Ukraine News: Kälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor
Krieg in der UkraineKälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor
26. Oktober 2026, 16:10 Uhr|
Die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind nach Ansicht von UN-Fachleuten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
14:15 Uhr
Russland: Tote und Verletzte nach Angriff – Drohnentrümmer treffen Zug
14:11 Uhr
Kälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor
13:15 Uhr
Selenskij: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift
18:55 Uhr
Berichte: Ukraine greift russische Raketenfabrik an
10:32 Uhr
Selenskij beklagt Tod und Zerstörung vor Verhandlungen
Kälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor
Die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind nach Ansicht von UN-Fachleuten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu diesem Schluss kommt die Ukraine-Untersuchungskommission des Menschenrechtsrats zu Beginn der kalten Jahreszeit im Kriegsgebiet.
In einem Bericht für die UN-Generalversammlung in New York spricht die Kommission von jahrelangen systematischen Angriffen auf Heizkraftwerke, Leitungen, Gasanlagen und andere Einrichtungen. Im vergangenen Winter hätten Tausende Haushalte ohne Heizung auskommen müssen, Millionen Menschen seien von Stromausfällen betroffen gewesen. Aus Sicht der UN-Kommission hat die Kälte negative Folgen für die physische und psychische Gesundheit der ukrainischen Bevölkerung. Die unabhängigen Menschenrechtsfachleute des Gremiums wiesen darauf hin, dass russische Angriffe mit dem Einsetzen der neuen Kälteperiode wieder zugenommen hätten.
Die Kommission warf Moskau im Zusammenhang mit der Rekrutierung ausländischer Kämpfer auch Menschenhandel vor. Es lägen überzeugende Beweise vor, dass Männer aus 29 Staaten unter Vortäuschung ziviler Arbeitsangebote angelockt worden seien, hieß es in dem Bericht. Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im September ähnliche Vorwürfe erhoben.
Viele Rekruten seien getötet worden oder würden vermisst, hieß es von der UN-Kommission, die keine Angaben zur Zahl der Betroffenen machte. Nach ukrainischen Angaben haben seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 mehr als 28 000 Ausländer aus mehr als 130 Staaten einen Vertrag mit den russischen Streitkräften abgeschlossen.
Russland: Tote und Verletzte nach Angriff – Drohnentrümmer treffen Zug
Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben russischer Behörden im Gebiet Woronesch mindestens drei Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Zudem sei auch ein Zug getroffen worden. Insgesamt gebe es 39 Verletzte, die meisten in dem Zug, teilte Gouverneur Alexander Gussew auf Telegram mit. Zuvor war von zwei Toten und 17 Verletzten die Rede gewesen. In Woronesch selbst und in der Region seien insgesamt 113 Drohnen abgeschossen worden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht unmittelbar überprüfbar.
Der Zug sei in einem Vorort von Woronesch unterwegs gewesen, als Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf ihn gefallen seien, sagte Gussew. Beschädigt worden sei ein Waggon des Zugs Nummer 11 auf dem Weg von Anapa am Schwarzen Meer nach Moskau, teilte die russische Eisenbahngesellschaft RZD mit. Wegen der Angriffe sei der Zugverkehr in der Region vorübergehend eingestellt worden. Russische Medien berichteten, in dem Zug seien Fußballer des Vereins Lokomotive Moskau gewesen, die von einem Auswärtsspiel zurückkehrten.
Nach Darstellung von Gouverneur Gussew geriet bei den Angriffen in Woronesch auch ein Geschäftszentrum in Brand. Schäden gebe es unter anderem auch an Industrieanlagen, einem Wohnhaus und einer Schulsport-Anlage. Fast in allen Teilen der Stadt gebe es Schäden an Fassaden und Fenstern. Aus der Ukraine gab es bisher keine Angaben zu dem Angriff.
In der Ukraine wiederum wurden bei russischen Angriffen in der Nacht mindestens sechs Menschen in der südöstlichen Stadt Saporischschja und zwei Menschen in der nördlichen Region Tschernihiw verletzt, wie die ukrainischen Behörden auf Telegram mitteilten.
