Ukraine-News: Kiew beziffert jährliche Kriegskosten auf 136 Milliarden Euro
Ukraine-News
Ukraine beziffert jährliche Kriegskosten auf 136 Milliarden Euro
von MDR AKTUELL
Stand: 30.09.2026 21:14 Uhr
Kiew: Russland startet neue Offensive gegen Energieinfrastruktur
Ukraine beziffert Kriegsausgaben
Drei Tote bei Angriffen auf Kiew
Nato verurteilt russische Atomwaffen-Rhetorik
Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
Verletze in Sumy nach russischem Drohnenangriff
Bei einem russischen Angriff auf die nordostukrainische Stadt Sumy sind nach Angaben der örtlichen Behörden sechs Menschen verletzt worden. Das berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Katastrophenschutzdienst in der Region Sumy. Der amtierende Bürgermeister Artem Kobzar erklärte auf Telegram, Russland habe die Gemeinde mit sechs gelenkten Gleitbomben angegriffen.
Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes wurden zudem Ein- und Mehrfamilienhäuser beschädigt. Das Dach eines Wohnhauses sei in Brand geraten. Später seien die Brände gelöscht worden. (Quelle: Ukrinform)
Energieunternehmen: Stromabschaltungen nach russischen Angriffen auf Kiew
Infolge nächtlicher russischer Angriffe auf die Ukraine ist in Teilen von Kiew die Stromversorgung unterbrochen worden. Das private Energieunternehmen DTEK teilte auf Telegram mit, dass in der ukrainischen Hauptstadt auf Anordnung des Stromnetzbetreibers Ukrenergo "Notabschaltungen" vorgenommen worden seien. Angaben zum Ausmaß wurden zunächst nicht gemacht. (Quelle: AFP)
Menschenrechtler: Russland zwingt Menschen aus Peru ins Söldnerheer
Im Angriffskrieg gegen die Ukraine sollen unter Russlands ausländischen Söldnern auch Hunderte Peruaner kämpfen. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Demnach werden Staatsbürger des südamerikanischen Landes mit falschen Jobangeboten nach Russland gelockt und dort zum Beitritt zu den Streitkräften gedrängt oder gezwungen, wie die Menschenrechtler im direkten Austausch mit den Angehörigen erfahren haben.
Perus Regierung beziffert demnach die aktuelle Zahl auf mehr als 459 Staatsbürger. Mindestens elf davon seien gestorben, 114 vermisst und drei von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden. (Quelle: KNA)
Ukraine: Massive russische Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung sind in der Nacht zum Mittwoch nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen landesweit ums Leben gekommen. Die Energieinfrastruktur von Kiew und der umliegenden Region sei das Hauptziel der Attacken mit fast 190 Drohnen und ballistischen Raketen gewesen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Russland habe auch in den Regionen Schytomyr, Mykolajiw, Kirowohrad und Riwne kritische Infrastruktur angegriffen.
Nach Angaben Kiews handelte es sich um den Auftakt einer russischen Offensive zur Lahmlegung der Strom- und Wärmeversorgung vor dem Winter. Diese Taktik hatte Moskau bereits in den vergangenen Jahren angewandt. "Ein kombinierter Angriff dieses Ausmaßes hat seit dem Ende der vergangenen Heizperiode nicht mehr stattgefunden", erklärte Ministerpräsident Serhij Korezkyj. (Quellen: AFP, Reuters)
Estlands Geheimdienst: Russland nimmt Rüstungsfirmen ins Visier
Russland nimmt nach Angaben des estnischen Geheimdienstes bei seinen Angriffs- oder Sabotageversuchen vermehrt Rüstungsfirmen ins Visier. "Russlands Vorgehen in Europa ist eindeutig systematisch", sagte Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson im estnischen Fernsehen. Anders als früher liege der Schwerpunkt nun nicht mehr auf symbolträchtigen Objekten, sondern auf Unternehmen der Rüstungsindustrie. Damit solle Militärhilfe für die Ukraine verhindert werden, sagte der Leiter des Inlandsgeheimdiensts des an Russland grenzenden baltischen EU- und Nato-Landes. (Quelle: dpa)
Ukraine gibt mehr als 136 Milliarden Euro für Krieg aus
Die Kriegskosten der Ukraine belaufen sich nach Regierungsangaben in diesem Jahr auf insgesamt 155 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 136 Milliarden Euro. Das hat Ministerpräsident Serhij Korezkyj mitgeteilt. Es ist das erste Mal, dass die Ukraine eine Schätzung ihrer jährlichen Kriegskosten veröffentlicht. Wie das Online-Medium Ukrinform berichtet, beinhaltet die Summe sowohl Haushaltsmittel als auch die Unterstützung durch Partner in Form von Material und Ausrüstung. Vergleichbare Zahlen für 2025 gibt es nicht.
