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Ukraine News: Trotz Trump-Ankündigung: Ukraine und Russland greifen weiter an

Welt

Newsblog zum Ukraine-KriegTrotz Trump-Ankündigung: Ukraine und Russland greifen weiter an

15. September 2026, 10:20 Uhr|

Der US-Präsident hatte erklärt, beide Seiten würden ihre gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einstellen. Nun beschädigen Drohnen nach Angaben aus Moskau eine russische Industrieanlage. In Kiew werden Tankstellen attackiert.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Bericht: Drohnenangriffe legen die Hälfte von Russlands Top-Raffinerien lahm

Trump: Ukraine und Russland haben vereinbart, keine Energieziele anzugreifen

Merz: Europa stehen entscheidende Wochen bevor

Russland greift Zug an – britischer Ex-Premier Johnson in der Nähe

Trump fordert von Selenskij Ende der Angriffe auf russische Raffinerien

Trotz Trump-Ankündigung: Ukraine und Russland greifen weiter an

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump noch angekündigt, dass Russland und die Ukraine auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten wollten. Doch in der Nacht gingen die gegenseitigen Luftangriffe nach Berichten aus beiden Ländern weiter. Die Ukraine meldete zwei Tote.

Aus Russland hieß es, eine Industrieanlage sei mit Drohnen attackiert worden. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Ungefähr 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie. Zudem wurden laut Berichten aus Russland in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen attackiert. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte Angriffe im russischen Hinterland. Russland stoppe seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor, Logistik und kritische Infrastruktur nicht. Kiews Reaktionen darauf seien spürbar, schrieb er in sozialen Medien. Selenskij sprach unter anderem von ukrainischen Treffern auf die Ölraffinerie Sysran in der Region Samara. In Taganrog sei ein Drohnenhersteller getroffen worden. Zu Trumps jüngster Ankündigung äußerte sich Selenskij ebenfalls – und sprach lediglich von einem „starken Vorschlag“ der USA. Wenn es ein erster Schritt zur Deeskalation sei, dass beide Seiten Angriffe auf kritische Infrastruktur unterlassen, sei die Ukraine dazu bereit. Der Kreml erklärte, Russland begrüße den US-Vorschlag für ein Moratorium. Allerdings müssten die aus russischer Sicht illegalen Sanktionen gegen russische Energielieferungen aufgehoben werden.

Unterdessen berichtete der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, auf Telegram von russischen Drohnenangriffen auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden, später sprach er von einem Angriff auf eine weitere Tankstelle. Einer der Verletzten sei im Krankenhaus gestorben, teilte Klitschko mit. Zuvor hatte er von sieben Verletzten in Kiew gesprochen.

Außerdem wurde nach Angaben aus der Ukraine bei einem russischen Drohnenangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja ein Mensch getötet. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus, wie der amtierende Gouverneur der gleichnamigen Region, Mychajlo Semykin, mitteilte. Semykin zufolge wurde bei dem Angriff eine Infrastruktureinrichtung beschädigt.

Anna Schimpp

Ukraine braucht Breitspur-Loks

Die Ukraine bittet ihre Verbündeten nach russischen Angriffen auf die Bahninfrastruktur um Lokomotiven in osteuropäischer Breitspur. Seit Kriegsbeginn seien mehr als 500 Lokomotiven beschädigt oder zerstört worden, teilt Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. Mehr als die Hälfte davon sei allein in diesem Jahr getroffen worden. Die Lokomotiven würden unter anderem die schnelle Evakuierung von Zivilisten aus Frontgebieten ermöglichen, so Sybiha.

Die Ukraine benötige dringend Lokomotiven der Spurweite von 1520 Millimetern. EU- und Nato-Staaten mit dieser Spurweite sind Finnland, Estland, Lettland und Litauen. Die meisten anderen Staaten der Welt verwenden die sogenannte Normalspur von 1435 Millimetern.