Das russische Verteidigungsministerium teilte auf Telegram mit, die Armee habe ein Kraftwerk in der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw im Nordosten, ein Lagerhaus in der umliegenden Region sowie ein weiteres Kraftwerk in der westlichen Region Chmelnyzkyj getroffen. Zudem hätten russische Streitkräfte ein Frachtschiff auf dem Weg zum ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Das Schiff habe Militärgüter für die ukrainische Armee transportiert. Auch sei die Infrastruktur im Hafen von Tschornomorsk attackiert worden.
Selenskij: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat erneut Verzögerungen bei der Lieferung von Abwehrraketen beklagt und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisiert. „Insbesondere warten wir seit fast einem Monat auf die Unterschrift von Herrn Hegseth bezüglich der Raketen für Patriots und Nasams“, schrieb Selenskij in den sozialen Medien. Er habe angeordnet, noch einmal mit der US-Seite zu sprechen.
US-Systeme vom Typ Patriot gelten als besonders wirksam bei der Abwehr ballistischer Raketen, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt. Die Ukraine arbeite mit den USA, Europa und anderen Partnern zusammen, die über Bestände entsprechender Raketen verfügten, schrieb Selenskij. Außerdem kündigte er Vorbereitungen für ein Ramstein-Treffen im November an. Zuvor hatte bereits der Kiewer Verteidigungsminister Jewhenij Chmara angekündigt, dass die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten bei einer neuen Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe über weitere militärische Hilfe sprechen wollen.
Russland: Ukrainischer Drohnenangriff auf Moskauer Luftabwehr vereitelt
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein wichtiges Element der Moskauer Luftabwehr und eine Stromanlage vereitelt. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden, teilte der FSB mit. Die Männer stammten aus der Region Südkaukasus und hätten im Auftrag des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU gehandelt. Sie sollen sogenannte FPV-Drohnen (First Person View) und Sprengstoff beschafft und in die Region Moskau gebracht haben. Die Drohnen hätten von der Ukraine aus ferngesteuert werden sollen. FPV-Drohnen sind per Videobrille gesteuerte Drohnen, die im Ukraine-Krieg häufig als bewaffnete Kamikaze-Drohnen verwendet werden.
Einer der Männer sei von einem SBU-Mitarbeiter gegen das Versprechen einer Geldzahlung angeworben worden, erklärte der FSB weiter. Er habe daraufhin einen Bekannten aus seinem Umfeld für das Vorhaben gewonnen. Die Festnahme sei erfolgt, als die Verdächtigen den Anschlag vorbereiteten.
Eine Stellungnahme des SBU oder der ukrainischen Regierung liegt nicht vor. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt verstärkt. Russland hat seinerseits die Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung und andere Infrastrukturziele intensiviert.
Selenskij: US-Warnungen vor russischen Raketenangriffen wiederhergestellt
Nach jüngsten Problemen werden die US-Warnungen vor bevorstehenden russischen Angriffen mit ballistischen Raketen laut Präsident Wolodimir Selenskij wieder in vollem Umfang übermittelt. Die Warnungen sind für die ukrainische Luftverteidigung entscheidend. Dem ukrainischen Fernsehsender TSN erklärt Selenskij, das Satelliten-Internet Starshield von SpaceX funktioniere seit dem frühen Morgen wieder auch bei einem Tempo von bis zu 420 Kilometern pro Stunde. Die Verbindung war vor einigen Tagen eingeschränkt worden.
Berichte: Ukraine greift russische Raketenfabrik an
Das ukrainische Militär hat offenbar eine Fabrik zur Herstellung von Komponenten für Iskander-Raketen in Russland angegriffen. Nach Angaben des Internetportals Exilenova wurde die Fabrik Energija in Jelez im Bezirk Lipezk von Storm-Shadow-Marschflugkörpern getroffen. Das Portal berichtete von „umfangreichen Zerstörungen“ an einem der Produktionsgebäude. Auf einem Video wird eine Explosion an einem nicht erkennbaren Ort gezeigt.
Von russischer Seite gab es zu dem Angriff auf das Werk keine Angaben. Jedoch berichteten die Staatsagenturen Tass und Interfax von ukrainischen Angriffen auf die Region Lipezk.
