Ukraine-News: Witkoff und Kushner wollen angeblich Öl-Deal mit Russland
Ukraine-News
Zeitung: US-Vertreter verhandeln mit Russland auch über Öl-Deal
von MDR AKTUELL
Stand: 03.10.2026 20:33 Uhr
US-Zeitung: Witkoff und Kushner wollen Öl-Deal
Russischer Drohnenangriff trifft erneut Brücke in Kiew
Kallas fordert von Russland Zeichen der Verhandlungsbereitschaft
Ukraine-Krieg: Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast
Selenskyj kündigt verstärkte Angriffe auf russische Ölraffinerien an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, Ölraffinerien in Russland verstärken anzugreifen. Dies sei eine Reaktion auf eine neue russische Taktik, Einwohner Kiews und anderer Städte zur Flucht zu bewegen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Ölraffinerien sei das, "was ihnen Geld für diesen Krieg bringt." Selenskyj erklärte, ukrainischen Geheimdiensten lägen Dokumente über eine "neue Doktrin" vor, die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur erlauben, "um die Menschen unter Druck zu setzen, die Hauptstadt und andere Städte zu verlassen". Zuletzt hatte Russland wiederholt die Brücken über den Fluss Dnipro in Kiew angegriffen. Das russische Außenministerium hat Ausländer aufgefordert, Kiew zu verlassen. (Quelle: Reuters)
Moldau bestellt nach Drohnen-Vorfällen russischen Botschafter ein
Moldau hat nach dem erneuten Eindringen von Raketen und Drohnen in seinen Luftraum den russischen Botschafter einbestellt. Das Außenministerium habe Moskau aufgefordert, derartige Vorfälle zu verhindern, hieß es in einer Mitteilung. Die prowestliche Präsidentin Maia Sandu erklärte im Onlinedienst X, die Vorfälle zeigten, dass der Krieg Russlands in der Ukraine "Moldau erreicht". Moskau bringe in ganz Europa Menschenleben in Gefahr und muss gestoppt werden. Der russische Botschafter wurde zum zweiten Mal binnen weniger Tage einbestellt. (Quelle: AFP)
Kiew bereitet Bau von Pontonübergängen über den Dnipro vor
Vor dem Hintergrund wiederholter russischer Drohnenangriffe auf die Kiewer Dnipro-Brücken bereitet die ukrainische Regierung mehrere Pontonübergänge über den Fluss vor. Das hat der ukrainische Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, Mykola Kalaschnyk, in einem Medieninterview erklärt, wie die ukrainische Online-Zeitung Ukrainska Prawda berichtet. Der Bau solcher Pontonübergänge könne bis zu drei Monaten dauern und solle mindestens die Hälfte der Kapazität der bisherigen Brücken umfassen. Kalaschnyk zufolge wird für die Zukunft auch erwogen, einen Tunnel unter dem Dnipro zu bauen. (Quelle: Ukrainska Prawda)
Russland warnt Ausländer und Diplomaten vor weiteren Angriffen auf Kiew
Russland hat Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kiew erneut aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. Eine vorherige Warnung sei nicht von allen befolgt worden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Damit sei jeder, der bleibe, einer "tödlichen Gefahr" durch "massive russische Vergeltungsschläge" ausgesetzt.
Am Freitag hatte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland griff in den vergangenen Tagen mehrere Brücken über den Dnipro sowie Energieinfrastruktur an. (Quelle: AFP)
Toter bei Drohnenangriff auf Schiff in ukrainischem Hafen
Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben ein unter liberianischer Flagge fahrendes Frachtschiff in einem Hafen in der Region Odessa angegriffen. Dabei sei eine Person getötet und drei weitere verletzt worden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung bei Telegram mit. 13 weitere Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden. Seit dem Sommer hat Russland die Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen wieder aufgenommen. (Quelle: Reuters)
Moldau meldet Einschläge russischer Drohnen
Nach Angaben der moldauischen Präsidentin Maia Sandu sind russische Drohnen auf dem Staatsgebiet der Republik eingeschlagen. "Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter "Banderol"-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind auf unserem Boden explodiert", schrieb Sandu auf der Plattform X. Nach Armeeangaben waren Explosionen in Ortschaften im südöstlichen Teil Moldaus zu hören. Zu möglichen Opfern oder Schäden gab es keine Angaben. Im angrenzenden südukrainischen Odessa gab es zu den genannten Zeiten allerdings keinen Luftalarm. (Quelle: dpa)
NYT: US-Verhandler wollen Öl-Deal mit Russland
Nach einem Bericht der "New York Times" drehen sich Gespräche der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Ukraine-Krieg auch um angeblich milliardenschwere Öl-Geschäfte, von denen Geschäftsleute mit Verbindungen zu den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner profitieren würden. Wie die Zeitung berichtet, geht es bei dem möglichen Deal um ein weltweites Netz aus Öl-Feldern, Raffinerien und Tankstellen des russischen Konzerns Lukoil. Interessen haben demnach hier auch der US-Milliardär Todd Boehly und zwei Konzerne im Nahen Osten, die mit Familien-Angehörigen von Kushner und Witkoff bereits Geschäfte gemacht haben.
