Ukraine-Krieg: Zahl der russischen Kriegstoten bestätigt
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Neue Zahlen zu russischen Kriegstoten veröffentlicht
Aktualisiert am 28.09.2026 - 12:31 UhrLesedauer: 5 Min.
Die Zahl der bestätigten russischen Todesopfer ist stark gestiegen. Die Ukraine hat Südkorea verärgert. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 28. September
Kiew meldet drei zurückeroberte Dörfer und 250 Gefangene
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei ihrer Gegenoffensive im Raum Lyman weitere Geländegewinne erzielt. Das 3. Armeekorps teilte mit, die Ortschaften Nove, Ridkodub und Kateryniwka im Norden der Region Donezk zurückerobert zu haben. Zudem sei die Kontrolle über Karpivka und Nowomychajliwka wiederhergestellt worden. In der jüngsten Phase der Operation "Vivaldi" seien insgesamt 51 Quadratkilometer zurückgewonnen worden.
Nach Angaben von Korpskommandeur Andrij Bilezkyj erlitten die russischen Truppen dabei Personalverluste von rund 2.000 Mann, mehr als 250 russische Soldaten seien gefangen genommen worden. Nove sei für die russischen Streitkräfte ein wichtiger Knotenpunkt in diesem Frontabschnitt gewesen. Die Angaben zu Verlusten und Gefangenen lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Seit Beginn der Operation seien nach ukrainischen Angaben insgesamt 176 Quadratkilometer wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden. Mehr dazu lesen Sie hier.
Fast 260.000 russische Kriegstote namentlich bestätigt
Im Krieg in der Ukraine sind bisher fast 260.000 russische Todesopfer namentlich bekannt. Das unabhängige russische Medienunternehmen "Mediazona" bestätigte in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC die Identitäten von 258.989 gefallenen Militärangehörigen.
Allein in den vergangenen zwei Wochen seien über 10.000 Namen hinzugekommen, das seien doppelt so viel wie normalerweise. Grund ist insbesondere eine Liste von Leichen, die zwischen der Ukraine und Russland ausgetauscht wurde. Die Namen werden allerdings erst hinzugefügt, wenn die Identität unabhängig über offizielle Register bestätigt werden kann.
Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle zweifelsfrei identifiziert werden können.
Trump fordert Ukraine auf, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzudämmen
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu reduzieren. Demnach habe er Selenskyj gesagt: "Sie sollten den Ausbau der Ölraffinerien verlangsamen." Der ukrainische Präsident habe laut Trump geantwortet: "Vielleicht werden wir das tun."
Russischer Angriff auf Wohnhaus in Charkiw – 29 Verletzte
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 29 Menschen bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus verletzt, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt.
Auch die Hauptstadt und ihr Umland waren einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskyj schrieb außerdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt Kiew. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden. Regionale Behörden sprachen dort von zwei Verletzten.
Provokation bei Treffen: Lawrow legte Wadephul Goebbels-Titel vor
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul bei deren Treffen in New York ein provozierendes Schriftstück vorgelegt. So trafen sich die Chefdiplomaten samt ihren Mitarbeitern im Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude. Als Wadephul eintraf, lag bereits ein Dokument in englischer Sprache auf seinem Platz. Lesen Sie hier mehr dazu.
Russische Soldaten berichten vom Krieg: "Von 35 Mobilisierten meiner Einheit sind noch vier da"
Russische Soldaten sind schwer vom Krieg gezeichnet. Nach vier Jahren im Einsatz berichten einige, körperlich und mental am Ende zu sein. Lesen Sie hier mehr dazu.
Südkorea wirft Ukraine Verstoß gegen Vereinbarung vor
Südkorea hat der Ukraine vorgeworfen, gegen eine vertrauliche Vereinbarung zwischen beiden Ländern zur Überstellung nordkoreanischer Kriegsgefangener verstoßen zu haben. Das südkoreanische Präsidialamt fordere "eine offizielle Erklärung und eine Entschuldigung", erklärte der im Präsidialamt für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Seong Ghi Hong am späten Sonntagabend. Zudem zeigte sich Seoul befremdet von der ukrainischen Reaktion nach Kritik an dem Vorgang.
Hintergrund sind Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei der UN-Generalversammlung. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen am Mittwoch in New York hatte Selenskyj gesagt, sein Land habe zwei nordkoreanische Soldaten an Südkorea überstellt. Er fügte hinzu, es sei "nicht einfach gewesen, sie lebend gefangen zu nehmen". Die Offenlegung dieser Information stieß in Seoul umgehend auf Unmut. "Ich weiß nicht, warum die ukrainische Seite die Vereinbarung gebrochen und die Angelegenheit öffentlich gemacht hat, aber es ist sehr enttäuschend", schrieb Südkoreas Staatschef Lee Jae Myung wenige Stunden später im Onlinedienst X.
Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn reagierte auf den Vorwurf mit den Worten, die Ukraine sei "ein offenes Land". Es wäre daher seltsam gewesen, die Soldaten heimlich zu übergeben, sagte er vor Journalisten. "Von der gesamten Geschichte – die lang und detailreich ist – haben wir nur die Tatsache selbst bekanntgegeben, dass sie in die Republik Korea geschickt wurden", fügte er hinzu. Es sei eine "sehr ernste Angelegenheit, dass die ukrainische Seite gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung zwischen den beiden Ländern verstoßen und die Information einseitig öffentlich gemacht hat", erklärte nun der südkoreanische Präsidialamtsmitarbeiter Seong. "Doch die falsche Behauptung des ukrainischen Präsidialbüros, es habe keine Vertraulichkeitsvereinbarung gegeben (...), untergräbt das Vertrauen zwischen den beiden Regierungen erheblich", fügte er hinzu.
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Ukraine: Fünf Tote bei russischen Drohnenangriffen
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Regionen sind am Sonntag ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In einem Vorort westlich von Kiew schlug eine Drohne auf einem Markt ein, wobei zwei Menschen getötet und etwa zehn verletzt wurden, wie die ukrainische Staatsanwaltschaft mitteilte. In der nordukrainischen Stadt Sumy starben dem regionalen Gouverneur Oleh Hryhorow zufolge zwei Menschen durch Gleitbomben.
In Charkiw im Nordosten des Landes wurde der Fahrer eines Autos durch einen Drohneneinschlag getötet. In Kiew selbst gab es nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko neun Verletzte. Dort seien unter anderem Hochhäuser, Datenzentren und ein Gebäude getroffen worden, das vom saudi-arabischen Botschafter als Residenz genutzt werde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Angriffe auf zivile Ziele auf der Nachrichtenplattform X als Terrorismus.