Während bei Tass lediglich einige Schäden an Autos und Gebäuden durch herabfallende Raketentrümmer erwähnt wurden, berichtete Interfax unter Berufung auf Gouverneur Igor Artamanow von mindestens einem Toten und sechs Verletzten nach einem Angriff auf die Industriezone in Jelez.
Iskander ist ein russisches Waffensystem, das sowohl ballistische Kurzstreckenraketen als auch Marschflugkörper abfeuern kann.
Russland: Angriffe auf Frachtschiffe
Russische Drohnen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Ein Schiff sei in der Nacht auf dem Weg zum Hafen von Tschornomorsk getroffen worden, ein weiteres tagsüber auf dem Weg nach Odessa. Die Schiffe seien zur Versorgung der ukrainischen Armee genutzt worden, erklärte das Ministerium.
Zudem griffen demnach russische Streitkräfte in der Nacht in der ukrainischen Stadt Charkiw mehrere Logistikzentren an. Dort seien zivil und militärisch nutzbare Güter für das ukrainische Militär gelagert und verteilt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Newsdesk
Russland: Können so viel Diesel liefern wie die USA wünschen
Russland ist nach den Worten des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Alexander Nowak bereit, den USA jede beliebige Menge an Diesel zu liefern. „So viel, wie unsere Partner wünschen ... von dem Gesamtvolumen, das wir exportieren werden. Wir können alles liefern“, sagte Nowak im staatlichen Fernsehsender Westi am Sonntag. Bereits am Freitag hatte der Politiker erklärt, drei Tanker mit russischem Diesel seien auf dem Weg nach Nordamerika. Es handelt sich um die erste Lieferung dieser Art seit dem von der damaligen Regierung unter US-Präsident Joe Biden 2022 wegen des Ukraine-Kriegs verhängten Importverbot für russisches Öl und Ölprodukte. Sie ist Teil einer Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Russland hatte zugestimmt, ein selbst auferlegtes Exportverbot für Diesel wegen Knappheiten infolge ukrainischer Angriffe aufzuheben, um den Kraftstoff wieder an die Weltmärkte zu liefern. Trump hatte am 9. Oktober angekündigt, dass Russland zunächst 300 000 Tonnen oder 2,25 Millionen Barrel exportieren werde. Darauf sollen 500 000 Tonnen im November und eine Million Tonnen „unmittelbar danach“ folgen. Der US-Präsident hofft, mit mehreren Maßnahmen die Dieselpreise vor den US-Zwischenwahlen am 3. November zu senken.
Slowakei will enger mit Russland zusammenarbeiten
Nach fünf Jahren kriegsbedingter Pause streben Russland und die Slowakei wieder eine engere Zusammenarbeit an. Am Montag wird dazu eine Delegation aus Bratislava in Moskau erwartet. Der EU-Staat wolle „konstruktive und pragmatische Beziehungen“ mit Russland, wie der slowakische Außenminister Juraj Blanár laut örtlichen Medien betonte.
Das letzte Treffen der „Zwischenstaatlichen Kommission für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit“ fand im Jahr 2021 statt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurde das Forum, bei dem sich Experten und Regierungsvertreter der beiden Länder koordinieren, vorübergehend auf Eis gelegt.
Bei den neuerlichen Gesprächen am Montag soll es vor allem um das Thema Energie gehen, konkret um die Versorgung mit russischem Öl und Gas sowie um Kernbrennstoffe. Auch Landwirtschaft, Tourismus, die kulturellen Beziehungen und der Umgang mit sanktionierten russischen Sportlern stehen auf der Agenda.
Schon länger sorgt die Beziehung zwischen Bratislava und Moskau für Verstimmung unter Diplomaten und in Teilen der slowakischen Gesellschaft. Ministerpräsident Robert Fico von der Partei Smer-SD verfolgt nach eigenen Angaben eine „Politik der vier Himmelsrichtungen“. Kritiker hingegen wollen in Rhetorik und Vorgehen von Ficos Dreierkoalition eine klare prorussische Haltung erkennen.
Laut der slowakischen Opposition dient das Treffen auch der Aufstockung des russischen Diplomatenkorps in Bratislava, das derzeit auf 15 beschränkt ist. Im Raum stehen außerdem eine engere Militärkooperation und der Austausch von Militärattachés.
