Ukraine-Krieg: Russland trifft wichtige Brücke in Kiew - Melania Trumps Feuerpause beginnt
Während in der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky eine örtlich begrenzte Feuerpause begonnen hat, ist Kiew erneut mit Raketen angegriffen worden. Dabei wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko die Südbrücke über den Dnipro beschädigt. In Oleschky soll die von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Feuerpause einen humanitären Einsatz ermöglichen.
Sowohl Russland als auch die Ukraine erklärten am Dienstag, dass sie das Feuer in dem Gebiet eingestellt hätten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters teilte das russische Verteidigungsministerium mit, seine Truppen hätten um 4 Uhr Moskauer Zeit, also um 2 Uhr MEZ, die Angriffe in Richtung Cherson eingestellt. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bestätigte demnach den Beginn zur selben Zeit.
„Als Leiter der ukrainischen Verhandlungsgruppe bestätige ich, dass die ukrainische Seite ihre Verpflichtungen einhält“, schrieb Lubinez. Ob die Feuerpause vor Ort durchgehend eingehalten wird, ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Südbrücke in Kiew gesperrt
In Kiew schlug unterdessen nach Angaben Klitschkos eine Rakete in der Südbrücke ein. Beschädigt worden sei auch die Metro-Infrastruktur auf der Brücke, erklärte der Bürgermeister auf Telegram. Die Brücke verbindet die beiden Ufer des Dnipro und ist eine wichtige Verkehrsverbindung in der ukrainischen Hauptstadt.
Wie das ukrainische Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf die Polizei berichtet, wurde die Brücke für den Verkehr in beiden Richtungen gesperrt. Auch auf der grünen Metrolinie kam es zu Einschränkungen.
Bereits am Montagabend war die ukrainische Hauptstadt mit Raketen angegriffen worden. Dabei wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt. Getroffen wurden demnach unter anderem ein Universitätsgelände, Wohnhäuser und eine Metrostation.
Russland hat seine Angriffe auf Kiew in den vergangenen Wochen verstärkt. Wiederholt wurden auch Brücken über den Dnipro und Energieanlagen beschädigt. Vor dem Winter wächst damit die Sorge vor Ausfällen der Strom- und Wärmeversorgung.
Erst Feuerpause, dann Hilfslieferungen
Die Vereinbarung für Oleschky sieht nun vor, zunächst Hilfsgüter in die Stadt zu bringen und anschließend Zivilisten die Ausreise zu ermöglichen. Nach Angaben des auf die Region Cherson spezialisierten ukrainischen Mediums MOST müssen dafür zunächst die Straßen nach Oleschky entmint werden. Danach sollen Lebensmittel und medizinische Ausrüstung geliefert und ein Fluchtweg geöffnet werden.
Oleschky liegt am Dnipro gegenüber der ukrainisch kontrollierten Stadt Cherson und ist seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 besetzt. Nach UN-Angaben sitzen dort noch bis zu 2000 Menschen fest, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Lebensmittel und Medikamente werden knapp. Minen und Drohnenangriffe erschweren die Flucht.
Das Weiße Haus hatte die Vereinbarung am Freitag bekannt gegeben. Melania Trump erklärte, sie habe mit Vertretern beider Länder über die Bedingungen verhandelt. Bewohner, die die Stadt verlassen wollten, sollten Unterstützung für die Reise an den von ihnen gewünschten Zielort erhalten. Sie gehe davon aus, dass einige nach Russland und andere in die Ukraine reisen wollten, sagte die First Lady.
Neue Gespräche für November geplant
Die örtliche Feuerpause fällt in eine Phase neuer diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Krieges. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Verhandlungsteams der Ukraine, Russlands und der USA hätten sich auf Gespräche in der ersten Novemberhälfte verständigt. Als möglicher Ort wurde laut Reuters Abu Dhabi genannt. Ein US-Vertreter brachte auch die Schweiz ins Gespräch.
Zuvor hatte US-Sondergesandter Steve Witkoff in Oslo mit Selenskyj und anschließend in St. Petersburg mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen. Selenskyj hofft nach eigenen Angaben, dass auf die Gespräche der Verhandlungsteams ein Treffen der Staats- und Regierungschefs folgen könnte.
Eine allgemeine Waffenruhe ist damit bislang nicht verbunden. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag nach Angaben der russischen Zeitung Wedomosti, die geplante Wiederaufnahme der Gespräche bedeute keine Einschränkung der russischen Kampfhandlungen. Zugleich schloss Moskau weitere örtlich begrenzte Feuerpausen aus humanitären Gründen nicht aus.
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