Ukraine-Krieg: USA sollen Kyjiw erneut keine Daten zu russischen Raketenangriffen geliefert haben
Noch am Sonntag erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die USA versorgten die Ukraine wieder mit wichtigen Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketenangriffe. Doch die mutmaßliche Erleichterung könnte nun wieder vorbei sein. Selenskyj beklagt nach neuen russischen Angriffen, nicht von den Partnern seines Landes vorgewarnt worden zu sein.
Russland habe erneut Energieanlagen und Infrastruktur in mehreren Regionen im ganzen Land attackiert, schreibt Selenskyj bei Telegram: »Erneut ein russischer ballistischer Angriff in mehreren Wellen über Nacht, und erneut ohne Vorwarnung seitens der Partner.«
Die Ukraine ist auf die US-Informationen angewiesen, um die schnell fliegenden ballistischen Raketen zu orten, die Russland in Wellen auf ihre Städte abfeuert. US-Präsident Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen. Dies geschah, obwohl ukrainische Vertreter sagten, einige russische Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt. Die Unterbrechung währte demnach mehrere Tage.
Neue Sorgen um ausbleibende US-Hilfe
Nun flammen die Sorgen angesichts der erneut ausgebliebenen US-Hilfe wieder auf. Mindestens 550.000 Familien seien ohne Strom, schreibt der ukrainische Präsident Selenskyj bei Telegram. Moskau habe 16 ballistische Raketen eingesetzt bei einem Angriff auf die Hauptstadt Kyjiw und ihr Umland. Auch andere Regionen wurden demnach mit mehr als 200 Drohnen attackiert. Selenskyj sprach von Opfern. Behördenangaben zufolge kam in Kyjiw mindestens eine 21-Jährige ums Leben. Acht weitere Menschen wurden demnach verletzt.
Bei einem Raketenangriff in der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih wurden nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Sieben weitere seien verletzt worden, teilt der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, bei Telegram mit. Der Angriff galt demnach einem nicht näher bezeichneten Industrieunternehmen. Die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj ist knapp 70 Kilometer von der russisch-ukrainischen Frontlinie entfernt.
Verhältnis zwischen Kyjiw und Washington angespannt
Selenskyj sprach von Realitätsverweigerung, wenn Lieferungen von Raketen für die Flugabwehr der Ukraine blockiert würden, während Russland Erleichterungen oder Aufschübe bei Sanktionen bekomme. Das Verhältnis zwischen Kyjiw und Washington ist derzeit angespannt. Zuletzt hoben die USA Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend auf. US-Präsident Donald Trump setzte zudem geplante neue Sanktionen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten aus.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Morgen Angriffe auf Kyjiw und das Umland. Datenzentren und Ziele der Rüstungsindustrie seien getroffen worden, heißt es. Außerdem sei ein Frachter im Schwarzen Meer getroffen worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die groß angelegte russische Invasion.
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