Ukraine-News: Strafverfahren gegen FAZ-Reporter in Moskau - wegen Frage
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Strafverfahren gegen FAZ-Reporter in Moskau – wegen Frage Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Ein deutscher Journalist gerät ins Visier des Kreml. Ein Nato-Kampfjet schießt auf eine Drohne über Rumänien. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 16. August Strafverfahren gegen FAZ-Reporter in Moskau – wegen Frage In Moskau ist ein Strafverfahren gegen einen deutschen Journalisten eingeleitet worden, meldet die der kremlnahe Agentur Tass. Ermittelt werde gegen den Korrespondenten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) wegen des Schürens von Hass und Feindseligkeit. Aktuell werde entschieden, ob der Reporter, der für die Zeitung aus Wien über Südosteuropa berichtet, international zur Fahndung ausgeschrieben werde. Die Pressestelle der "FAZ" teilte mit, dass ihr das Verfahren nicht bekannt sei. Der Korrespondent hatte vor gut einer Woche in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Das löste breite Kritik aus. Die Zeitung hatte danach am Montag erklärt, die Frage des Reporters sei missverständlich formuliert gewesen. Dies bedauere man. Es sei nicht die redaktionelle Linie der "FAZ", dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Bei einer Verurteilung in Russland drohen dem Journalisten bis zu sechs Jahre Straflager, wie Tass weiter berichtete. In Russland werden Urteile auch in Abwesenheit gesprochen – wie etwa im Fall des Karnevalswagenbauers Jacques Tilly, der Kremlchef Wladimir Putin und seinen Krieg kritisiert hatte. Er wurde wegen bissig-satirischer Mottowagen zu achteinhalb Jahren Straflager verurteilt, muss aber in Deutschland keine Auslieferung befürchten. Ukraine meldet Tote und Verletzte nach russischen Attacken Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Allein in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih gab es nach einer Attacke mit ballistischen Raketen zwei Tote und 14 Verletzte, wie Selenskyj, der von dort stammt, bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden. In der Hauptstadt Kiew und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden bei den russischen Angriffen. "Die Rettungsdienste sind an den Orten der morgendlichen und nächtlichen russischen Angriffe im Einsatz", sagte Selenskyj. In Kiew seien die Brände zügig gelöscht worden. Getroffen wurde in der ukrainischen Hauptstadt auch ein Büchermarkt. "Überall, wo die Russen mit ihren Raketen hinreichen, greifen sie die zivile Infrastruktur an", erklärte der Präsident. Er warnte vor einer weiteren Angriffswelle. Russland feuerte in dieser Woche nach Darstellung Selenskyjs mehr als 1.550 Drohnen, fast 1.560 Bomben und 62 Raketen und Marschflugkörper auf das Land ab. Selenskyj rief die Verbündeten der Ukraine erneut auf, dem Land Flugabwehrraten zu liefern. "Wenn nordkoreanische Raketen hier in Europa die Infrastruktur zerstören und Menschenleben fordern, darf nicht zugelassen werden, dass europäische Abfangraketen einfach in den Lagern liegen bleiben", sagte Selenskyj. Er hatte Russland zuletzt vorgeworfen, von Nordkorea gelieferte Raketen einzusetzen. Ukraine trifft Fabrik für Raketentreibstoff Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff in der russischen Region Rostow angegriffen. "Das Unternehmen stellt Feststoffraketentreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie für eine Reihe von Raketensystemen und luftgestützten Waffensystemen her", teilte das ukrainische Militär auf Telegram mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine. Riesiges Logistikzentrum bei Moskau steht in Flammen Angriffe aus der Ukraine treffen zunehmend auch die russische Logistikinfrastruktur rund um Moskau. Ein großes Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Wildberries ist in der Nacht zum Sonntag im Moskauer Umland in Brand geraten. Das Lager im Ort Koledino, rund 40 Kilometer vom Kreml entfernt, gilt mit einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern als der zweitgrößte Standort des Unternehmens. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos sollen zeigen, wie Drohnen das Gelände treffen. Anschließend sind Flammen und große Rauchsäulen über dem Komplex zu sehen. Wie groß die Schäden sind und welche Teile des Lagers betroffen sind, ist zunächst unklar. Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 600 Drohnen an Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister. Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein. Ende Juli etwa berichteten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht, Anfang Juli waren es 452 gewesen. Bürgermeister: 130 Drohnen in Region Moskau abgewehrt Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb in der Nacht bei Telegram, die Luftabwehr der Hauptstadtregion habe Dutzende Drohnen abgewehrt. Einsatzkräfte seien an den Absturzstellen der Trümmer im Einsatz. Es gebe drei Verletzte. Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge wurden insgesamt mehr als 130 Drohnen abgewehrt. Loading... Loading... Loading... Sobjanin machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden. Der ukrainischen Nachrichtenseite "Kyiv Independent" zufolge trafen die Angriffe in der Region Moskau unter anderem Industrieeinrichtungen sowie ein Lager des russischen Online-Händlers Wildberries. Die Ukraine hatte dessen Einrichtungen zuletzt auch in anderen russischen Landesteilen angegriffen. Nato-Kampfjet schießt Drohne über Rumänien ab Ein spanischer F-18-Kampfjet hat im Rahmen einer Nato-Mission eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Das Nato-Mitglied grenzt an die Ukraine. Die Drohne habe den nationalen Luftraum illegal verletzt, teilt das rumänische Verteidigungsministerium mit. Es sei bereits die vierte in diesem Jahr abgeschossene Drohne. Zur Herkunft macht das Ministerium keine Angaben. Die Radare hätten die Drohne geortet, als sie aus dem benachbarten Moldau in den rumänischen Luftraum eindrang. Neue russische Drohnen reichen weiter Die technische Entwicklung von Drohnen im Krieg gegen die Ukraine geht immer schneller voran. Russland ist es jetzt offenbar gelungen, Störsignale der ukrainischen Armee noch effektiver zu überlisten. Der ukrainische Drohnenkriegsexperte Dmytro Putiata berichtete, dass ukrainische Soldaten eine neuartige russische Drohne abgeschossen hätten.