Anfang November wollen slowakische Regierungsvertreter auch zu einem zwischenstaatlichen Treffen mit der ukrainischen Regierung nach Lwiw reisen, wie Fico bekanntgab. Die Beziehung der beiden Nachbarn ist nicht zuletzt aufgrund mehrerer Besuche des Linkspopulisten in Moskau über die vergangenen Jahre angespannt.
Selenskij beklagt Tod und Zerstörung vor Verhandlungen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat vor möglichen neuen Verhandlungen mit dem Kreml unter US-Vermittlung den russischen Streitkräften die gezielte Tötung von Zivilisten vorgeworfen. In der Region Dnipropetrowsk seien vier Menschen getötet worden. „Weitere 22 Menschen wurden verletzt, darunter ein elfjähriges Mädchen“, teilte Selenskij auf Telegram mit. In Winnyzja habe eine Drohne ein Hochhaus getroffen. Es gebe sechs Verletzte. Insgesamt verzeichneten neun Regionen demnach Schäden.
In der Nacht seien Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren attackiert worden. „In Charkiw griffen die Russen zunächst einen Baumarkt an und führten anschließend einen zynischen Folgeangriff auf die Rettungskräfte durch“, sagte Selenskij. Laut Behörden wurden drei Einsatzkräfte verletzt.
Russland habe allein in dieser Woche etwa 1600 Gleitbomben, 48 Marschflugkörper und ballistische Raketen sowie fast 2300 Drohnen eingesetzt. „So reagiert Russland auf Diplomatie und die Aufhebung der Isolation“, sagte Selenskij. Er betonte, es sei „sehr wichtig, dass parallel zu den Verhandlungen die Unterstützung für die Verteidiger des Lebens nicht nachlässt“. So müssten die von den Europäern bereits genehmigten Lieferungen von Abwehrraketen erfolgen.
Russland meldete ebenfalls erneut Tote, Verletzte und Zerstörung nach Kiews Gegenangriffen. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod seien zwei Menschen getötet worden, sagte Gouverneur Alexander Schuwajew. Es habe auch 14 Verletzte gegeben. Es gebe Schäden an mehr als 30 Wohngebäuden und weiterer ziviler Infrastruktur. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, die Flugabwehr habe in der Nacht 532 Drohnen in verschiedenen Regionen abgeschossen.
Der Kreml bestätigte indes Pläne für neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter US-Vermittlung im November. Ein genaues Datum nannte der außenpolitische Berater Juri Uschakow in einem Interview des russischen Staatsfernsehens aber nicht. Allerdings gab er an, einen Dialog auch mit den Europäern bei den Ukraine-Verhandlungen zu befürworten. „Es reicht nicht, nur mit Kiew zu sprechen, man muss mit ganz Europa reden, das Kiew komplett unterstützt – und womöglich nimmt die Haltung Europas hier eine solche Schlüsselposition ein.“
Musk: Ukraine hat Starlink für Offensivangriffe genutzt
US-Tech-Milliardär Elon Musk wirft dem ukrainischen Militär vor, das Satelliteninternet Starlink für offensive Drohnenangriffe eingesetzt zu haben, um Menschen zu töten. Der Space-X-Gründer Musk schrieb auf der Plattform X: Das Militär habe gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen und den Dienst für Angriffe eingesetzt, bei denen Menschen getötet werden sollten. Konkrete Belege oder Fälle und Zeiträume nannte er nicht. Musk teilte mit, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.
Das Satelliteninternet Starlink gehört zum Raumfahrtkonzern Space-X. Es werde als kommerzieller Dienst nur für zivile und für Verteidigungszwecke, aber nicht für militärische Offensiven genutzt, merkt Must an. Starshield werde als militärische Ableger laut Musk von der US-Regierung kontrolliert. Das Satelliteninternet setzt die ukrainische Armee bei ihrer Luftverteidigung gegen den russischen Angriffskrieg ein. Es spielt für das Militär beim Einsatz von Drohnen, für Logistik und Kommunikation eine wichtige Rolle.
