Ukraine News aktuell | Ukrainisches Konsulat in Düsseldorf geräumt
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Gefahrenlage: Ukrainisches Konsulat in Düsseldorf geräumt
Aktualisiert am 10.09.2026 - 18:41 UhrLesedauer: 18 Min.
In Düsseldorf läuft ein Polizeieinsatz mit Ukraine-Bezug. Amnesty International wirft Russland Menschenhandel vor. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 10. September
Gefahrenlage: Ukrainisches Konsulat in Düsseldorf geräumt
Am ukrainischen Generalkonsulat in Düsseldorf gibt es nach Polizeiangaben eine unklare Gefahrenlage. Eine Sprecherin bestätigte einen größeren Einsatz im Umfeld des Gebäudes. Zu den Hintergründen machte sie zunächst keine weiteren Angaben.
Wie ein dpa-Reporter berichtete, wurde das Konsulat am frühen Abend weiträumig abgesperrt. Einen Straßenabschnitt in der Düsseldorfer Innenstadt sperrte die Polizei mit Flatterband ab. Mehrere Polizeiwagen waren vor Ort.
"Die russische Armee verheizt sie als Kanonenfutter"
Russland rekrutiert nach Angaben von Amnesty International mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung Menschen aus dem Ausland für seine Streitkräfte und schickt sie in den Krieg gegen die Ukraine. In vielen Fällen erfülle dies den Tatbestand des Menschenhandels, sagte die Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation, Agnès Callamard, am Donnerstag in Kiew. Ins Visier der russischen Anwerber geraten demnach vor allem Menschen aus einkommensschwachen Ländern des Globalen Südens.
Für die Recherche nahm Amnesty nach eigenen Angaben zwischen 2024 und 2026 in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern Aussagen von Betroffenen aus Brasilien, Kolumbien, Kuba, Ägypten, Sierra Leone, Sri Lanka, Somalia und Südafrika auf. Weitere Informationen stammen demnach von Ausländern, die derzeit bei den russischen Streitkräften dienen, von Angehörigen sowie von Rechtsanwälten, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten.
Die "Internationalisierung" des Ukraine-Kriegs betreffe "vulnerable Bevölkerungsgruppen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt", so Callamard. "Die russische Armee füllt ihre Reihen mit ausländischen Staatsangehörigen auf, die in wirtschaftlicher Not sind, und verheizt sie als Kanonenfutter im Angriffskrieg gegen die Ukraine", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow.
Flugabwehr in Europa: Oberst Reisner spricht von "absoluter Niederlage"
Russland rüstet für neue Angriffe im Winter. Militärexperte Markus Reisner warnt vor einer entscheidenden Schwäche der Ukraine. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Viele Verletzte nach russischen Angriffen auf Kramatorsk
Durch russischen Beschuss sind in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk mindestens 16 Menschen verletzt worden. Viermal sei die frontnahe Stadt beschossen worden, teilt der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Einschläge hat es demnach in einem Wohngebiet und in der Nähe von Schulen gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner erneut zur Flucht auf. Die Frontlinie ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von Kramatorsk entfernt.
Ukrainische Drohne greift Sotschi an
In der russischen Schwarzmeer-Metropole Sotschi ist nach Angaben lokaler Behörden ein Hafen von einer ukrainischen Seedrohne getroffen worden. Der Angriff ereignete sich am 9. September und löste demnach einen Brand auf einer Hafenuferanlage aus. Diese in sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen sollen den Angriff zeigen:
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Sotschi gilt als Russlands "zweite Hauptstadt" und beherbergt die offizielle Sommerresidenz von Präsident Wladimir Putin. Die Stadt am Schwarzen Meer ist ein bevorzugter Winterferienort der russischen Elite und liegt rund 650 bis 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Die russischen Regionalbehörden in der Region Krasnodar berichteten, ein unbemanntes Überwasserschiff aus der Ukraine habe den Hafenbereich getroffen. Infolge des Einschlags sei auf einer Kaimauer ein Feuer ausgebrochen, das Infrastruktur beschädigt habe. Nach offiziellen Angaben wurden acht Menschen verletzt.
Tote bei Angriff auf Sumy
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der nordukrainischen Stadt Sumy sind nach Angaben des regionalen Gouverneurs zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden.
Vier der Verletzten seien in einem ernsten Zustand, teilt Gouverneur Oleh Hryhorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Unter den Verletzten seien auch drei Teenager. Auf Fotos, die der Gouverneur im Internet veröffentlichte, sind ein schwerbeschädigtes Gebäude und verstreute Trümmer zu sehen. Laut dem Gouverneur sind die Rettungskräfte weiter im Einsatz. Die an Russland grenzende Region ist wiederholt Ziel schwerer Angriffe. Moskau will dort nach eigenen Angaben eine Pufferzone einrichten.
Mittwoch, 9. September
Trump: Putin will Abkommen zur Beendigung des Kriegs
US-Präsident Donald Trump zufolge will der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine durch ein Abkommen beenden. Er habe ein großartiges Telefonat mit Putin geführt, sagte Trump vor Journalisten. Wenn auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj eine Einigung wolle, wäre das "sehr schön". Das Hindernis sei jedoch, dass die beiden einander hassten. Trump hatte nach der Rückkehr von US-Unterhändlern aus Moskau und Kiew mit Putin telefoniert.
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Ukraine: Russische Erdgasanlagen in Sibirien angegriffen
Die ukrainischen Streitkräfte haben Medienberichten zufolge ein weit entferntes Ziel in Russland mit Drohnen angegriffen und möglicherweise beschädigt. Nach Darstellung ukrainischer Medien wurde in Nowy Urengoj im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen im Norden Westsibiriens eine Gas-Kondensationsanlage angegriffen. Über das Ausmaß der Schäden lagen keine offiziell bestätigten Angaben vor. Der Gouverneur des Kreises, Dmitri Artjuchow, bestätigte den Angriff der Kampfdrohnen und sprach von einem Brand, der durch herabstürzende Trümmer verursacht worden sei.
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