Ukraine-News: Irland will weiter Aluminium nach Russland liefern
Newsblog zum Krieg in der Ukraine EU-Land: Arbeiten weiter mit Putin-Firma Aktualisiert am 28.07.2026 - 16:43 UhrLesedauer: 7 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Eine russische Raffinerie steht nach einem Angriff still. Irland will weiter mit einem russischen Unternehmen arbeiten. Alle Entwicklungen im Newsblog. Montag, 27. Juli Irland will weiter Aluminium an Russland liefern Der irische Regierungschef Micheál Martin lehnt weiter ab, dass die Aluminium-Raffinerie des russischen Staatsunternehmens Rusal im Norden Irlands unter EU-Sanktionen fällt. Aluminium stehe bisher nicht auf der Sanktionsliste, sagte er bei einem Besuch von Kanzler Friedrich Merz in Dublin. Die Raffinerie beliefere auch Fabriken in der EU wie etwa im französischen Dünkirchen. Merz erklärte, man werde über das russische Werk reden, aber nicht öffentlich. "Hier gilt es auch, die eigenen europäischen und nationalen Interessen zu wahren", mahnte er. Der Frage, warum im niedersächsischen Lingen die Produktion russischer Brennelemente erlaubt werde, wich Merz aus. Die EU hatte kürzlich ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Etliche EU-Staaten verhindern aber, dass Wirtschaftsbereiche unter die Sanktionen fallen, die für sie wichtig sind. Insider: Raffinerie in Westsibirien steht nach Angriff still Die russische Raffinerie Tjumen im Westen Sibiriens hat Insidern zufolge die Ölverarbeitung am vergangenen Samstag nach einem ukrainischen Drohnenangriff eingestellt. Eine Anlage zur Diesel-Entschwefelung und eine zur Benzinproduktion hätten Feuer gefangen. Die Insider lehnen es ab, sich dazu zu äußern, wann die Raffinerie den Betrieb wieder aufnehmen könnte. Der Betreiber war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Lokalbehörden hatten am Samstag lediglich mitgeteilt, dass ein ukrainischer Drohnenangriff ein Feuer in der Raffinerie ausgelöst habe. Die Anlage liegt mehr als 2.000 Kilometer von der Ukraine entfernt. In ihr werden Branchenschätzungen zufolge jährlich rund sechs Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet und etwa eine halbe Million Tonnen Benzin und 2,8 Millionen Tonnen Diesel hergestellt. Die Ukraine nimmt seit geraumer Zeit verstärkt die russische Ölinfrastruktur ins Visier, was in einigen Gebieten Russlands zu akuten Treibstoffengpässen geführt hat. Viele Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Busse Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse sind nach russischen Angaben insgesamt 24 Menschen verletzt worden. In der Grenzstadt Schebekino sei eine Drohne in einen Linienbus eingeschlagen, teilte der amtierende Gouverneur der westrussischen Region Belgorod, Alexander Schuwajew, mit. 19 Menschen seien verletzt worden, 6 davon schwer. Eine zweite Attacke wird aus den von russischen Truppen besetzten Gebieten in der Ukraine gemeldet. In der Stadt Horliwka unweit von Donezk habe eine ukrainische Drohne fünf Personen verletzt, als sie in einen Bus eingeschlagen sei, teilte Horliwkas Bürgermeister Iwan Prichodjko mit. Wegen ukrainischer Drohnen: Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein Finnland schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in das Gebiet eindringen, sagte ein finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußert er sich nicht. Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine dagegen vor, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern. Selenskyj in den USA eingetroffen: Treffen mit Trump geplant Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mittlerweile in den USA eingetroffen. Er teilte dies über den Kurznachrichtendienst X mit. Mit Blick auf sein geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump erklärte er, oberste Priorität hätten die Raketenabwehr und die strategische Kooperation mit den USA. Die Ukraine benötigt zur Abwehr des russischen Angriffskriegs dringend mehr Unterstützung bei der Flugabwehr. Ukraine könnte schon im Herbst ballistische Raketen einsetzen Die Ukraine könnte Moskau womöglich bereits im Herbst mit ballistischen Raketen angreifen. Denys Schtilerman, Inhaber und Chefkonstrukteur des Rüstungsunternehmens Fire Point, erklärte im Gespräch mit dem Journalisten Dmitry Gordon, entsprechende Raketen befänden sich in der Endphase der Tests. Danach werde das Militär ab Herbst mit dem Einsatz gegen wichtige Moskauer Ziele beginnen. Bürgermeister: Moskau über Nacht mit mehr als 390 Drohnen angegriffen Die russische Hauptstadt Moskau ist nach Angaben des Bürgermeisters Sergej Sobjanin mit mehr als 390 Drohnen angegriffen worden. Die Drohnen hätten Moskau zwischen Montagabend und Dienstagmorgen angeflogen und seien größtenteils von der Luftabwehr "lange vor Erreichen der Stadt neutralisiert" worden, erklärte Sobjanin im Onlinedienst Telegram. 81 "feindliche" Drohnen seien zerstört worden, als sie sich Moskau näherten, fügte er hinzu. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, meldete ebenfalls Drohnenangriffe. Dabei seien Wohnhäuser in der Stadt Tschechow und dem Dorf Waulowo beschädigt worden. Die Angriffe auf Moskau erfolgten wenige Stunden vor einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington. Dort empfängt US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Staatschef im Weißen Haus. Russischer Doppelmörder kämpft in der Ukraine Ein wegen eines besonders grausamen Doppelmordes verurteilter Russe ist offenbar an die Front in der Ukraine geschickt worden. Kirill Tscheplygin aus Atschinsk in der Region Krasnojarsk habe am 9. Juni einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterzeichnet, sagte die Mutter seiner getöteten Ex-Frau, das russische Exilmedium "Meduza" berichtet. Im Dezember 2025 war der 35-Jährige zu 19 Jahren und zwei Monaten Haft in einer Strafkolonie mit verschärften Bedingungen verurteilt worden. Loading... Loading... Loading... Tscheplygin hatte seine Ex-Frau Jekaterina und deren neuen Partner im Februar 2025 zunächst in einem Treppenhaus und anschließend auf der Straße mit einem Messer getötet. Die Mutter der Frau musste die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einem Fenster aus mitansehen. Schon während der Ermittlungen soll Tscheplygin darum gebeten haben, an die Front geschickt zu werden, um einer Haftstrafe zu entgehen.