Ukraine-News: Kiew bekommt Hilfe von OpenAI gegen russische Cyberattacken
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Kiew bekommt US-Hilfe gegen russische Cyberattacken
Die KI-Firma OpenAi unterstützt künftig Kiew. Experten warnen vor einem umfassenden Wirtschaftskrieg gegen die Ukraine. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Mittwoch, 23. September
Russland will Angriffe auf die Ukraine nicht unterbrechen
Russland will seine Angriffe auf die Ukraine vorerst nicht einstellen. "Wir werden in unserer speziellen Militäroperation keine Pause einlegen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Er nutzte dabei den Begriff, mit dem Russland seinen Angriffskrieg umschreibt.
US-Präsident Donald Trump hatte Russland und die Ukraine kürzlich aufgerufen, wenigstens die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen zu beenden. Auf diese Forderung ging Lawrow jedoch nicht ein. Stattdessen warf er den Europäern vor, sie würden eine Unterbrechung der Kämpfe nutzen wollen, um "das Kiewer Regime mit Waffen vollzupumpen".
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich zuvor bereiterklärt, die Angriffe auf Russlands Energieinfrastruktur zu beenden – vorausgesetzt, Moskau stelle seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen ebenfalls ein. Vor seinem Auftritt im UN-Sicherheitsrat war Lawrow mit US-Außenminister Marco Rubio zusammengekommen. Rubio teilte danach mit, dass die USA den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Miami im Dezember eingeladen haben.
Kiew bekommt US-Hilfe gegen russische Cyberattacken
Das US-Unternehmen OpenAI gewährt der Ukraine Zugang zu seinen besonders leistungsfähigen KI-Anwendungen für Cybersicherheit. Die Regierung in Kiew werde in das bislang nur eingeschränkt zugängliche Programm "Daybreak" (Tagesanbruch) aufgenommen, teilte das Unternehmen mit. Die Technologie soll dabei helfen, Schwachstellen in Computersystemen aufzuspüren und zu beheben und so insbesondere die zivile Infrastruktur besser gegen Cyberangriffe zu schützen.
Die Ukraine ist nach Angaben von OpenAI anhaltenden Cyberangriffen aus Russland ausgesetzt. Im vergangenen Jahr registrierte die zuständige ukrainische Behörde demnach fast 6.000 Vorfälle, darunter Angriffe auf Computersysteme von Krankenhäusern sowie auf den Energie- und Telekommunikationssektor. OpenAI hat nach eigenen Angaben bereits der EU-Agentur für Cybersicherheit Enisa sowie mehreren Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Polen, spezielle KI-Modellen für IT-Sicherheit zur Verfügung gestellt.
Die Ankündigung des Technologiekonzerns erfolgte am Rande der UN-Generalversammlung in New York, wo der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch eine Rede halten sollte. Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre militärischen Angriffe auf die Infrastruktur der jeweils anderen Seite verstärkt.
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Russische Gleitbomben töten mindestens vier Menschen
Bei russischen Bombenangriffen sind im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet worden. Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin bei Telegram wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden.
Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Gleitbomben sind Bomben, die mit Flügelkonstruktionen ausgestattet sind. Sie werden von russischen Kampfjets aus großer Entfernung und Höhe abgeworfen. So können sie ungefährdet von der ukrainischen Flugabwehr ins Ziel gleiten.
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Branchen zerstört: Ökonom warnt vor "Wirtschaftskrieg"
Russland nimmt nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten zunehmend zentrale Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier. "Russland hat begonnen, alle für die Ukraine relevanten Branchen systematisch zu zerstören", sagte Robert Kirchner von Berlin Economics dem "SPIEGEL". Es entwickle sich ein umfassender Wirtschaftskrieg, der über Angriffe auf einzelne Häfen, Kraftwerke oder Lager hinausgehe.
Die wirtschaftliche Lage der Ukraine verschärft sich demnach. Experten rechnen nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, das laut Kirchner vor allem von der starken Militärproduktion getragen werde. Besonders betroffen ist die Stahlindustrie: Das Werk Zaporizhstal wurde seit Mitte August mehrfach angegriffen, im August lag die ukrainische Stahlproduktion mehr als 57 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Mehrere Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine sind mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew kam Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge ein Mensch ums Leben. Der Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, schrieb Klitschko bei Telegram. Zuvor sprach er von mindestens acht Verletzten infolge russischer Angriffe. Es gab demnach Schäden in mehreren Stadtteilen. Unter anderem habe es einen Drohneneinschlag in einer Tankstelle gegeben.