Ukraine-Krieg: Selenskyj zeigt neue Drohne im Einsatz
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Am Wahltag: Ukrainische Drohnen attackieren Moskau
Selenskyj stellt eine neue Drohne vor. Die Ukraine attackiert am letzten Wahltag Moskau. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 20. September
Ukraine: Geistlicher bei russischem Angriff getötet
Bei einem russischen Drohnenangriff im südukrainischen Gebiet Cherson ist nach Regierungsangaben ein Geistlicher getötet worden. Vier weitere Geistliche seien bei der Attacke am Vortag verletzt worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Medien. Nach Angaben regionaler Behörden attackierte Russland das Kloster und das Dorf Tscherwonyj Majak. Es liegt am Fluss Dnipro, der dort russische und ukrainische Truppen voneinander trennt.
Selenskyj beklagte außerdem Angriffe auf kritische und zivile Infrastruktur in den Regionen Charkiw, Sumy und Odessa sowie Einschläge in Wohnhäuser in den Gebieten Dnipropetrowsk und Saporischschja. Seit dem Abend seien weitere Regionen attackiert worden. Russland habe in dieser Woche mehr als 2.000 Drohnen, die meisten davon mit Düsenantrieb, 1.700 Gleitbomben und 19 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt.
Moskauer Bürgermeister: Beispielloser Angriff am Wahltag
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat der Ukraine am letzten Tag der russischen Parlamentswahl massive Störversuche mit Drohnen vorgeworfen. "Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen", schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram.
Er sprach vom "massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau". Ihm zufolge wehrte Russland seit dem Vortag 1.600 Drohnen ab, davon 450 beim Anflug auf die Hauptstadt. Allerdings hätten einige Drohnen das Gelände einer Ölraffinerie erreicht, eine davon sei in ein Wohnhaus gestürzt, Tote habe es aber nicht gegeben. Auch an allen vier Hauptstadtflughäfen gab es Einschränkungen wegen der Angriffe.
Im Moskauer Umland stieg die Zahl der Verletzten auf 20, wie Gouverneur Andrej Worobjow mitteilte. Zuvor hatte er bereits von mindestens zwei Toten infolge ukrainischer Angriffe gesprochen. Feuer seien an verschiedenen Orten ausgebrochen, mehrere Wohnhäuser beschädigt und Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden, schrieb er bei Telegram.
Im Video | Ukraine landet schweren Treffer
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Selenskyj zeigt neue Abfangdrohne im Einsatz
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Video einer neuen Abfangdrohne geteilt. Es soll zeigen, wie es die eine russische Geran-5-Drohne zerstört. Das nur wenige Sekunden lange Video zeigt den Blick aus der Bordkamera. Die Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Selenskyj dankte den Mitgliedern des Geheimdienstes GBU, die offenbart die Drohne gesteuert hatten. Er hatte zuvor angekündigt, dass es einen neuen Abfangjäger gebe.
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Samstag, 19. September
Mutter und Kinder bei russischem Angriff getötet
Infolge eines russischen Angriffs sind im Umland der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens drei Menschen getötet worden. Dabei handele es sich um eine Mutter mit zwei kleinen Kindern, teilte Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko bei Telegram mit.
Die "schreckliche Tragödie" habe sich im Landkreis Fastiw südwestlich von Kiew ereignet. Demnach wurden mehrere Wohnhäuser und ein Auto beschädigt. Ein Brand sei gelöscht worden. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.
Fico kritisiert "Kriegstreiber in der Nato"
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wirft einigen westlichen Politikern vor, eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland anzustreben. Nach dem Scheitern der Strategie, Moskau im Ukraine-Krieg zu besiegen, gieße der Westen mit seiner Unterstützung für Kiew weiter Öl ins Feuer, erklärt Fico in einer Videobotschaft.
"Bestimmte Kriegstreiber innerhalb der Nato versuchen um jeden Preis, diesen Krieg zu einem Konflikt zwischen Russland und der Nato zu verwandeln." Die Slowakei werde sich daran nicht beteiligen und unter keinen Umständen Soldaten entsenden. Fico pflegt gute Beziehungen zu Russland und lehnt Militärhilfen für die Ukraine ab.
Russland will mindestens 27 Staatsbürger aus dem Jemen für den Krieg gegen die Ukraine rekrutieren, berichtet die ukrainische Zeitung "Kyiv Independent" unter Berufung auf den ukrainischen Auslandsgeheimdienst. Demnach sollen darunter auch junge Männer sein, die erst 2006 und 2007 geboren wurden. Russland rekrutiert seit dem Überfall auf die Ukraine 2022 Soldaten aus Ländern wie Nordkorea, Nepal, Somalia, Indien und Kuba. Das genaue Ausmaß dieser Bemühungen ist jedoch unklar.
In einem der nun berichteten Fälle soll der Leiter eines russischen Rekrutierungsbüros im sibirischen Chanti-Mansijsk im Juli Grenzschützer gebeten haben, jemenitische Staatsbürger zu legalisieren, um anschließend Militärverträge mit ihnen zu schließen. Grundlage sei ein Dekret von Kremlchef Putin, das eine vereinfachte Vergabe von Aufenthaltsrecht und Staatsbürgerschaft ermöglicht.
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Bereits 2024 waren Berichte über die Anwerbung jemenitischer Söldner für den Einsatz in der Ukraine bekanntgeworden. Größter ausländischer Truppensteller in Russlands Krieg bleibt dem Bericht zufolge Nordkorea, das 2025 rund 12.000 Soldaten zur Unterstützung einer russisch geführten Gegenoffensive im Gebiet Kursk entsandt haben soll.
Hackerangriff auf Online-Wahlsystem in Moskau
Das Online-Wahlsystem in der russischen Hauptstadt Moskau ist nach Behördenangaben in der Nacht zum Samstag während der laufenden Parlamentswahl Ziel eines schweren Cyberangriffs geworden. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa. Die Angriffe dauerten an, würden jedoch erfolgreich abgewehrt, sagte sie staatlichen Medien zufolge.