Ukraine-Krieg - Spritkrise: Kreml leitet Benzin und Diesel nach Moskau um
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Spritkrise: Kreml leitet Benzin und Diesel nach Moskau um Aktualisiert am 21.07.2026 - 15:37 UhrLesedauer: 5 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Russlands Hauptstadt bekommt in der Spritkrise Priorität. Putin empfängt einen wichtigen Partner im Kreml. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 21. Juli Spritkrise: Kreml leitet Benzin und Diesel nach Moskau um Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Damit reagieren die Behörden auf Engpässe bei Benzin und Diesel, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im ganzen Land verursacht wurden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Während sich die Lage in der politisch und wirtschaftlich wichtigsten Region des Landes damit entspannt hat, sind andere Teile Russlands weiterhin von Kraftstoffknappheit betroffen. Die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim leidet Händlern zufolge am stärksten darunter. Seit Mai hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verstärkt, um eine wichtige Geldquelle der Führung in Moskau zur Finanzierung des seit fast viereinhalb Jahren wütenden Krieges auszutrocknen. Die landesweite Benzinproduktion fiel daraufhin Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Ein Angriff auf die Moskauer Ölraffinerie Mitte Juni führte zu langen Schlangen an den Tankstellen in der Hauptstadt. Um die Produktionsausfälle auszugleichen, wurden Benzinlieferungen aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus in die Moskauer Region umgeleitet, sagten Händler. Einer der Händler erklärte, die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefere nun Moskau. Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, der heimische Kraftstoffmarkt habe sich teilweise stabilisiert. Die Lage sei aber in einigen Regionen noch schwierig. Die Behörden räumen der Versorgung der Hauptstadt seit der Sowjetzeit Priorität ein. In der Region Moskau leben 22 Millionen Menschen, mehr als ein Sechstel der Gesamtbevölkerung des Landes. Um die Nachfrage zu decken, hat Russland zudem begonnen, Treibstoff aus Indien und Kasachstan zu importieren. Auf der Krim hingegen wurden der Kinder- und Jugendtourismus ausgesetzt, Kraftstoffe rationiert und die Öffnungszeiten von Geschäften und Cafés verkürzt. Nordkorea und Russland bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten dritten strategischen Dialog haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt. In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine "volle Unterstützung" bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen "feindliche" Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine "unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen" Russlands, die darauf abzielten, "die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen". Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt. Montag, 20. Juli Ukraine: Armeechef Syrskyj meldet sich in Führungsstreit zu Wort In dem tagelangen Streit über die ukrainische Militärführung hat sich erstmals der Oberkommandierende Olexander Syrskyj geäußert, der womöglich vor der Entlassung steht. Es sei für ihn überraschend gewesen zu erfahren, dass er einen Konflikt mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gehabt haben solle, schrieb der 60-jährige Syrskyj in der offiziellen Militärzeitschrift "Militarnyj". Er habe das für unterschiedliche Auffassungen zwischen Ministerium und Militär in Sachfragen gehalten. "So sollte es zwischen zwei Institutionen während eines großen Krieges auch sein", erklärte der General. Er sei manchmal hart. "Falls ich jemanden in irgendeiner Weise gekränkt habe: Mychajlo Albertowitsch, bitte entschuldigen Sie!" In der Ukraine gibt es seit Tagen Proteste, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Verteidigungsminister Fedorow entlassen hat. Dieser gilt als Reformer, der vor allem die erfolgreiche Drohnenkriegsführung vorangetrieben hat. Zugleich fordern die Demonstranten den Rücktritt Syrskyjs, dem vorgehalten wird, zu sehr an taktischem Denken aus Sowjetzeiten festzuhalten. Dissidenten spüren Terror durch Lukaschenko und Putin Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko die Zügel noch einmal angezogen. Im Inland wird die Opposition brutal unterdrückt, Widerspruch teils mit Gefängnis bestraft. Doch auch Kritiker im europäischen Exil müssen zunehmend die Verfolgung durch beide Regime fürchten. Ein Experte zieht sogar Parallelen zum Großen Terror unter Stalin und zur Repression im Nazi-Deutschland der Vorkriegszeit. Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff vor Odessa verdoppelt Nach dem russischen Angriff auf ein internationales Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben verdoppelt. Nach neuen Erkenntnissen wurden zehn Menschen bei der Attacke vor der Stadt Odessa getötet, wie die ukrainische Hafenbehörde mitteilt. Loading... Loading... Loading... Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war nach ukrainischen Angaben mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde. An Bord befinden sich demnach 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer. Acht Crew-Mitglieder konnten demnach gerettet werden. Russland teilt unterdessen laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben. Feuer in der Region Moskau: Ukraine greift wohl erneut Warenlager an Die Ukraine hat in der Nacht nach russischen Angaben Moskau und die umliegende Region mit 400 Drohnen angegriffen. Dabei seien zwei Menschen verletzt und Gebäude in Brand gesetzt worden, teilen russische Behörden mit. Auch ein weiteres Lager des russischen Online-Händlers Wildberries soll brennen. Bereits am Wochenende hatte die Ukraine zwei Wildberries-Lager angegriffen. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärt, die meisten der feindlichen Drohnen seien bereits aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden. 85 Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden. Dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, zufolge konzentrierten sich die Schäden auf die Bezirke Podolsk, Domodedowo und Odinzowo. Dort seien zivile Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden und in Brand geraten. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 381 ukrainische Drohnen über russischen Regionen sowie dem Schwarzen und dem Asowschen Meer abgeschossen.