In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine beklagt, dass das US-Satelliteninternet gedrosselt worden sei. Es ist unklar, wer für die Drosselung des Systems verantwortlich war. Am Samstag hieß es vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij, dass die Starlink/Starshield-Verbindung wieder hergestellt sei. US-Tech-Milliardär Musk betonte in seinem Post, dass Starlink nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine sei. „Würde Starlink abgeschaltet, würde die ukrainische Frontlinie sofort zusammenbrechen.“ Das sei „KEINE Drohung", schrieb er, sondern "schlicht eine Feststellung".
Russland und Ukraine melden gegenseitige Angriffe
Auch diesen Samstagmorgen haben die Ukraine und Russland jeweils Angriffe gemeldet. So haben die russischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ihre Angriffe auf die ukrainische Hafeninfrastruktur in der Nacht fortgesetzt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, Drohnen hätten den Schwarzmeerhafen Tschornomorsk und ein Frachtschiff mit Ziel Odessa angegriffen.
Die ukrainischen Streitkräfte wiederum haben in der Nacht eine petrochemische Anlage in der russischen Stadt Toljatti in der Oblast Samara etwa 800 Kilometer östlich von Moskau angegriffen. Der Angriff habe eine Explosion und ein Feuer ausgelöst, teilt der ukrainische Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auch der Bürgermeister von Toljatti gab über Telegram bekannt, dass seine Stadt mit Drohnen angegriffen wurde.
Ukraine meldet Verbesserungen bei Starlink-Verbindungen
In der Ukraine funktioniert nach tagelangen Klagen der Führung in Kiew das für die Flugabwehr wichtige US-Satelliteninternet Starlink laut Verteidigungsministerium wieder. Die Überwachungssysteme verzeichnen eine Wiederherstellung der Starlink/Starshield-Geschwindigkeit, teilte Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mit. „Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil“, sagte er der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge.
Starshield ist ein besonders Produkt des US-Unternehmens Space-X, das auf der Starlink-Technologie basiert, aber für staatliche und militärische Anwendungen ausgelegt ist. SpaceX-Gründer Elon Musk hatte erklärt, dass die US-Regierung über den Einsatz von Starshield entscheide und Starlink selbst nicht für militärische Offensiven, sondern nur für die Verteidigung genutzt werden dürfe. Seit Tagen gibt es Unklarheit darüber, wer genau für die Drosselung des Systems verantwortlich war. Berichten zufolge soll Musk die Drosselung forciert haben, wohl um Druck auf die Ukraine in US-Friedensverhandlungen mit Russland auszuüben.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte erst am Vorabend wieder beklagt, dass das System noch immer nicht vollkommen funktioniere. Sein Verteidigungsminister sagte zur Wiederinbetriebnahme, die Funktion von Starlink sei für die Front, für das Militär, den Einsatz von Drohnen, die Logistik und die Kommunikation von Bedeutung. „Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie der direkte Dialog und die entschlossene Haltung des ukrainischen Präsidenten auf höchster Ebene Ergebnisse bringen“, sagte Chmara.
Ukraine und Russland stimmen Feuerpause für Oleschky zu – Weißes Haus: Melania Trump hat vermittelt
Die Ukraine und Russland haben einer lokalen Feuerpause für die von russischen Truppen besetzte Stadt Oleschky zugestimmt. Beide Seiten teilten mit, die Waffenruhe solle am Dienstag (27. Oktober) ab 2 Uhr MEZ gelten. Wie lange sie dauern soll, wurde bisher nicht mitgeteilt. Nach Angaben des Weißen Hauses hat die First Lady der USA, Melania Trump, das Abkommen zwischen den beiden Ländern vermittelt. Es sei vereinbart worden, sämtliche Kampfhandlungen in Oleschky vorübergehend einzustellen. Dies solle es ermöglichen, humanitäre Hilfsgüter zu verteilen und Zivilisten über einen dafür vorgesehenen sicheren Korridor in Sicherheit zu bringen.