Die ukrainische Bahninfrastruktur wird immer wieder durch russische Angriffe zerstört. via REUTERS

Anna Schimpp

Bericht: Drohnenangriffe legen die Hälfte von Russlands Top-Raffinerien lahm

Ukrainische Drohnenangriffe haben die Hälfte der sechs wichtigsten russischen Diesel-Raffinerien im September dazu gezwungen, ihre Produktion deutlich zu drosseln oder ganz einzustellen. Dies ging am Dienstag aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die auf Angaben von Marktteilnehmern basieren.

Den Marktdaten zufolge entfällt auf sechs Anlagen – die Raffinerien Omsk, Kirischi, Taneco, Wolgograd, NORSI und Perm – etwa die Hälfte der russischen Dieselproduktion. Insidern zufolge wurde die Anlage in Kirischi vollständig stillgelegt, während die Raffinerien NORSI und in Wolgograd nur noch mit etwa einem Viertel ihrer Kapazität arbeiten. Die Raffinerie Taneco wurde am Sonntag von Drohnen angegriffen. Eine Einschätzung der Folgen war laut Insidern aber noch nicht möglich.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris wurde in den ersten acht Monaten 2026 im Durchschnitt alle drei Tage eine russische Raffinerie getroffen. Die russischen Dieselausfuhren beliefen sich nach Schätzungen von Händlern im Juni – vor der Einführung von Exportbeschränkungen – auf weniger als eine Million Tonnen. Ein Jahr zuvor, als die Raffinerien normal arbeiteten, lagen die Dieselausfuhren bei etwa 2,5 Millionen Tonnen pro Monat.

Lawrow: Keine Kampfpause bei möglichen Ukraine-Verhandlungen

Russland wird die Kampfhandlungen in der Ukraine nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow auch im Falle von Friedensgesprächen nicht einstellen. Lawrow erklärt, die sogenannte „Militäroperation“ werde auch während solcher Verhandlungen fortgesetzt. Die Ukraine fordert hingegen eine Waffenruhe als Grundlage für Verhandlungen.

Luzia Geier

Deutschland gibt Million Euro für ukrainische Atomsicherheit

Die Bundesregierung stellt eine zusätzliche Million Euro zur Verbesserung der Sicherheitslage an den ukrainischen Atomkraftwerken bereit. Das will die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), bei einer Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an diesem Dienstag in Wien ankündigen, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mitteilte. Deutschland hat die IAEA für ihre Präsenz in der Ukraine bislang bereits mit 7,3 Millionen Euro unterstützt.

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja – das größte Kernkraftwerk Europas – steht seit Kriegsbeginn im Zentrum nuklearer Sicherheitsbedenken. Immer wieder wird die Anlage von Drohnenangriffen getroffen oder verliert ihre externe Stromversorgung, Notstromgeneratoren müssen einspringen.

Schwarzelühr-Sutter will auch für mehr Unterstützung für die internationalen Bemühungen um eine Reparatur der Anfang 2025 beschädigten Schutzhülle um die Atomruine Tschernobyl werben. Deutschland will dafür 50 Millionen Euro bereitstellen, wie Umweltminister Carsten Schneider (SPD) vor Kurzem ankündigte.

Luzia Geier

Nato registriert steigende Zahl russischer Hybrid-Angriffe

Die Zahl der hybriden Angriffe Russlands auf Nato-Staaten nimmt nach Angaben aus dem Militärbündnis deutlich zu. Allein im vergangenen Jahr wurden demnach mehr als 200 erfasst. Dabei seien die alltäglichen Cyberangriffe nicht eingerechnet, erklärte ein ranghoher Nato-Beamter in Brüssel. Von diesen gebe es allein gegen das Nato-Hauptquartier jeden Monat Tausende.

Russland verfolgt nach Einschätzung der Nato unter anderem das Ziel, die politische und praktische Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und sich auf eine mögliche weitere Eskalation vorzubereiten. Dazu gehören etwa das Auskundschaften kritischer Infrastruktur und Logistikketten sowie das Vorpositionieren von Schadsoftware in wichtigen industriellen Steuerungssystemen.

