Ukraine-Krieg: Russland greift Schiff in Ukraine an
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Ukraine greift Russland mit über 600 Drohnen an – Raffinerie brennt Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nahe Jekaterinburg explodiert eine Autobombe. Putin reagiert auf ukrainische Angriffe auf Nachschublinien. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 6. August Russland greift Schiff in Ukraine an – Toter und Verletzte Bei einem erneuten russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war", teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper beim Messengerdienst Telegram mit. Der Rumpf des Schiffs sei beschädigt, die anderen Besatzungsmitglieder seien an Land gebracht worden. "Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an", sagte Kiper. "Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt", sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz. Russland und die Ukraine haben zuletzt ihren See- und Luftkrieg intensiviert. Beide Länder beschießen gegenseitig in der Schwarzmeerregion Schiffe. Besonders im Raum Odessa kommt es immer wieder zu folgenreichen Treffern. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf das Gebiet Odessa. Es seien zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa getroffen worden, hieß es. Das Ministerium warf der Ukraine vor, die Getreidefrachter für den Transport von militärischen Gütern zu nutzen. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar. Ukraine greift Russland mit über 600 Drohnen an – Raffinerie brennt Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei Ölraffinerien tief im russischen Hinterland angegriffen und getroffen. Es handele sich um die Slawnet-Janos-Raffinerie in der Region Jaroslawl und die Baschneft-Nowoil-Raffinerie in der Republik Baschkortostan, teilt Selenskyj im Onlinedienst Telegram mit. Mehrere in sozialen Medien verbreitete Videos sollen Aufnahmen der in Brand gesetzten Raffinerie zeigen. In der russischen Region Jaroslawl, etwa 250 Kilometer nördlich von Moskau, seien 92 Drohnen abgeschossen worden, erklärte der örtliche Gouverneur Michail Jewrajew auf Telegram. Er sprach von dem bislang größten Angriff auf die Region. Herabfallende Drohnentrümmer hätten in mehreren Gebäuden Brände ausgelöst und Autos beschädigt. Russland fing in der Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen und der annektierten Halbinsel Krim ab, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte. In der Region Twer rund 180 Kilometer nordwestlich von Moskau wurde nach Angaben der Behörden zudem ein Logistikzentrum des russischen Onlineversandhändlers Wildberries "leicht beschädigt". Die Fassade sei vom herabstürzenden Trümmerteil einer Drohne getroffen worden, erklärte Gouverneur Witali Koroljow auf Telegram. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. X-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Litauen entdeckt Tunnel unter Grenze zu Belarus Der litauische Grenzschutz hat erneut einen Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus Belarus in das EU-Land geschleust werden sollten. Der unfertige geheime Gang ohne Ausgang sei unter dem Grenzzaun in einer Tiefe von etwa 1,5 Metern gegraben und mit Baumstämmen und Brettern verstärkt gewesen, teilte die Behörde in Vilnius mit. Litauen hat Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Vilnius reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns. Mittwoch, 5. August Putin baut Militärstruktur im Hinterland um Der russische Präsident Wladimir Putin bündelt die Militärlogistik hinter der Frontlinie nun in einer Hand. Er hat am Mittwoch Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste ernannt. Putin reagiert damit auf die ukrainischen Angriffe auf den russischen Nachschub weit in russischem Gebiet. Er sprach von einer "Kampfaufgabe". Der Präsident kündigte auch weitere Umstrukturierungen in den russischen Streitkräften an. Der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Sanchik soll jetzt für die Anschaffung von Waffen und Nachschub verantwortlich sein. Außerdem wechselte er einige Kommandeure an der Front aus. Russland zerstört ukrainisches Liqui-Moly-Zentrallager Russland hat in der Nacht das zentrale Lager von Liqui Moly Ukraine durch einen Raketenangriff zerstört. Liqui Moly ist ein deutsches Unternehmen aus Ulm, dessen Schmierstoffe, technische Flüssigkeiten und Additive ausschließlich in Deutschland produziert und in über 150 Ländern vertrieben werden. Trotz der massiven Sachschäden erklärte die ukrainische Landesgesellschaft, der Angriff habe zwar Tonnen von Produkten vernichtet, alle Mitarbeiter seien aber unverletzt geblieben. Mercedes explodiert: Chef von Drohnenfirma auf Intensivstation Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnen-Herstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten. Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt. Luftwaffe: Ukraine konnte bei nächtlichem russischem Angriff keine einzige Rakete abfangen Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abfangen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch. Kiew klagt seit Längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung. Loading... Loading... Loading... Gouverneur: Lager des Onlinehändlers Wildberries brennt in Tula In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Dmitri Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigte den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.