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Ukraine: Neue Treffer auf Tanker im Asowschen Meer - Spritmangel auf Krim

Technologie

Angriffe im Asowschen Meer Kiews Drohnen-Attacken bringen Ärger – nicht nur auf der Krim Von t-online Aktualisiert am 08.07.2026 - 10:44 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Ukraine kappt die Versorgung der Krim mit Sprit und legt die Energieinfrastruktur lahm. Das sorgt nicht nur auf der Halbinsel für Unmut. Robert "Magyar" Browdi genießt als Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte in den eigenen Reihen einen legendären Ruf. Jetzt erklärte der Mann mit der markanten Baseball-Mütze seinen neuesten Schlag: "Die russische Schattenflotte verlässt die Bühne", erklärte er. Und fügte hinzu: "Der Kampf um die Treibstoffversorgung der Krim im Asowschen Meer geht weiter." Den Worten folgten Angriffe. In der Nacht zu Mittwoch attackierte die ukrainische Armee neun weitere russische Schiffe im Asowschen Meer mit Tankern. Innerhalb von drei Tagen stieg die Zahl der zerstörten russischen Schiffe damit auf 19, teilte Browdi mit. Erst zu Wochenbeginn hatten die ukrainischen Streitkräfte nach eigenen Angaben acht Schiffe im Asowschen Meer versenkt, die die 2014 von Russland völkerrechtswidrig annektierte Halbinsel Krim mit Treibstoff versorgen sollten. Hinzu kamen ein Frachter und eine Fähre. Das unabhängige Institute for the Study of War (ISW) in Washington bilanzierte am Mittwoch: "Die ukrainische Kampagne von Angriffen mit Mittelstreckenwaffen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Ziele – darunter russische Luftabwehrsysteme, den Transport von Erdölprodukten, sonstige Logistik und Umspannwerke – bringt die Logistik auf der besetzten Krim zum Zusammenbruch." Der ehemaliger Immobilienentwickler Browdi hatte innerhalb der ukrainischen Streitkräfte die Spezialeinheit "Birds of Magyar" formiert: "Magyars Vögel". Inzwischen bildet sie ein vollständiges Regiment, das unter der Nummer 414 als eine der wichtigsten Einheiten für Angriffe auf russische Ziele gilt. Unter Browdis Leitung entwickelte das ukrainische Militär seine ferngesteuerten Objekte von einfachen FPV-Drohnen hin zu hochtechnischen Langstreckensystemen. Zuletzt attackierten ukrainische Drohnen Öllager und Raffinerien weit im russischen Hinterland – und eben auf der Halbinsel Krim, über die wichtige russische Nachschublinien verlaufen. Anhand von Satellitenbildern listet die ISW-Analyse unter anderem auf: Tanker im Asowschen Meer: Auf ihrem Weg in Häfen auf der Krim zerstörten Browdis Drohnenkräfte insgesamt 19 Schiffe, darunter die Sprit-Tanker "Venera-3", "Sanar-1", "Sanar-17," "Klimena", "Teti", "Alexei Savrasov", "Ivan Cheremisinov" und "Penelopa". "Angriffe auf die Marinelogistik des Gegners erschweren die Versorgung der russischen Truppen mit Treibstoff und Munition, insbesondere auf der vorübergehend besetzten Krim", hieß es in einer Erklärung der ukrainischen Streitkräfte. Wichtige Stromleitungen: Daneben belegt die Auswertung von Satellitenbildern nach Analyse des ISW die Zerstörung wichtiger Stromversorgungslinien auf der Krim. Darunter das 330-kV-Umspannwerk Zapadno-Krymskaja nahe des Dorfes Karjernoje. Sowie eine 110-kV-Leitung nahe Saky. Laut Browdis Angaben verzeichnete das ukrainische Militär 44 Treffer auf die Elektrizitätsinfrastruktur auf der Krim. Laut ISW meldete Wolodymyr Saldo, Gouverneur des russisch besetzten Teils der Oblast Cherson "teilweise oder vollständige Stromausfälle" in der Region. Treffer auf Straßen und Brücken: Die ukrainischen Streitkräfte nehmen zudem wichtige Straßen, Bahnlinien und Brücken ins Visier. Laut ISW kam es auf einer Bahnbrücke nahe Rosdolne zu einem wichtigen Treffer. Die ukrainischen Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete zudem, dass nicht alle der angegriffenen Schiffe auf der Liste der zu Putins Schattenflotte gezählten Tanker verzeichnet sind. Luftabwehr: Das "fünfte Rad am Wagen" Doch führen die jüngsten Angriffe auf der Krim zu erheblichem Unmut in der Szene der russischen Militärblogger und Militärbeobachter. Der prominente russische Militärblogger "Rybar" rief das russische Verteidigungsministerium dazu auf, ein einheitliches operatives Hauptquartier für die zivile Drohnenabwehr zu schaffen. Ein politischer Kommentator forderte eine Reform der Drohnenabwehr und nannte die Luftstreitkräfte das "fünfte Rad am Wagen". Nach Einschätzung des ISW haben die erfolgreichen ukrainischen Angriffe "im russischen ultranationalistischen Informationsraum zu einer kritischen Auseinandersetzung geführt: Kommentatoren werfen der russischen Regierung vor, es versäumt zu haben, ein geschlossenes Luftverteidigungssystem zu schaffen, das private Unternehmen und kritische Infrastruktur wirksam vor ukrainischen Angriffen aus großer Distanz schützen kann". Die ukrainischen Drohnenangriffe führen nicht nur auf der Krim zu Unmut. Auf dem russischen Festland stehen Autofahrer bis zu 39 Stunden für Benzin an. Das hat Folgen. So wurde bereits von Handgreiflichkeiten an Tankstellen berichtet. In einem Fall musste die Polizei mit Waffengewalt eingreifen. Russland war 2014 kurz nach den Olympischen Spielen in Sotschi auf der Krim einmarschiert und hatte die Halbinsel annektiert. Die Annexion wird völkerrechtlich nicht anerkannt. Verwendete Quellen understandingwar.org: Russian Offensive Campaign Assessment, July 7, 2026 (Englisch) kyivpost.com: ‘Shadow Fleet Is Leaving the Chat’: Ukraine Hits 10 Russian Fuel Tankers in One Day (Englisch) reuters.com: Ukraine strikes Russian 'shadow fleet' tankers supplying Crimea (Englisch) meduza.io: Emergency roaming activated in occupied Crimea — subscribers can connect to other carriers during blackouts, but only ‘white list’ sites remain accessible (Englisch) Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Neueste Artikel Newsblog zum Krieg in der UkraineUkraine legt eine der größten russischen Raffinerien lahm Von T. Schibilla, J. Seiferth, F. 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