Ukraine-News aktuell: Sanktionsdrama: EU zofft sich um russische Oligarchen
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Sanktionsdrama: EU zofft sich um russische Oligarchen
Aktualisiert am 22.09.2026 - 00:00 UhrLesedauer: 8 Min.
Selenskyj lädt seine Nachbarn ein, doch Ungarn weist ihn ab. Die Ukraine will sich gegen Treibstoffknappheit absichern. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Dienstag, 22. September
Zoff um Oligarchen: Vorerst kein Deal zu Russland-Sanktionen
Die unter dem Druck einzelner EU-Staaten geplante Aufhebung von Sanktionen gegen die beiden russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman hat am Abend nicht wie geplant beschlossen werden können. Wie ein EU-Diplomat mitteilte, kam die erforderliche Einstimmigkeit in dem schriftlichen Entscheidungsverfahren nicht zustande. Nun sollen an diesem Dienstagmorgen erneut die Botschafter der Mitgliedstaaten zu Beratungen zusammenkommen.
Für die EU-Staaten drängt dabei die Zeit. Gleichzeitig mit der Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow und Fridman soll auch die Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3.000 andere Personen, Einrichtungen und Unternehmen beschlossen werden. Diese laufen sonst in der Nacht zum Mittwoch aus. Allen Akteuren wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren.
Ausgangspunkt für das neue Sanktionsdrama in der EU war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Forderung der Slowakei, die Sanktionen gegen den Milliardär Usmanow aufzuheben. Ihr hatte sich vor kurzem überraschend auch Frankreich angeschlossen. Danach forderte nach Angaben von Diplomaten Luxemburg, dass bei einer Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow auch die Sanktionen gegen Fridman aufgehoben werden müssten. Wegen des Einstimmigkeitsprinzips bei Sanktionsentscheidungen müssen die anderen EU-Staaten die Forderungen akzeptieren, ansonsten droht das Auslaufen aller anderen Sanktionsbeschlüsse. Nach Angaben von Diplomaten soll aber im Gegenzug immerhin eine Sanktionsverlängerung um 36 statt um nur 6 Monate vereinbart werden.
Ukraine: Frau und Kleinkind bei russischen Angriffen getötet
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine eine Frau und ein Kleinkind getötet worden. Die Frau kam nach Angaben regionaler Behörden bei einer Attacke auf einen Bus im Gebiet Saporischschja im Südosten des Landes ums Leben. Drei weitere Menschen seien dabei verletzt worden. Details zu dem Angriff wurden nicht genannt.
Im südukrainischen Gebiet Mykolajiw kam nach Behördenangaben ein dreijähriges Kind ums Leben. Der Junge war demnach gerade auf der Straße, als es einen Luftangriff gab. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Montag, 21. September
EU will russische Oligarchen von Sanktionen ausnehmen
EU-Staaten drohen die Russland-Sanktionen zu blockieren. Um den Stillstand zu beenden, soll das Paket ausgerechnet bei zwei prominenten Oligarchen gelockert werden. Mehr dazu lesen Sie hier.
Vorschlag aus Kiew: Ungarn lässt Selenskyj abblitzen
Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat eine Einladung aus Kiew ausgeschlagen, an einem neuen regionalen Kooperationsformat teilzunehmen. Magyar bestätigte am Montag im Parlament in Budapest die Einladung, erklärte jedoch, dass seine Regierung diese abgelehnt habe. "Wir wurden eingeladen, und aus guten Gründen sind wir nicht hingegangen." Er betonte, dass Ungarn nicht teilnehmen werde. Welche Gründe er dafür hat, führte Magyar nicht aus.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vergangenen Freitag das Format "Karpaten-Acht" (C8) angekündigt. Damit wolle er die acht Karpatenstaaten Rumänien, Serbien, Polen, die Slowakei, Tschechien, Österreich, Ungarn sowie die EU als Ganzes näher zusammenbringen. Dies solle einen "starken Rahmen" für Zusammenarbeit in Fragen der Sicherheit, Energie und wirtschaftlicher Zusammenarbeit schaffen. Am Freitag fand bereits der erste C8-Gipfel statt, jedoch ohne Ungarn.
Furcht vor Putin-Dekret? Russen fliehen bereits
Russland bestreitet Pläne für eine neue Mobilmachung. Doch rund um die Duma-Wahl mehren sich Hinweise auf Vorbereitungen – und bei vielen Russen wächst offenbar die Sorge vor einer Einberufung.
Ukraine: Russland "verursacht bewusst humanitäre Katastrophe"
Kiew hat Moskau erneut vorgeworfen, in der Stadt Oleschky im von Russland besetzten Süden der Ukraine eine humanitäre Krise zu verursachen. Russland blockiere die Lieferung von Hilfsgütern und verhindere eine Evakuierung von Zivilisten, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. "Russland verursacht bewusst eine humanitäre Katastrophe." Nach Angaben der ukrainischen Behörden sollen sich noch etwa 2.000 Menschen in der Stadt in dem von Russland kontrollierten Teil der Region Cherson aufhalten.
Anlässlich der in dieser Woche stattfindenden UN-Generalversammlung rief Sybiha die internationale Gemeinschaft am Sonntag auf, sich für die Einrichtung eines humanitären Korridors, die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamente sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung einzusetzen. Da die an der Frontlinie gelegene Stadt nur schwer zugänglich ist, sind genaue Schätzungen der Einwohnerzahl sowie Angaben zu den Lebensbedingungen vor Ort schwierig.
Betrug bei Duma-Wahl? EU kündigt neue Sanktionen an
Die EU erkennt die Ergebnisse der sogenannten Parlamentswahl in Russland nicht an. Unabhängige Beobachter berichten von massivem Missbrauch. Nun will Brüssel Maßnahmen ergreifen.
Selenskyj plant für Dienstag Treffen mit Trump
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in New York. Die Begegnung am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung finde am Nachmittag statt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle in Kiew.
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Selenskyj hatte am Sonntag mit Trump telefoniert und anschließend erklärt, dass er mit dem US-Präsidenten ein Treffen in New York vereinbart habe. In dem Telefonat habe Trump auch die Bitte geäußert, dass die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien einstellt, erfuhr AFP aus der Quelle. Er habe dies jedoch "nicht gefordert". Das Thema sei im Rahmen der Diskussion über "Deeskalationsmaßnahmen" erörtert worden.