Besonders beunruhigt die Nato dabei ein Wandel in der Qualität der Angriffe. „Die Zahl nimmt zu, die Schwere nimmt zu und die Risikobereitschaft nimmt zu“, sagte der Beamte. Damit steige auch das Risiko von Opfern unter Bürgerinnen und Bürgern der Bündnisstaaten.

Für die Nato gehe es derzeit darum, ruhig zu bleiben und die Abschreckung zu erhöhen. Dabei gehe es um militärische Maßnahmen, aber auch darum, den Anreiz für Angriffe durch einen wirksamen Schutz der Infrastruktur zu senken. Konkret soll dafür den Angaben zufolge ein neues Netzwerk für kritische Energieinfrastruktur (Critical Energy Infrastructure Network) eingerichtet werden.

Luzia Geier

Kampfflugzeuge schießen Drohne über Litauen ab

Kampfflugzeuge der Nato haben Angaben der litauischen Regierung eine Drohne über dem baltischen Staat abgeschossen. Zuvor waren die Jets wegen der Sichtung des unbemannten Flugkörpers nahe der Hauptstadt Vilnius aufgestiegen, teilte das nationale Krisenmanagementzentrum mit. „Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion“, schrieb Präsident Gitanas Nausėda auf der Plattform X.

„Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren Nato-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.“

Nato-Präsident Gitanas Nausėda

Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht. Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte. Die Bundeswehr baut derzeit eine deutsche Panzerbrigade in Litauen auf. Der gefechtsbereite und eigenständig handlungsfähige Kampfverband mit 4800 Soldaten soll bis 2027 einsatzfähig sein.

Barbara Klimke

Trump: Ukraine und Russland haben vereinbart, keine Energieziele anzugreifen

Russland und die Ukraine wollen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, ohne weitere Details zu nennen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schrieb auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein könnte. „Der Krieg muss beendet werden.“

Laut Selenskij ist sein Land bereit, Angriffe auf Russland einzustellen. Allerdings forderte er in einer zusätzlichen Mitteilung auf Telegram, dass die Partner der Ukraine in einer Vereinbarung mit dem Kreml sicherstellen müssten, dass Russland ukrainische Energieanlagen, Infrastruktur und Lebensmittelversorgungswege nicht mehr angreife. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und verursachte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. Auf dem Schwarzen Meer haben die Kriegsgegner jeweils Ziele der anderen Seite angegriffen.

Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Selenskij erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen Iran und die Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.

Trump hatte auch mitgeteilt, die USA hätten mit Selenskij bereits über Angriffe auf den Energiesektor gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“ Seit Sonntag gab es keine Berichte über neue Angriffe auf Energieanlagen der Kriegsparteien. Selenskij hatte zuvor erklärt, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen, um mit ihm Feuerpausen auf dem Meer sowie für Energieanlagen zu sprechen. „Wir sind offen für eine entsprechende Feuerpause in den Bereichen Seeverkehr und Energie“, sagte er im ukrainischen Fernsehen. Er werde all das mit dem US-Präsidenten besprechen, sofern es mit den dessen Plänen übereinstimme und es Selenskij gelinge, nach New York zu fliegen.

Merz: Europa stehen entscheidende Wochen bevor

Europa steht nach Ansicht von Kanzler Friedrich Merz „höchstwahrscheinlich“ vor entscheidenden Wochen oder Monaten bei der Verteidigung der Freiheit und des Friedens. Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Menschen davon zu überzeugen, dass dies im deutschen Interesse liege. „Jetzt müssen wir standhaft bleiben, bis dieser schreckliche Krieg vorbei ist. Wenn Russland Erfolg hat, wird dies unvorhersehbare und beispiellose Folgen für uns alle haben. Auch für Deutschland“, sagt Merz auf dem EU-Arktis-Gipfel in Finnland.

Pistorius: Nehmen Vorfall im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet ernst

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nimmt den jüngsten russischen Drohnenangriff an der ukrainisch-polnischen Grenze nach eigenen Worten sehr ernst. Der russische Präsident Wladimir Putin täusche immer wieder Gesprächs- und Friedensbereitschaft vor, um wenig später erneut zu eskalieren, sagte der SPD-Politiker in der nordostdeutschen Stadt Wolgast. Dies solle den Menschen in Deutschland und Europa Angst vor einer Ausweitung des Krieges machen.

