Ukraine-Krieg: Russland trifft Coca-Cola und McDonald's - Trump schweigt
"Wir sehen keine Reaktion"
Putin trifft Coca-Cola und McDonald's – Trump schweigt
Von t-online, ast
Aktualisiert am 14.10.2026 - 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Russland hat in der Ukraine wiederholt Einrichtungen großer US-Konzerne angegriffen. Eine bedeutende Reaktion aus der US-Regierung gibt es darauf nicht.
Russische Drohnen und Raketen haben in den vergangenen Monaten mehrfach Einrichtungen amerikanischer Unternehmen in der Ukraine getroffen. Darunter waren Fabriken und Lagerhäuser von Coca-Cola, PepsiCo und McDonald's. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat die Angriffe bislang nicht ausdrücklich verurteilt. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf Unternehmensvertreter und frühere Regierungsmitarbeiter.
Andy Hunder, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in der Ukraine, wirft Russland vor, gezielt amerikanische Wirtschaftsinteressen anzugreifen. Auch Einrichtungen des Lebensmittelherstellers Mondelez, zu dem die Marke Oreo gehört, seien betroffen. "Sie greifen direkt mit Drohnen und Raketen an, und sie tun es immer wieder", sagte Hunder CNN. Es sei ein Signal, dass Russland amerikanische Unternehmen ins Visier nehme. "Wir sehen keine Reaktion aus dem Weißen Haus."
20 Drohnen für eine Anlage: Brisante Berechnungen aufgetaucht
Geheimdienst-Chef: Russlands Attacken sind "vom Ukraine-Krieg entkoppelt"
McDonald's muss Speisekarte einschränken
Anfang September traf eine russische Drohne eine Coca-Cola-Fabrik in der Nähe von Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach anschließend von einem "klaren Signal" Moskaus an die USA. Russland könne unmöglich entgangen sein, dass es sich um ein amerikanisches Unternehmen handele.
Am 25. September wurde zudem ein Lagerhaus eines Logistikpartners von McDonald's in der Region Kiew beschädigt. Das Unternehmen bestätigte den Drohnenangriff. Wegen der zerstörten Warenbestände musste die Fast-Food-Kette ihr Angebot in ukrainischen Restaurants vorübergehend einschränken.
Auch PepsiCo bestätigte Ende August Schäden an einer Produktionsanlage in der Region Mykolajiw. Verletzt wurde dabei nach Unternehmensangaben niemand.
Ob Russland die Einrichtungen gerade wegen ihrer Verbindung zu US-Unternehmen angreift, ist nicht nachgewiesen. Hunder sieht darin jedoch eine bewusste Strategie. In den vergangenen Monaten hätten die Attacken ein bislang nicht gekanntes Ausmaß erreicht.
Trump erhöht Druck auf die Ukraine
Washington reagierte zuletzt unterschiedlich auf die Angriffe beider Kriegsparteien. Trump hat etwa die Ukraine mehrfach aufgefordert, ihre Attacken auf russische Ölraffinerien einzustellen. Am Freitag kündigte der US-Präsident zudem eine Vereinbarung über Diesellieferungen aus Russland an und lockerte dafür Sanktionen.
Zu den russischen Angriffen auf amerikanische Unternehmen äußerte sich die Regierung dagegen deutlich zurückhaltender. Auf Anfrage von CNN erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses lediglich, Trump wolle den Krieg beenden und setze weiterhin auf eine diplomatische Lösung.
Hunder berichtete außerdem, die Handelskammer habe bereits im September um ein Treffen mit Trumps Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner gebeten. Dabei habe sie auch über die Schäden bei amerikanischen Unternehmen informieren wollen. Eine Antwort habe sie nicht erhalten.
Mehrere demokratische US-Abgeordnete forderten die Regierung auf, amerikanische Wirtschaftsinteressen in der Ukraine entschlossener zu schützen und Moskaus Angriffe öffentlich zu verurteilen.