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Ukraine-News: Putin-Berater will Europa in Verhandlungen einbeziehen

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Putin-Berater: Europa in Verhandlungen einbeziehen

Ein Putin-Vertrauter will Europa einbeziehen. In Moskau sollen erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges internationale Wettkämpfe stattfinden. Alle Nachrichten im Newsblog.

Montag, 26. Oktober

Putin-Berater will Europa bei Verhandlungen dabeihaben

Europa müsse in die Gespräche über eine Friedensregelung für die Ukraine einbezogen werden, weil seine Haltung entscheidend sein könne, sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow am Sonntag. Die USA hätten es bislang nicht geschafft, Druck auf Kiew auszuüben, damit es einem Friedensabkommen zustimmt, erklärte Uschakow in einem Interview mit dem Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Zarubin.

"Früher hatte es nach Anchorage den Anschein, die US-Regierung könne etwas diktieren und Kiew zur Einhaltung zwingen. Das hat aber bisher nicht wirklich funktioniert", sagte Uschakow mit Blick auf das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska im Jahr 2025. "Es reicht nicht, nur mit Kiew zu sprechen. Wir müssen mit ganz Europa reden, das Kiew voll unterstützt."

Ukraine greift russische Raketenfabrik an

Das ukrainische Militär hat offenkundig eine Fabrik zur Herstellung von Komponenten für Iskander-Raketen in Russland angegriffen. Nach Angaben des Internetportals Exilenova wurde die Fabrik Energija in Jelez im Bezirk Lipezk von Storm-Shadow-Marschflugkörpern getroffen. Das Portal berichtete von "umfangreichen Zerstörungen" an einem der Produktionsgebäude. Auf einem Video wird eine Explosion an einem nicht erkennbaren Ort gezeigt.

Von russischer Seite gab es zu dem Angriff auf das Werk keine Angaben. Jedoch berichteten die Staatsagenturen Tass und Interfax von ukrainischen Angriffen auf die Region Lipezk. Während bei Tass lediglich einige Schäden an Autos und Gebäuden durch herabfallende Raketentrümmer erwähnt wurden, berichtete Interfax unter Berufung auf Gouverneur Igor Artamanow von mindestens einem Toten und sechs Verletzten nach einem Angriff auf die Industriezone in Jelez.

Iskander ist ein russisches Waffensystem, das sowohl ballistische Kurzstreckenraketen als auch Marschflugkörper abfeuern kann. Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und greift seit einiger Zeit gezielt Ballungszentren mit Raketen und Marschflugkörpern an. Das russische Militär nutzt dabei den Munitionsmangel der ukrainischen Flugabwehr aus.

Sonntag, 25. Oktober

Trotz Ukraine-Krieges: Russland richtet Gewichtheben-WM aus

Trotz des fortwährenden Angriffskrieges in der Ukraine wird Russland 2030 die Weltmeisterschaften im Gewichtheben austragen. Der Weltverband IWF teilte am Sonntag mit, dass die Wettkämpfe in Moskau stattfinden werden. Der IWF ist der erste olympische Fachverband, der Russland seit 2022 wieder die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses überträgt. Die Weltmeisterschaften 2030 dienen als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2032. Lesen Sie hier mehr dazu.

Russland: Drohnen treffen Frachtschiffe im Schwarzen Meer

Russische Drohnen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Ein Schiff sei in der Nacht auf dem Weg zum Hafen von Tschornomorsk getroffen worden, ein weiteres tagsüber auf dem Weg nach Odessa. Die Schiffe seien zur Versorgung der ukrainischen Armee genutzt worden, erklärte das Ministerium.

Zudem griffen russische Streitkräfte in der Nacht in der ukrainischen Stadt Charkiw mehrere Logistikzentren an. Dort seien zivil und militärisch nutzbare Güter für das ukrainische Militär gelagert und verteilt worden. Die Angaben lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen.

Recherche identifiziert fast 283.000 getötete russische Soldaten

Unabhängige Journalisten haben inzwischen fast 283.000 im Ukraine-Krieg getötete russische Soldaten namentlich identifiziert. Die russische Rechercheplattform "Mediazona" und der russischsprachige Dienst der BBC konnten bis zum 23. Oktober insgesamt 282.993 Todesfälle belegen. Seit der letzten Auswertung Anfang Oktober kamen 6.880 Namen hinzu.

Für ihre Recherchen werten die Journalisten unter anderem Todesanzeigen, Berichte regionaler Medien und Mitteilungen von Angehörigen aus. Die tatsächliche Zahl der Gefallenen dürfte deutlich höher liegen, da längst nicht jeder Todesfall öffentlich bekannt wird.

Unter den identifizierten Toten befinden sich auch 7.920 Offiziere der russischen Armee und anderer Sicherheitskräfte. Ihr Anteil an den bestätigten Todesfällen ist seit Kriegsbeginn deutlich gesunken. "Mediazona" führt dies unter anderem darauf zurück, dass Russland inzwischen verstärkt freiwillig angeworbene Infanteristen einsetzt, die besonders hohen Risiken ausgesetzt sind.

Mit Drohne über die Front: Soldaten retten Hund und Katze

Ukrainische Soldaten haben einen Hund und eine Katze aus der russisch besetzten Stadt Oleschky gerettet. Die Tiere wurden mit Drohnen über den Fluss Dnipro gebracht und anschließend in einem kleinen Tierheim in Mykolajiw aufgenommen. Das berichtet der ukrainische öffentlich-rechtliche Sender Suspilne.

Der etwa drei Jahre alte Hund Fly war nach seiner Rettung stark abgemagert und verängstigt. Inzwischen hat er demnach wieder zugenommen und beginnt, den Betreuerinnen zu vertrauen. Die ebenfalls gerettete Katze musste zunächst wegen Flüssigkeitsmangels mit Infusionen behandelt werden. Mittlerweile ist sie wieder gesund. Für beide Tiere wird ein neues Zuhause gesucht.

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