„Das ist gefährlich, was Wladimir Putin da macht“, sagte Pistorius. Es komme darauf an, besonnen zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. Gleichzeitig dürfe kein Zweifel an der eigenen Verteidigungsbereitschaft aufkommen.

Russland greift Zug an – britischer Ex-Premier Johnson in der Nähe

Das russische Militär hat am Sonntag einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion zu Polen mit einer Kampfdrohne angegriffen. Es ging dabei um eine Bahnstrecke, die immer wieder auch von ausländischen Politikern bei Reisen nach Kiew genutzt wird. Die polnische Regierung warf Moskau nach der Attacke eine Verschärfung des Konflikts vor. Zudem sorgte die ukrainische Bahngesellschaft für Aufsehen, als sie spekulierte, dass möglicherweise ein anderer, mit westlichen Diplomaten besetzter Zug, das Ziel des Angriffs war.

Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn war am Sonntag die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht, niemand sei zu Schaden gekommen, hieß es. Später teilte die ukrainische Eisenbahngesellschaft mit, dass kurz vor dem Angriff ein Diplomatenzug am Bahnhof Jahodyn gehalten habe, an Bord dessen sich unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, befanden. Diese hatten tags zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.

„Es ist durchaus denkbar, dass das Ziel dieser russischen Drohne auch der Diplomatenzug gewesen sein könnte, der im Rahmen der Anpassung der Fahrpläne in Echtzeit aufgrund der ständigen Gefahr russischer Angriffe früher als ursprünglich vorgesehen vom Bahnhof abgefahren war“, schrieb die Bahngesellschaft auf Telegram. Schließlich würden die Fahrpläne wegen des Kriegsgeschehens ständig angepasst.

Der britische Ex-Premier Johnson schrieb am Sonntag auf X: „Ich weiß nicht, welche krude Logik Putin dazu bewogen hat, heute Morgen an der polnischen Grenze eine stillstehende ukrainische Lokomotive in die Luft zu jagen.“ Es sei genau „die Art von willkürlichem und sinnlosem Angriff“, dem die Menschen in der Ukraine täglich ausgesetzt seien. Dazu, dass er in einem weiteren Zug in der Nähe des Angriffs gesessen haben soll, äußerte er sich nicht.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte unter anderem Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Diese würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern gewährleisten, hieß es. Wegen der Gefahr von Luftschlägen stellten zwei Grenzübergänge auf der polnischen Seite zeitweise den Betrieb ein. Mehrere hundert Menschen wurden vorübergehend in Sicherheit gebracht. Am Nachmittag normalisierte sich die Situation an der Grenze wieder.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk verwies darauf, dass Russland in der Vergangenheit bereits versucht habe, Grenzübergänge in Moldau lahmzulegen. Man habe von Verbündeten zuvor Hinweise bekommen, dass der russische Plan Versuche beinhalten würde, die ukrainischen Grenzübergänge zu desorganisieren und möglicherweise auch zu zerstören – dies könne auch Polen betreffen. Man müsse mit verstärkten Aktionen Russlands in den kommenden Wochen und Monaten rechnen, sagte Tusk weiter.

Trump fordert von Selenskij Ende der Angriffe auf russische Raffinerien

US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in seinem Luxusresort in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen Iran und die vertrackte Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.

Trump behauptete stattdessen, die ukrainischen Angriffe verursachten die Dieselknappheit. „Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine“, sagte er weiter. Die USA hätten mit Selenskij bereits darüber gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“

Vor allem zu Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Februar 2022 trieb der Konflikt die Energiepreise weltweit deutlich in die Höhe. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar. Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Viele Tankstellen in Russland sind leer, andere geben Treibstoff nur noch in begrenzten Mengen aus.

