an
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
"Düstere Wolke über Kiew": Neue russische Angriffswelle
Ein Tanker im Schwarzen Meer ist russischen Behörden zufolge in Brand geraten. Russische Raketen treffen Kiew. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Mittwoch, 7. Oktober
Neue russische Angriffe auf Kiew
Nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem neuen russischen Großangriff ist in der Nacht erneut die Hauptstadt Kiew attackiert worden. Das Portal "The Kyiv Independent" berichtete, Russland habe einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf die Hauptstadt begonnen. In den frühen Morgenstunden seien zahlreiche Explosionen in der Stadt zu hören gewesen, berichteten Reporter. "Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens 10 bis 12 Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut", wurde einer der Reporter zitiert.
Der britische Journalist Tim White schreibt auf X: "Im Morgengrauen senkt sich eine düstere Wolke über Kiew."
Empfohlener externer Inhalt
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
X-Inhalte immer anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.
Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete laut dem Portal von einem Angriff auf Gebäude im Bezirk Obolonskyj, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podilskyj seien Lagerhallen getroffen wurden. Auch Journalisten des Mediums berichteten von Angriffen dort, Flammen und Rauch seien zu sehen gewesen. Über Schäden war zunächst nicht bekannt.
Einem anderen Bericht zufolge war es bereits am Abend zu einem Drohnenangriff in der nordostukrainischen Großstadt Sumy gekommen. Die Nachrichtenagentur RBK Ukraine berichtete unter Berufung auf den Bürgermeister von einem Toten und mehreren Verletzten.
Russland: Besatzung des in Brand geratenen Tankers gerettet
Ein Tanker im Schwarzen Meer ist russischen Behörden zufolge in Brand geraten. Die Strände in der Ortschaft im Süden der russischen Region Krasnodar seien für die Öffentlichkeit gesperrt, teilen die Behörden mit, ohne jedoch Einzelheiten zur Brandursache zu nennen. Die 23-köpfige Besatzung des unter liberianischer Flagge fahrenden Tankers, der "Aframax Rio", sei gerettet worden, teilt das russische Verkehrsministerium mit. Er war nach einem Angriff von einem unbemannten Schiff in Brand geraten. Die Besatzung habe ausschließlich aus indischen Staatsangehörigen bestanden. Verletzt wurde niemand. Das Ministerium erklärt, die Feuerwehr habe über ausreichende Mittel verfügt, um den Brand zu bekämpfen, sobald er an Intensität nachgelassen habe.
Ukrainischer Drohnenangriff löst schweren Brand auf Öltanker aus
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach russischen Angaben am Dienstagabend ein Öltanker vor der Küste Südrusslands getroffen worden und in Brand geraten. Ein unter der Flagge Liberias fahrender Tanker sei von "Seedrohnen" angegriffen worden, teilte das russische Verkehrsministerium mit. Zudem brenne "Rohöl offen auf dem Wasser des Schwarzen Meeres" unweit des beliebten Urlaubsorts Sotschi. Wegen seines Ausmaßes hätten die Einsatzkräfte den Brand nicht löschen können, hieß es weiter. Die 23-köpfige Besatzung, allesamt indische Staatsbürger, sei jedoch gerettet worden.
In den Onlinediensten verbreiteten sich zahlreiche Videos und Fotos aus Sotschi. Teile der 500.000-Einwohner-Stadt waren darin von Rauch eingehüllt zu sehen. Zudem waren orange lodernde Flammen auf dem Meer und eine dichte, schwarze Rauchsäule zu sehen, die von dort aufstieg. Der Zugang zur Küste und zu den Stränden werde eingeschränkt, teilte der Bürgermeister der Stadt in den Onlinenetzwerken mit.
Sowohl die Ukraine als auch Russland haben in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe auf zivile und industrielle Ziele verstärkt, darunter Energie-, Transport- und Hafeninfrastruktur sowie Schiffe im Schwarzen Meer. Beide Seiten kündigten in den vergangenen Wochen an, ihre Angriffe zu intensivieren. Russland greift vermehrt wichtige Brücken in Kiew an. Die Brücken in der ukrainischen Hauptstadt sind von entscheidender Bedeutung für Verkehr und Logistik. Bei früheren ukrainischen Angriffe auf Ölanlagen in Südrussland kam es zur Bildung von Ölteppichen und zur Schließung von Stränden.
Dienstag, 6. Oktober
Selenskyj warnt vor massivem russischem Angriff hin
Russland bereitet dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge einen massiven Angriff auf die Ukraine vor. "Es liegen aktuelle Geheimdienstinformationen vor, die darauf hindeuten, dass Russland einen massiven Angriff vorbereitet", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Die ukrainischen Sicherheitsdienste und unsere Luftwaffe sind bereit, im Rahmen unserer verfügbaren Verteidigungsmittel darauf zu reagieren."
Russische Drohne tötet Polizisten in Kramatorsk
Beim Einschlag einer russischen Drohne in ein Polizeiauto in Kramatorsk in der Ostukraine ist ein Polizist ums Leben gekommen. Drei weitere Polizeibeamte seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte der regionale Polizeichef Olexander Biloschizkyj auf Facebook mit. "Es fällt schwer, Worte zu finden, wenn man einen der Seinen verliert", schrieb er.
Loading...
Loading...
Loading...
Kramatorsk liegt im Osten der Ukraine. Die Stadt gehört zu dem sogenannten ukrainischen Festungsgürtel, der seit Monaten schweren Angriffen der russischen Militärs widersteht.
Russland rückt auf den "Festungsgürtel" vor: Was ein Durchbruch bedeuten könnte
Bei einem russischen Angriff auf eine belebte Landstraße bei Odessa im Süden der Ukraine sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. Mehrere Fahrzeuge, hauptsächlich Sattelschlepper, seien beschädigt worden, berichtete der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram.
"Russland geholfen": Kiew kritisiert Verbündeten scharf
Die Ukraine hat Südkorea wegen der Lieferung von Treibstoff an Russland scharf kritisiert. Die Lieferungen stünden "in scharfem Kontrast" zur Sanktionspolitik Südkoreas, sagte der ukrainische Präsidentenberater Wladyslaw Wlasjuk. Seoul habe Moskau damit geholfen, die durch ukrainische Angriffe ausgelöste Treibstoffknappheit auszugleichen.
Laut einem Bericht des britischen "Guardian", der sich auf Angaben von Häfen und Schiffstracking-Daten stützt, wurden im Juli und August 176.000 Tonnen Ölprodukte von Südkorea nach Russland verschifft. Aus den Unterlagen geht demnach nicht hervor, wem der Treibstoff gehörte oder wer ihn verkaufte. Die Lieferungen machten dem Bericht zufolge im August fast ein Drittel der russischen Treibstoff-Importe auf dem Seeweg aus. Drei der sieben eingesetzten Tanker sind demnach mit westlichen Sanktionen belegt.