Ukraine-News | Feuer in Starlink-Station - Minister spricht von "Sabotage"
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Feuer in Starlink-Station in Polen – Minister spricht von "Sabotage"
Die Appelle des US-Präsidenten stoßen im Kreml auf taube Ohren. Ein Minister beklagt "Sabotage" in Polen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 24. September
Minister: Feuer in Starlink-Station in Polen war "Sabotage"
Der Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist nach Angaben der polnischen Regierung durch "Sabotage" ausgelöst worden. Durch das Feuer sei "der Internet-Zugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee", sagte der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski am Donnerstag dem Sender TVP Info. Der Brand war am Mittwochabend in der Anlage in Zentralpolen ausgebrochen, die Station war demnach weiter einsatzfähig.
"Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen", sagte Gawkowski und fügte hinzu: "Es gibt viele Hinweise darauf, dass wir es mit einem Teil der nächsten Phase der hybriden Kriegsführung zu tun haben." Das Nato- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 schon mehrfach Sabotage vorgeworfen.
Die Station im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel wird laut dem Minister unter anderem dazu genutzt, Internetdatenverkehr durch Polen und auch in die Ukraine zu leiten. Außerdem wird sie von den SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen. Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle.
Sechs Tote bei russischem Angriff auf Bauernhof
Bei einem russischen Angriff auf einen Bauernhof in der nordostukrainischen Region Charkiw sind nach Angaben der Behörden sechs Menschen getötet worden. Acht weitere Beschäftigte des Betriebs wurden verletzt, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow mit. Der Angriff traf demnach einen landwirtschaftlichen Betrieb im Dorf Stara Hnylyzja.
Russland hatte in der Region in den vergangenen Stunden mehrere Orte mit Drohnen angegriffen. Nach Angaben der Regionalverwaltung kamen dabei insgesamt weitere Menschen zu Schaden. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Slowakei verurteilt Russlands Angriffe auf Zivilisten scharf
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini hat Russland in einer Rede vor den Vereinten Nationen vorgeworfen, absichtlich zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen. Die meisten russischen Angriffe der letzten Zeit hätten "nichts mehr mit militärischen Zwecken zu tun", sondern würden nur Leid für die Zivilbevölkerung bringen, sagte er in seiner auf Englisch gehaltenen Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.
Die Slowakei kandidiert derzeit für eine nicht ständige Mitgliedschaft im mächtigsten UN-Gremium. Eine so ungewohnt scharfe Russland-Kritik des slowakischen Staatsoberhaupts steht im Kontrast dazu, dass die derzeitige politische Führung der Slowakei innerhalb der Europäischen Union oft als prorussisch kritisiert wird.
Der linkspopulistische Ministerpräsident Robert Fico hat wiederholt EU-Sanktionen gegen Russland kritisiert, weil sie seinem von russischen Energielieferungen abhängigen Land mehr schaden würden als Russland selbst. Der Sozialdemokrat Pellegrini vertrat zwar in Details eine eher ukrainefreundlichere Linie als Fico, war sich aber mit diesem stets einig, dass der Ukraine-Krieg auf dem Weg von Verhandlungen mit Russland zu beenden sei.
Rubio: Mögliche Ausweitung des Ukraine-Kriegs besorgt USA
Den USA bereitet nach Angaben von Außenminister Marco Rubio eine mögliche Ausweitung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf weitere Länder Sorgen. Als möglichen Auslöser für so ein Szenario zählte er am Rande der UN-Generaldebatte in New York unter anderem hybride Angriffe oder Sabotageattacken auf. "Diese Dinge geben Anlass zur Sorge. Wir sprechen das in zahlreichen Treffen mit verschiedenen Ländern an", betonte Rubio. Kurz zuvor hatte er sich in New York mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen.
Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, um die öffentliche Meinung etwa vor Wahlen zu beeinflussen.
Rubio war von einer Reporterin explizit auch auf den mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle angesprochen worden. In seiner allgemein gehaltenen Antwort ging er aber nicht auf den konkreten Fall ein.
Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich.
Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht von Russland erneut mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Nach Auslösen des Luftalarms waren in der Stadt mehrere schwere Explosionen zu hören. Militärnahe Telegramkanäle zählten mindestens 14 Raketen in den ersten drei Angriffswellen.
Örtliche Medien berichteten von Bränden. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, Rettungskräfte seien in mehrere Stadtteile gerufen worden. Ein genaues Bild der Schäden lag zunächst nicht vor, Angaben zu Opfern gab es zunächst nicht.
Mittwoch, 23. September