Ukraine meldet Tote bei Luftangriffen auf Vorort von Kiew
Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Eine Drohne traf in der Nacht ein Wohnhaus im Ort Puchiwka in der Region Kiew, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi auf X schrieb. Dabei seien ein Großvater, eine Großmutter und deren dreijähriger Enkel getötet worden. Die Eltern des Kindes, der 15-jährige Bruder und ein Nachbar seien durch Splitter und das ausgebrochene Feuer verletzt worden und ins Krankenhaus gebracht worden, so Selenskyi. Russland spricht von militärischen Zielen Nach russischer Darstellung galten die Angriffe einer Produktionsstätte des ukrainischen Rüstungsherstellers Fire Point, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper "FP-5" Flamingo herstelle, sowie einem Treibstofflager. So teilte es das russische Verteidigungsministerium mit. Fire Point ist einer der wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee. Belege dafür lieferte die russische Seite nicht. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Ukraine fehlt Munition zur Raketenabwehr Auch die ukrainische Hauptstadt selbst wurde erneut angegriffen. Selenskyj teilte mit, dass bei einem Angriff mit sechs ballistischen Raketen auf die Stadt Kiew mindestens ein weiterer Mensch getötet worden sei. Die Raketen hätten auf zivile Infrastruktur gezielt. Mindestens vier Menschen wurden ukrainischen Angaben zufolge verletzt. Die ukrainische Luftwaffe meldete, sie habe 135 von 151 Drohnen abgefangen oder abgeschossen, die Russland in der Nacht zum Samstag in Richtung der Ukraine abgefeuert habe. Immer mehr Angriffe mit ballistischen Raketen Russland nutzt bei Angriffen den Umstand aus, dass die Ukraine nicht genug Abfangraketen für die von den USA hergestellten "Patriot"-Systeme hat. Dabei handelt es sich um das einzige Flugabwehrsystem, über das die Ukraine verfügt, um ballistische Raketen abschießen zu können. Die setzt Russland nun verstärkt ein. Selenskyj rief andere Länder auf, der Ukraine mehr von der benötigten Munition zur Verfügung zu stellen. Vorräte daran sind aufgrund des von den USA und Israel begonnenen Krieges gegen Iran zurückgegangen. Selenskyj forderte nach dem jüngsten russischen Beschuss auf der Plattform X neben einer Stärkung der ukrainischen Flugabwehr auch Sanktionen, um "die Produktion dieser ballistischen Raketen zu verhindern". Russland meldet ukrainische Angriffe auf Raffinerie Auf russischer Seite wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilski in der Region Krasnodar den Behörden zufolge fünf Menschen verletzt. Zudem meldete der Gouverneur der Region Samara einen Drohnenangriff auf eine Industrieanlage. Das Unternehmen wurde nicht genannt. Laut ukrainischem Generalstab traf der zweite Angriff eine Ölraffinerie in der russischen Großstadt Sysran in der Region Samara. In beiden Raffinerien seien Feuer ausgebrochen. Die Ukraine greift seit längerer Zeit gezielt russische Raffinerien an, um Moskaus Möglichkeiten der Kriegsfinanzierung einzuschränken. Laut russischem Verteidigungsministerium zerstörte die Luftabwehr in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen.