Ukraine News aktuell | Selenskyj: Treffen mit Trump Ende September
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj kündigt Treffen mit Trump an
Aktualisiert am 10.09.2026 - 21:36 UhrLesedauer: 20 Min.
Der ukrainische Präsident trifft seinen US-Amtskollegen in New York. In Düsseldorf gab es einen Polizeieinsatz mit Ukraine-Bezug. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 10. September
Selenskyj: Treffen mit Trump Ende September in New York
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich Ende September in New York mit US-Präsident Donald Trump treffen. "Ende September werden wir, denke ich, die Gelegenheit haben, das amerikanische Team in New York zu treffen", sagte Selenskyj am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney in Calgary. Ende September findet in New York die Generaldebatte der UN-Vollversammlung statt.
Selenskyj hatte bereits am Dienstag gesagt, er hoffe auf ein Treffen mit Trump noch in diesem Monat. Er wolle mit dem US-Präsidenten über ein Paket zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr sprechen, sagte der ukrainische Präsident. Die Ukraine ist auf Patriotraketen aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die massiven russischen Luftangriffe zu schützen. Kiew klagt über einen zunehmenden Mangel an den Abfangraketen, seitdem die USA im Februar den Iran-Krieg begonnen und Raketenlieferungen in die Golfregion umgeleitet hatten.
Russland hatte seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Tagen wieder verstärkt. Wegen eines Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff hatte Russland die Angriffe zuvor für drei Tage eingestellt. Die beiden Sondergesandten von US-Präsident Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen.
Tote nach russischem Drohnenangriff auf Pawlohrad
Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der südostukrainischen Stadt Pawlohrad mindestens vier Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt worden. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Abend auf der Plattform X mit. Die Opfer hätten sich lediglich in der Nähe von Einkaufszentren aufgehalten. Laut Staatsanwaltschaft der Region Dnipropetrowsk wurden bei der Attacke zudem mehrere Geschäfte und Autos beschädigt. Die Behörde ermittelt wegen eines möglichen Kriegsverbrechens. Pawlohrad ist rund 80 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Durch russische Angriffe, die Wohngebäude trafen, wurden zudem in Kramatorsk Dutzende weitere Menschen verletzt, wie Selenskyj weiter schrieb. Auch andere Städte wie Kiew und Dnipro sowie Gemeinden in den Regionen Dnipro, Donezk, Sumy, Tschernihiw und Charkiw seien attackiert worden.
"Wir arbeiten mit höchster Intensität mit unseren Partnern zusammen, um die Ukrainer vor diesem russischen Terror schützen zu können", teilte Selenskyj weiter mit. Es würden Entscheidungen über weitere Unterstützungspakete für die Ukraine getroffen, darunter Rüstungshilfe und Unterstützung speziell zum Schutz des ukrainischen Luftraums. Weitere Hilfspakete würden vorbereitet.
Selenskyj: Kein trilaterales Treffen vor Wahlen in Russland
Vor den russischen Parlamentswahlen am 20. September wird es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge kein trilaterales Treffen zur Beendigung des Krieges geben. Ukrainische und US-Unterhändler stünden in ständigem Kontakt, sagte der Staatschef am Abend. Er hoffe auf Fortschritte bei den Gesprächen über Energie- und Getreidefragen Ende September nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump.
Kanada sichert Ukraine Hilfspakt für Flugabwehr zu
Die Regierung in Ottawa sagt der Ukraine ein Hilfspaket im Umfang von 350 Millionen kanadischen Dollar (etwa 218 Millionen Euro) für Abfangraketen zu. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte Premierminister Mark Carney, die Ausrüstung solle helfen, die Bevölkerung und die Infrastruktur vor russischen Angriffen zu schützen.
Die Waffen werden über ein US-Programm bereitgestellt, das es Drittstaaten ermöglicht, Rüstungsgüter wie Patriot-Raketen schnell für die Ukraine zu beschaffen. Zudem plant Kanada laut Carney, die Drohnenproduktion in den kommenden zwei Jahren auf mehrere Millionen Stück zu steigern. Ein Drittel davon solle an Kiew geliefert werden.
Gefahrenlage: Ukrainisches Konsulat in Düsseldorf geräumt
Eine zunächst unklare Gefahrenlage hat am frühen Abend einen größeren Polizeieinsatz am ukrainischen Generalkonsulat in Düsseldorf ausgelöst. Eine Polizeisprecherin bestätigte den Einsatz im Umfeld des Gebäudes auf Nachfrage. Auslöser sei ein Hinweis auf eine mögliche Bedrohung gewesen, dem die Polizei nachgegangen sei.
Der Einsatz begann den Angaben zufolge etwa um 17.30 Uhr. Wie ein dpa-Reporter berichtete, wurde das Generalkonsulat weiträumig abgesperrt. Die Polizei sperrte auch einen Straßenabschnitt in der Düsseldorfer Innenstadt mit Flatterband ab. Mehrere Polizeiwagen waren vor Ort.
Einsatzkräfte durchsuchten nach Polizeiangaben das Gebäude und sein Umfeld. Der Hinweis auf eine Bedrohung habe sich jedoch nicht bestätigt. Der Einsatz sei deshalb gegen 19.15 Uhr beendet worden. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.
"Die russische Armee verheizt sie als Kanonenfutter"
Russland rekrutiert nach Angaben von Amnesty International mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung Menschen aus dem Ausland für seine Streitkräfte und schickt sie in den Krieg gegen die Ukraine. In vielen Fällen erfülle dies den Tatbestand des Menschenhandels, sagte die Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation, Agnès Callamard, am Donnerstag in Kiew. Ins Visier der russischen Anwerber geraten demnach vor allem Menschen aus einkommensschwachen Ländern des Globalen Südens.
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Für die Recherche nahm Amnesty nach eigenen Angaben zwischen 2024 und 2026 in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern Aussagen von Betroffenen aus Brasilien, Kolumbien, Kuba, Ägypten, Sierra Leone, Sri Lanka, Somalia und Südafrika auf. Weitere Informationen stammen demnach von Ausländern, die derzeit bei den russischen Streitkräften dienen, von Angehörigen sowie von Rechtsanwälten, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten.
Die "Internationalisierung" des Ukraine-Kriegs betreffe "vulnerable Bevölkerungsgruppen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt", so Callamard. "Die russische Armee füllt ihre Reihen mit ausländischen Staatsangehörigen auf, die in wirtschaftlicher Not sind, und verheizt sie als Kanonenfutter im Angriffskrieg gegen die Ukraine", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow.