Ukraine News aktuell: Abramowitsch scheitert mit Klage gegen EU-Sanktionen
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Abramowitsch scheitert mit Klage gegen EU-Sanktionen
Aktualisiert am 09.09.2026 - 17:10 UhrLesedauer: 14 Min.
Ein russischer Oligarch scheitert vor dem EU-Gericht. Nach einer Pause nimmt Moskau seine Attacken auf Kiew wieder auf. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Mittwoch, 9. September
Abramowitsch scheitert mit Klage gegen EU-Sanktionen
Der russische Oligarch Roman Abramowitsch ist zum dritten Mal mit einer Klage gegen die EU-Sanktionen gegen ihn gescheitert. Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg wies die Klage am Mittwoch ab. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 war Abramowitsch wegen seiner Verbindungen zum Kreml mit Sanktionen belegt worden, sein Vermögen in der EU wurde eingefroren. Dagegen ging er gerichtlich vor. Schon in den Jahren 2023 und 2025 wies das EU-Gericht allerdings zwei seiner Klagen ab. Im aktuellen Fall ging es um die Verlängerung der Sanktionen ab 2025. Auch mit dieser Klage hatte Abramowitsch keinen Erfolg. Gegen das Urteil des Gerichts kann der Milliardär noch vor dem Europäischen Gerichtshof, der nächsthöheren Instanz, vorgehen.
Abramowitsch argumentierte, dass seine Prominenz ein Grund für die Sanktionen sei. Er habe instrumentalisiert werden sollen. Das sah das Gericht aber anders. Es verwies darauf, dass Abramowitsch Hauptaktionär des russischen Stahl- und Bergbauriesen Ewars und außerdem am Bergbaukonzern Norisk Nickel beteiligt ist. Diese Industrien seien eine wesentliche Einnahmequelle für die russische Regierung. Die Sanktionen richteten sich gegen einflussreiche Geschäftsleute, die eng mit dem Staat verbunden seien, führte das Gericht aus. Sie beträfen außerdem Geschäftsleute in Branchen, aus denen die russische Regierung erhebliche Einnahmen erziele.
Abramowitsch stieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in kurzer Zeit zu einem der reichsten Männer Russlands auf. Er hat die russische, die israelische und die portugiesische Staatsangehörigkeit. 2003 kaufte er den britischen Fußballtraditionsklub FC Chelsea, was ihn international bekannt machte. Wegen Sanktionen auch in Großbritannien sah er sich aber schließlich 2022 dazu gezwungen, den Klub zu verkaufen.
Russland überschreitet Marke von 1,5 Millionen Verlusten
Die russischen Streitkräfte haben seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine mehr als 1,5 Millionen Soldaten durch Tod und Verwundung verloren, wie die "Frankfurter Rundschau" auf Basis ukrainischer Angaben meldet. Allein am Dienstag seien 1.480 weitere Verluste hinzugekommen. Damit liege die Gesamtzahl seit dem 24. Februar 2022 bei 1.500.870. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine: Tote bei Drohnenangriff an Grenzübergang nach Moldau
Bei einem russischen Drohnenangriff an einem Grenzübergang zur Republik Moldau im Süden der Ukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen getötet worden. Bei der Attacke am Übergang Starokosatsche in der Region Odessa seien zudem drei weitere Menschen verletzt worden, teilt Gouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit.
Bei den Opfern handele es sich um Zivilisten. Es sei ein Brand ausgebrochen und der Grenzübergang vorübergehend geschlossen worden. Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Hafenstadt Mykolajiw wurde den Behörden zufolge ein Mensch getötet sowie Hafen-, Transport- und zivile Infrastruktur beschädigt.
Russland: Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Noworossijsk
Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind in der südrussischen Hafenstadt Noworossijsk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 29 Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, bei Telegram mit. Drei der Verletzten sind demnach in einem ernsten Zustand. Es habe Schäden an acht Wohnhäusern und einem Kindergarten gegeben.
Noworossijsk ist ein Sitz der russischen Schwarzmeerflotte. Anflüge ukrainischer Drohnen sind Angaben örtlicher Behörden nach auch auf die Badeorte Gelendschik und Anapa südlich und nördlich von Noworossijsk registriert worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Dienstag, 8. September
Wadephul an Russland: "Ausdruck von Verzweiflung"
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Äußerungen seines russischen Kollegen Sergej Lawrow zu angeblichen deutschen Kriegsabsichten nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle scharf zurückgewiesen. "Wir wissen ganz genau, und Sergej Lawrow weiß natürlich auch, dass Russland diese Sache in Leipzig gemacht hat – und dass wir darauf reagiert haben, darauf reagieren mussten", sagte Wadephul im am Dienstagabend veröffentlichten Podcast "Ronzheimer" mit Bezug auf den Russland zugeschriebenen Anschlagsversuch.
Anfang August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden, in deren Nähe sich ukrainische Frachtflugzeuge befunden hatten. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich und kündigte die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des russischen Kulturzentrums in Berlin an. Lawrow sagte daraufhin am Sonntag, Berlin wolle "wieder Krieg" gegen sein Land führen.
Wadephul sagte in dem Podcast weiter, dass Lawrow seine Äußerung ausgerechnet am Wahltag in Sachsen-Anhalt getätigt habe, sei möglicherweise in der Absicht geschehen, für weitere Verunsicherung zu sorgen. "Wir müssen damit umgehen, dass diese russische Regierung in allen Möglichkeiten, die sie hat, versucht, auf unsere Gesellschaft einzuwirken." Deutschland lasse sich aber nicht einschüchtern. Lawrows Äußerungen sind nach Ansicht des Ministers auch "Ausdruck einer gewissen russischen Verzweiflung". Der Ukraine-Krieg "sollte in wenigen Tagen erledigt sein – und jetzt ist man im fünften Jahr", sagte Wadephul.
Loading...
Loading...
Loading...
Putin zu Trump: "Keine aggressiven Pläne" gegen Europa
Nach der Reise von US-Vermittlern nach Kiew und Moskau zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Krieges haben US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin telefoniert. Der russische Staatschef habe Trump zugesichert, keine "aggressiven Pläne" in Bezug auf Europa zu haben, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow Journalisten.
Der Kremlchef habe Trump zudem eine "objektive und ausführliche Analyse der Vorgänge auf dem Schlachtfeld" gegeben. Putin habe dabei ausgeführt, was die USA "real für ein baldiges Ende der Kampfhandlungen tun können".
Moskau sei vom US-Präsidenten eine komplette Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den USA für den Fall eines Endes des Ukraine-Konflikts in Aussicht gestellt worden. Besprochen worden seien auch weitere Austausche von Gefangenen. Das Gespräch dauerte laut Uschakow etwa eine Stunde.