Trumps Darstellung greift allerdings zu kurz, wie die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt. Inzwischen wirkt sich insbesondere der Krieg zwischen den USA und Iran auf den globalen Ölmarkt aus. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erheblich beeinträchtigt. Vor dem Krieg wurde dort rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte abgewickelt. Die Unsicherheit über die Lieferungen lässt den Rohölpreis steigen und verteuert damit auch Diesel und Benzin.

Für Trump sind die hohen Spritpreise mit Blick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA ein Problem. Im Wahlkampf hatte er versprochen, die Energiepreise deutlich zu senken. Stattdessen müssen US-Amerikaner derzeit so viel für Benzin und Diesel bezahlen wie seit Jahren nicht mehr – besonders in ländlichen Regionen, die zu Trumps wichtiger Wählerschaft gehören: Am Freitag war der landesweite Durchschnittspreis für Diesel in den USA nach Angaben des Automobilverbands AAA erstmals über die Rekordmarke von 6 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter) gestiegen.

Jerrit Schloßer

Ukraine: Mindestens zwei Menschen sterben nach russischen Angriffen

In der ukrainischen Stadt Kramatorsk sind bei Angriffen mindestens zwei Menschen gestorben, wie die regionale Staatsanwaltschaft mitteilt. Weitere zehn Bewohner der Stadt seien verletzt worden. Der erste Angriff habe einem Kleinwagen gegolten, später sei die Stadt von vier Fliegerbomben getroffen worden. Kramatorsk wird immer wieder vom russischen Militär angegriffen, da die Frontlinie nur etwas mehr als zwölf Kilometer entfernt ist. Erst Mitte dieser Woche waren bei einem russischen Angriff 19 Menschen verletzt worden.

Russland meldet zwei Tote nach ukrainischen Angriffen, Kiew berichtet von Attacken auf Raffinerien

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind nach Angaben aus Russland zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk auf Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden. Vier weitere Menschen wurden dem Bürgermeister zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei.

Der Generalstab in Kiew bestätigte unter anderem einen Angriff auf Nischnekamsk. Die Raffinerie Taneko sei getroffen und die Entzündung eines der Tanks festgestellt worden. Schon in der Vergangenheit hatte Kiew bei Gegenangriffen die Ölraffinerie in Nischnekamsk getroffen.

Die Ukraine attackierte nach eigenen Angaben außerdem die Raffinerie Slawjansk Eko in der russischen Region Krasnodar. Eine Ölverarbeitungsanlage und ein Tankpark seien getroffen worden, teilte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR mit. Ein großflächiges Feuer sei ausgebrochen. Zur Begründung hieß es, die Anlage in Slawjansk-na-Kubani diene dem russischen Angriffskrieg.

Der Zivilschutzstab der Region Krasnodar teilte auf Telegram lediglich mit, dass auf dem Gelände eines nicht näher beschriebenen Unternehmens ein Feuer ausgebrochen sei. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten außerdem eine Gasleitung in einem Wohngebiet der Stadt Slawjansk-na-Kubani, beschädigt. Schon in der Vergangenheit war die Raffinerie dort getroffen worden. Im Sommer brannte sie infolge einer Attacke mehrere Tage lang.

Ukraine: Russische Drohne schlägt nahe polnischer Grenze ein

Eine russische Drohne ist in der Nacht nahe der ukrainisch-polnischen Grenze in der Kleinstadt Jahodyn eingeschlagen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit und korrigierte damit eine frühere Aussage, wonach der Grenzübergang direkt getroffen wurde. Der Einschlagsort liegt ungefähr 800 Meter von der Grenze entfernt, wie eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Der Grenzübergang sei während des Angriffs vorübergehend geschlossen worden.

In der Grenzregion Wolyn hat zudem eine Drohne die Lokomotive eines Personenzugs zwei Kilometer vor der polnischen Grenze angegriffen, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja mitteilte. Verletzte gebe es nicht.

Über die Grenzübergänge zu Polen gelangt ein Großteil der westlichen Militär- und Humanitätshilfe in die Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen oder Raketenteile in Nachbarländern wie Rumänien, Polen oder der Republik Moldau niedergegangen.

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