Ukraine-News: Russische Drohnen treffen Frachter im Schwarzen Meer
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russische Drohnen treffen Frachter im Schwarzen Meer
Eine Recherche bringt neue Zahlen zu russischen Verlusten zutage. Russland greift zwei ukrainische Frachtschiffe an. Alle Nachrichten im Newsblog.
Sonntag, 25. Oktober
Russland: Drohnen treffen Frachtschiffe im Schwarzen Meer
Russische Drohnen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Ein Schiff sei in der Nacht auf dem Weg zum Hafen von Tschornomorsk getroffen worden, ein weiteres tagsüber auf dem Weg nach Odessa. Die Schiffe seien zur Versorgung der ukrainischen Armee genutzt worden, erklärte das Ministerium.
Zudem griffen russische Streitkräfte in der Nacht in der ukrainischen Stadt Charkiw mehrere Logistikzentren an. Dort seien zivil und militärisch nutzbare Güter für das ukrainische Militär gelagert und verteilt worden. Die Angaben lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen.
Unabhängige Journalisten haben inzwischen fast 283.000 im Ukraine-Krieg getötete russische Soldaten namentlich identifiziert. Die russische Rechercheplattform "Mediazona" und der russischsprachige Dienst der BBC konnten bis zum 23. Oktober insgesamt 282.993 Todesfälle belegen. Seit der letzten Auswertung Anfang Oktober kamen 6.880 Namen hinzu.
Für ihre Recherchen werten die Journalisten unter anderem Todesanzeigen, Berichte regionaler Medien und Mitteilungen von Angehörigen aus. Die tatsächliche Zahl der Gefallenen dürfte deutlich höher liegen, da längst nicht jeder Todesfall öffentlich bekannt wird.
Unter den identifizierten Toten befinden sich auch 7.920 Offiziere der russischen Armee und anderer Sicherheitskräfte. Ihr Anteil an den bestätigten Todesfällen ist seit Kriegsbeginn deutlich gesunken. "Mediazona" führt dies unter anderem darauf zurück, dass Russland inzwischen verstärkt freiwillig angeworbene Infanteristen einsetzt, die besonders hohen Risiken ausgesetzt sind.
Ukrainische Soldaten haben einen Hund und eine Katze aus der russisch besetzten Stadt Oleschky gerettet. Die Tiere wurden mit Drohnen über den Fluss Dnipro gebracht und anschließend in einem kleinen Tierheim in Mykolajiw aufgenommen. Das berichtet der ukrainische öffentlich-rechtliche Sender Suspilne.
Der etwa drei Jahre alte Hund Fly war nach seiner Rettung stark abgemagert und verängstigt. Inzwischen hat er demnach wieder zugenommen und beginnt, den Betreuerinnen zu vertrauen. Die ebenfalls gerettete Katze musste zunächst wegen Flüssigkeitsmangels mit Infusionen behandelt werden. Mittlerweile ist sie wieder gesund. Für beide Tiere wird ein neues Zuhause gesucht.
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Die Rettungsaktion zeigt die schwierige Versorgungslage in Oleschky. Die Stadt ist seit Monaten weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Ukrainische Soldaten bringen mit Drohnen Lebensmittel und Medikamente über den Dnipro. Für Dienstag ist eine örtlich begrenzte Waffenruhe geplant, um auch die Evakuierung der verbliebenen Einwohner zu ermöglichen.
Ukraine widerspricht Musk: "Technisch unmöglich"
Ukrainische Berater haben Vorwürfe von SpaceX-Chef Elon Musk zurückgewiesen, wonach die ukrainische Armee den Satellitendienst Starlink für unerlaubte Drohnenangriffe genutzt haben soll. Der ukrainische Präsidentenberater Serhij Beskrestnow erklärte auf Telegram, Starlink funktioniere nicht über russischem Staatsgebiet. Angriffe mittlerer und großer Reichweite seien damit nicht möglich. Mehr dazu lesen Sie hier.
Selenskyj beklagt Tote vor neuen Ukraine-Verhandlungen
Vor den geplanten neuen Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland schwere Angriffe auf die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Allein in der Region Dnipropetrowsk seien vier Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden, darunter ein elfjähriges Mädchen, teilte Selenskyj auf Telegram mit. In Winnyzja habe eine Drohne ein Wohnhochhaus getroffen und sechs Menschen verletzt. Insgesamt seien in neun Regionen Schäden entstanden.
Nach Angaben Selenskyjs hat Russland innerhalb einer Woche rund 1.600 Gleitbomben, 48 Raketen und fast 2.300 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Zu den Zielen hätten auch Kraftwerke und andere zivile Einrichtungen gehört. "So reagiert Russland auf Diplomatie und die Aufhebung der Isolation", erklärte Selenskyj. Er forderte die westlichen Verbündeten auf, die zugesagten Flugabwehrraketen rasch zu liefern. Die Angaben zu den Angriffen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukrainische Drohnen treffen Ziele 2.500 Kilometer hinter der Grenze
Die Ukraine hat offenbar Ziele tief im russischen Hinterland mit Drohnen angegriffen. In der sibirischen Großstadt Omsk, rund 2.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, sollen am Samstag eine Chemiefabrik und ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Ozon getroffen worden sein. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf ukrainische Beobachtungskanäle.
Im Video | Ukraine gelingt Schlag tief in Russland
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Demnach brach auf dem Gelände des Chemiewerks "Omski Kautschuk" ein Großbrand aus. Die Fabrik zählt zu den bedeutenden russischen Herstellern synthetischen Kautschuks und weiterer chemischer Produkte, die auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Der ukrainische Beobachtungskanal Exilenova Plus veröffentlichte Aufnahmen, die den Brand zeigen sollen. Unabhängig bestätigt sind die Schäden an dem Werk bislang nicht.
Der Gouverneur der Region Omsk, Witali Chozenko, bestätigte den Drohnenangriff auf das Industriegebiet. Auch der Onlinehändler Ozon teilte mit, dass sein Logistikzentrum getroffen worden sei. Dort sei ein Feuer ausgebrochen, die Beschäftigten seien evakuiert worden. Nach ersten Angaben gab es keine Verletzten. Der ukrainische Drohnenhersteller Fire Point erklärte, bei dem Angriff seien Drohnen des Typs FP-1 eingesetzt worden.
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