Korezkyj nannte zudem eine bestehende Finanzierungslücke von 27 Milliarden Dollar. Sieben Milliarden Dollar davon will die Regierung durch strikte Sparmaßnahmen im Haushalt und Mittelumschichtungen decken. Über die verbleibenden 20 Milliarden Dollar verhandele die Ukraine mit Partnern. (Quellen: Reuters, Ukrinform)
Update: Mindestens drei Tote bei Angriffen auf Kiew
Bei russischen Angriffen in Kiew sind nach ukrainischen Angaben in der Nacht mindestens drei Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Wie die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram mitteilte, wurden zudem sieben Menschen verletzt. Die Feuerwehr rückte aus, um Brände in Wohnhäusern, Lagerhallen und Geschäftsgebäuden zu löschen. (Quelle: Reuters)
Russland kürzt Sozialleistungen
Russland plant angesichts drastisch steigender Rüstungsausgaben eine Kürzung der Sozialausgaben. Die Mittel für die Sozialpolitik, zu der unter anderem Renten, Zahlungen an Kriegsveteranen und Mutterschaftsleistungen gehören, sollen im Jahr 2027 um sieben Prozent sinken. Dies geht aus Regierungsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Die Budgets für Bildung und Gesundheit sollen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um sechs beziehungsweise 6,8 Prozent gekürzt werden. (Quelle. Reuters)
Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea angekommen
Die von der Ukraine übergebenen zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen sind nach Angaben eines südkoreanischen Abgeordneten bereits Mitte September in Südkorea angekommen. Der Parlamentarier berief sich auf Informationen des südkoreanischen Geheimdienstes. Die beiden Soldaten waren zuvor von ukrainischen Truppen in der russischen Region Kursk gefangen genommen worden.
Für Spannungen zwischen Seoul und Kiew hatte gesorgt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Übergabe bei der UN-Generalversammlung öffentlich gemacht hatte. Südkorea wirft der Ukraine vor, damit gegen eine vertrauliche Vereinbarung verstoßen zu haben, und forderte eine Erklärung und Entschuldigung. (Quelle: AFP)
Nato weist russische Drohung zur Verteidigung Kaliningrads zurück
Die Nato hat eine russische Drohung im Zusammenhang mit der Exklave Kaliningrad als "unverantwortliche Atomwaffen-Rhetorik" verurteilt. Moskau hatte dem Bündnis in einem informellen Schreiben mitgeteilt, Russland sei bereit, sein "gesamtes Arsenal" zur Verteidigung seines Territoriums einzusetzen, sollten Nato-Staaten versuchen, Kaliningrad vom übrigen Russland zu isolieren.
Die Nato erklärte, ihre Übungen und militärischen Aktivitäten stellten keine Gefahr für Russland dar. Kaliningrad grenzt an die Nato-Staaten Polen und Litauen. Russland hat dort unter anderem atomwaffenfähige Iskander-Raketen stationiert. (Quelle: AFP)
Die Ereignisse gestern – am 29. September 2026
Im Fernen Osten Russlands ist ein Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 bei einem Übungsflug abgestürzt. Wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau berichtet, starben dabei sechs Besatzungsmitglieder.
Russland will seine Militärausgaben 2027 einem Reuters-Bericht zufolge auf den höchsten Stand seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine erhöhen. Geplant seien umgerechnet rund 178 Milliarden Euro. Das wären etwa 27 Prozent mehr als ursprünglich vorgesehen.
Russland hat seine schweren Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte fortgesetzt.
Ein Brandanschlag auf ein estnisches Rüstungsunternehmen im August ist nach Angaben der Regierung in Tallinn von russischen Geheimdiensten in Auftrag gegeben worden.
Ukraine-News am Mittwoch, 30. September 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.