Ukraine-News aktuell: Kiew plant Treibstofflager in Ungarn wegen Russland
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russische Angriffe: Ukraine plant Treibstofflager im Ausland
Aktualisiert am 21.09.2026 - 12:58 UhrLesedauer: 5 Min.
Die Ukraine will sich gegen Treibstoffknappheit absichern. Eine umstrittene UN-Gesandte stellt eine brisante Forderung auf. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 21. September
Ukraine plant Treibstofflager in Ungarn
Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz will gemeinsam mit dem ungarischen Unternehmen MOL zusätzliche Treibstofflager in Ungarn schaffen. Beide Unternehmen unterzeichneten dazu beim Gipfel der "Carpathian Eight" eine Absichtserklärung. Die Anlagen sollen nahe der ukrainischen Grenze entstehen und vor allem den ukrainischen Markt versorgen.
Hintergrund sind die anhaltenden russischen Angriffe auf die ukrainische Energie- und Treibstoffinfrastruktur. Zusätzliche Lagerkapazitäten außerhalb der Reichweite solcher Angriffe seien für die Stabilität der Versorgung entscheidend, erklärte der amtierende Naftogaz-Chef Serhij Fedorenko. Zugleich sollen mit dem Projekt die Lieferwege für Treibstoff stärker diversifiziert werden.
Naftogaz baut derzeit auch die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Energieunternehmen aus. Mit dem polnischen Konzern Orlen wurden ebenfalls zwei Absichtserklärungen vereinbart, unter anderem über mögliche LNG-Lieferungen im ersten Quartal 2027 und zusätzliche Lieferungen von Erdölprodukten in die Ukraine.
Kremlpartei Geeintes Russland gewinnt Duma-Wahl
Die Kremlpartei Geeintes Russland hat die Parlamentswahl in Russland erwartungsgemäß gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission kam die Partei von Präsident Wladimir Putin auf 57,83 Prozent der Listenstimmen. Sie dürfte damit ihre verfassungsändernde Mehrheit in der Staatsduma behalten. Bei der Wahl 2021 hatte Geeintes Russland noch 49,8 Prozent erreicht.
Putin lässt Russland wählen: "Das ist das schrecklichste Ergebnis dieser Wahlen"
Die Abstimmung war die erste Duma-Wahl seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022. Politischer Wettbewerb war nur stark eingeschränkt möglich: Die Bundesliste der liberalen und kriegskritischen Partei Jabloko war vor der Wahl vom Obersten Gericht gestrichen worden. Die meisten offen gegen den Krieg auftretenden Kandidaten waren zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden oder konnten nicht antreten. Internationale Wahlbeobachter der OSZE waren nicht zugelassen.
Abgestimmt wurde zudem auf der von Russland annektierten Krim sowie in besetzten Teilen der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Die Annexionen werden international nicht anerkannt. Die ukrainische Regierung verurteilte die dort abgehaltene Wahl als rechtswidrig.
Umstrittene UN-Sonderberichterstatterin fordert Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine
Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, fordert ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine. "Ich stimme denen zu, die der Meinung sind, dass wir die Waffenlieferungen an die Ukraine stoppen und die Diskussion wieder auf die politische Ebene verlagern müssen", sagte sie bei einer Podiumsdiskussion des Open-Festivals in Italien.
"Ich habe keine Lösung, um den Krieg zu beenden", fuhr sie fort, "aber ich bin überzeugt, dass die Situation in der Ukraine instrumentalisiert wird, um die schreckliche Behauptung zu rechtfertigen, wir befänden uns bereits im Krieg und es handle sich um einen hybriden Krieg."
Sie verglich den russischen Krieg dabei mit den israelischen Angriffen auf die palästinensischen Gebiete und forderte ähnliche Sanktionen wie gegen Russland auch gegen Israel.
Sonntag, 20. September
Selenskyj kündigt Treffen mit Trump in New York an
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat für seinen Besuch in New York kommende Woche auch ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump angekündigt. Demnach telefonierte Selenskyj mit Trump und besprach mit ihm eine Reihe von Themen, wie er auf Telegram mitteilte. Ein Treffen in New York, wo beide Präsidenten an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, könne viel bewirken, sagte Selenskyj mit Blick auf mögliche neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. "Die diplomatische Dynamik ist da", sagte er. Ein genaues Datum für das Treffen nannte er zunächst nicht.
"Der Friedensprozess hat höchste Priorität", sagte Selenskyj nach dem jüngsten Besuch von US-Chefunterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Kiew. Die beiden hatten das erste Mal überhaupt in ihrer Vermittlerrolle die Ukraine besucht und sich über die Lage in dem Land informiert. Zuvor waren sie zum wiederholten Mal in Russland gewesen, das seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine führt.
Geplant ist demnach, die direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter US-Vermittlung über ein Ende des Kriegs wiederaufzunehmen. Russland hält das im Oktober für möglich. Im vergangenen Winter waren die Gespräche in die Sackgasse geraten und dann auch wegen des Iran-Kriegs abgebrochen worden. Witkoff und Kushner, die im Nahen Osten ebenfalls vermittelten, unternehmen nun einen neuen Anlauf zur Lösung des Ukraine-Konflikts.
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Drohnen stecken Moskauer Raffinerie in Brand
Bei den ukrainischen Luftangriffen auf Russland in der Nacht zu Sonntag ist auch eine große Raffinerie des staatlichen russischen Ölkonzerns Gazprom bei Moskau getroffen worden. Auf Bildern in den sozialen Medien waren mehrere Brandherde und dichter Rauch über der Anlage zu sehen.
Im Video | Ukraine landet schweren Treffer
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Die Raffinerie gilt als eine der wichtigsten Russlands, sie produziert Benzin und Diesel für die russische Hauptstadt sowie Kerosin für die Moskauer Flughäfen. Schon Mitte Juni hatte die Ukraine die Anlage zweimal mit Drohnen angegriffen. Erst kürzlich konnte die Raffinerie den Betrieb wieder aufnehmen. Zu den Schäden durch den jüngsten Angriff liegen bislang keine gesicherten Angaben vor. Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Ölindustrie haben zuletzt auch die Spritkrise in dem Land wieder verschärft.