Der ukrainische Verhandlungsführer Dawyd Arachamija erklärte, die Vereinbarung sei das Ergebnis eines langen Prozesses, an dem neben Melania Trump auch Papst Leo beteiligt gewesen sei. Der Kreml bestätigte die Vereinbarung und teilte mit, das russische und ukrainische Militär arbeiteten daran, die Termine für die Umsetzung festzulegen. Das russische Präsidialamt hatte bereits Anfang der Woche erklärt, dass an einer Verbesserung der Lage gearbeitet werde. Sprecher Dmitrij Peskow sagte, alle Zivilisten, die Oleschky verlassen wollten, dürften dies tun. Die Evakuierung werde voraussichtlich mehrere Tage dauern.
„Die Lage in Oleschky ist katastrophal“, erklärte Melania Trump in einer Mitteilung. Die Stadt an der Front stehe vor dem Kollaps. Die verbliebene Bevölkerung bestehe vor allem aus älteren Menschen, die dringend medizinische Hilfe, Medikamente, Lebensmittel und sauberes Trinkwasser benötigten. Die Feuerpause soll es unbewaffneten Teams beider Länder ermöglichen, die Bewohner in ihren Häusern aufzusuchen und den Transport für diejenigen zu koordinieren, die die Stadt verlassen wollten.
Der Kiewer Generalstab kündigte in sozialen Medien an, die ukrainischen Streitkräfte würden alles tun, um den Einwohnern Oleschkys zu helfen und die Sicherheit und Rettung ihrer Mitbürger zu gewährleisten. Die Evakuierung soll von einer US-Medienorganisation dokumentiert werden. Der konservative US-Sender Newsmax berichtete, er habe für seine Kameras exklusiven Zugang erhalten, um den Einsatz zu begleiten.
Oleschky liegt gegenüber von Cherson auf der anderen Seite des Flusses Dnjepr und ist seit Februar 2022 von russischen Truppen besetzt. US-Angaben zufolge leben dort noch etwa 1700 bis 2000 Menschen, darunter rund 50 Kinder. Vor dem Krieg hatte die Stadt rund 24 000 Einwohner. Zudem waren etwa 90 Prozent des Stadtgebiets nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms überschwemmt worden.
Kiew: Starlink bleibt trotz Trumps Ankündigung gedrosselt
Entgegen der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump läuft das Starlink-Satelliteninternet in der Ukraine nach Kiewer Angaben weiter gedrosselt. Es gebe noch immer Geschwindigkeitsbeschränkungen, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij in einer Videokonferenz mit dem Thinktank Hudson Institute. Er sprach dabei von Starlink und Starshield. Letzteres ist ein gesondertes Produkt von Space-X, das auf der Starlink-Technologie basiert, aber für staatliche und militärische Anwendungen ausgelegt ist. Außerdem beklagte Selenskij, dass die Lieferung von Abfangraketen gegen russische ballistische Raketen weiterhin verspätet sei. „Das ist ein echtes Problem, weil die Russen uns fast jeden einzelnen Tag angreifen“, sagte er.
Präsidentenberater Serhij Beskrestnow hatte sich bereits zuvor zum Satelliteninternet geäußert. Es gebe vereinzelte Fälle, dass Starlink schneller funktioniere, aber dies liege eher am Space-X-Algorithmus. „Derzeit können wir keine Aufhebung der Beschränkungen bei Starlink feststellen“, schrieb er auf Facebook.
Trump hatte am Donnerstag in Washington gesagt, der Space-X-Gründer Elon Musk habe die Drosselung aufgehoben. Am Freitag erklärte er dann vor Journalisten, dass er nicht mit Musk gesprochen habe. „Ich habe gehört, das Problem sei behoben, aber falls nicht, werde ich mit ihm sprechen“, sagte er.
Das ukrainische Militär leidet seit vergangener Woche darunter, dass Flugobjekte bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Kilometern pro Stunde ihre Verbindung zu den Starlink-Satelliten verlieren. Das trifft Drohnenflüge zur Abwehr schneller russischer Jetdrohnen wie eigene ukrainische Angriffe.
Von Musk und der US-Regierung gab es widersprüchliche Angaben, warum das Satelliteninternet Starlink langsamer läuft. Politisch setzen die USA die Ukraine derzeit unter Druck, um sie kompromissbereiter gegenüber dem Angreifer Russland zu machen.