Ukraine-News: Russischem Kriegsgegner Lewi Schlosberg droht Straflager
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Russischem Kriegsgegner droht Straflager Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die russische Justiz geht weiter gegen die Opposition vor. Eine Waffenruhe am Schwarzen Meer lehnt Russland ab. Alle Entwicklungen im Newsblog. Freitag, 14. August Russischem Kriegsgegner droht Straflager Die russische Staatsanwaltschaft hat gegen den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zwölf Jahre und einen Monat Straflager beantragt. Staatsanwältin Anna Gorjatschewa forderte im Stadtgericht von Pskow die Verurteilung wegen Verunglimpfung der russischen Streitkräfte, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte. Wann das Urteil gegen den Vizechef der Partei verkündet wird, war zunächst nicht klar. Russlands Oberstes Gericht hat die Anti-Kriegspartei am Montag von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Der Politiker war lange im Hausarrest und wurde im Dezember in Untersuchungshaft genommen. Schlosberg wird wie viele Kriegsgegner der angeblichen Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee beschuldigt. Das Verfahren steht als politischer Schauprozess in der Kritik, bei dem einmal mehr Kriegsgegner mundtot gemacht werden sollen. Laut Menschenrechtlern gibt es in Russland Hunderte politische Gefangene. Russland lehnt Waffenruhe im Schwarzen Meer ab Die russische Regierung hat laut Medienberichten vom Freitag einen türkischen Vorschlag zu einer Waffenruhe im Schwarzen Meer zurückgewiesen. Man sehe "keinen Anlass", sagte Außenamtssprecherin Marija Sacharowa. Die Türkei hatte zuvor eine Waffenruhe für das Schwarze Meer vorgeschlagen. Russland blockiert dort derzeit die ukrainischen Getreidehäfen, die Ukraine attackiert russische Schiffe im Asowschen Meer. Die UN-Ernährungsorganisation FAO hatte deshalb vor einer Ernährungskrise und steigenden Lebensmittelpreisen weltweit gewarnt. Die Ernährungssicherheit sei "weltweit gefährdet", so FAO-Chefökonom Maximo Torero. Die Türkei hatte gemeinsam mit der EU bereits nach Beginn der russischen Invasion 2022 einen Ausgleich über die Ausfuhr von Getreide im Schwarzen Meer vermittelt. Die Übereinkunft war aber knapp ein Jahr später zerbrochen. Russland kündigt neue Drohnenattacken im Winter an Das russische Verteidigungsministerium hat der Ukraine mit neuen Angriffen von Drohnen im Winter gedroht. Das Ministerium veröffentlichte auf der Plattform Telegram ein Foto mit mehreren Drohnen des Typs Shahed mit dem Schriftzug: "Ihnen das Blut in den Adern gefrieren lassen". Unter dem Foto ist zudem der Satz "der Winter kommt" zu lesen. Das russische Militär hatte während der vergangenen Kriegswinter regelmäßig vor allem die ukrainische zivile Infrastruktur attackiert. Dadurch war bei vielen Menschen etwa der Strom oder die Heizung ausgefallen. Zwei Tote nach russischer Drohnenattacke Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Großmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien. In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur. Russland erhöht seit Monaten die Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine. Angriff auf russischen Ostseehafen Nach offiziellen Angaben Russlands ist das Gebiet um den russischen Ostseehafen Ust-Luga nach Drohnenangriffen beschädigt worden. Das teilt der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ust-Luga ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Ölexport. Luftalarm in Lettland – Nato-Jets schießen Objekt ab Das lettische Militär ruft einen Luftalarm aus. Finnland richtet eine Sperrzone ein. Nato-Jets schießen ein Flugobjekt ab. Ukraine greift 1.200 Kilometer entfernte Raffinerie an Die Ukraine hat in der Nacht zum 13. August einen Ölraffineriekomplex in der russischen Republik Baschkortostan angegriffen, teilte der Generalstab mit. Sie ist etwa 1.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. "Gaspromneftechim Salawat ist einer der größten Erdölverarbeitungs- und Petrochemiekomplexe in der Russischen Föderation", hieß es in einem Beitrag in den sozialen Medien.