Anfang September waren Wittkoff und Kushner zunächst in Moskau und dann erstmals auch in Kiew. Vorgestern bezeichnete es Kreml-Sprecher Dmitri Peskow als ungünstig, dass die USA in ihren Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs mit Russland auch ökonomische Ziele verfolgten. (Quelle: Reuters)
Metro beendet Kasachstan-Geschäft
Der deutsche Lebensmittel-Großhändler Metro zieht sich nach knapp zwei Jahrzehnten aus Kasachstan zurück. Wie Metro in Düsseldorf mitteilte, werden bis Ende März 2027 sechs Großmärkte und das Belieferungsgeschäft geschlossen. Betroffen seien rund 650 Beschäftigte. Die Entscheidung sei nach einer Prüfung der langfristigen Perspektiven erfolgt und nicht wegen der in Russland angeordneten Zwangsverwaltung für die 91 Märkte und rund 9.000 Metro-Mitarbeiter dort. Man habe in Russland keine operative Kontrolle über das Geschäft mehr, hieß es heute dazu. Die Metro AG bleibe aber dessen Eigentümerin. (Quelle: dpa)
Ein Todesopfer im Westen von Russland
Bei einem ukrainischen Angriff auf die westrussische Region Belgorod ist nach russischen Angaben ein Mensch umgekommen. Zwei weitere Menschen seien verletzt, teilte die staatliche Nachrichtenagentur TASS mit. (Quelle: Reuters)
Drohnenalarm am Flughafen von Vilnius aufgehoben
Nach einer Drohnensichtung ist der Flughafen der litauischen Hauptstadt Vilnius heute zeitweise geschlossen worden. Jets der Nato-Luftüberwachungsmission im Baltikum seien alarmiert worden, weil eine aus Weißrussland kommende Drohne in Richtung Litauen fliege, teilte das Nationale Krisenzentrum mit. Die Sperre des Flughafens wurde aber bald wieder aufgehoben. (Quelle: Reuters)
Neuwahl des Parlaments heute in Lettland
In Lettland wird heute das Parlament neu gewählt. Sicherheit und Verteidigung waren die wichtigsten Themen im Wahlkampf, neben Preissteigerungen. Es wurde erwartet, dass der pro-europäische und pro-ukrainische Kurs des baltischen EU- und Nato-Landes mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führte die Mitte-Rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs. Eine Koalition unter seiner Leitung hatte Ende Mai die Regierung übernommen, nachdem die vorherige wegen mangelhafter Drohnenabwehr auseinandergebrochen war. Grund waren zwei ukrainische Drohnen, die in Lettland abstürzten. Nach Angaben der Ukraine waren sie von der russischen Luftabwehr abgelenkt worden. Während der Wahl unterstützen deutsche Eurofighter die aktuell von Italien und der Türkei geführte Nato-Luftraumüberwachung im Baltikum. (Quelle: AFP)
Wieder Brücke in Kiew getroffen
Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist heute erneut eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt getroffen worden. Dieses Mal sei die Nordbrücke das Ziel russsicher Angriffe gewesen. Fahrbahn und Oberleitungen seien beschädigt, der Verkehr eingestellt worden. Gestern und vorgestern war bereits die Südbrücke von russischen Drohnen getroffen worden, was ein Verkehrschaos in der Millionen-Stadt ausgelöst hat. Viele Einwohner leben östlich des Flusses Dnipro und pendeln täglich auf die westliche Seite von Kiew. Bei einem weiteren russischen Drohnenangriff im Vorort Hostomel wurden nach Behördenangaben heute zwei Menschen verletzt und Lagerräume in Brand gesetzt. (Quelle: dpa, AFP)
Kallas fordert Verhandlungsbereitschaft
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Russland aufgefordert, Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung einzustellen und Verhandlungsbereitschaft zu zeigen. Nach einem Treffen mit Papst Leo XIV. erklärte sie, die EU sei offen für Gespräche. Die jüngsten diplomatischen Bemühungen Deutschlands hätten jedoch gezeigt, dass Russland derzeit kein Interesse an einem Dialog habe. (Quelle: EBU)
Die Ereignisse gestern – am 2. Oktober 2026
Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind am Freitag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. In Charkiw starben mindestens zwei Menschen durch Gleitbomben. In Kiew wurde ein Mensch getötet. In Kiew trafen russische Drohnen erneut die Südbrücke über den Fluss Dnipro.
Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden unter anderem ein Brückenpfeiler, die Fahrbahn und eine Betonbarriere zum Schutz der U-Bahn-Linie beschädigt. Laut Stadtverwaltung waren wegen der Angriffe drei der sechs Brücken über den Fluss teilweise oder ganz geschlossen. Es kam zu großen Staus.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Wolgograd wurde nach russischen Behördenangaben ein Mensch verletzt. Der Angriff habe Industrieanlagen gegolten. In einem Wohnhaus sei ein Feuer ausgebrochen.
Russlands Präsident Wladimir Putin warnte "den Westen", seinem Land eine "strategische Niederlage" zufügen zu wollen. Das könne den Konflikt in seine "brutalste Phase" bringen.
Die Ukraine wies einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück, wonach mehr als die Hälfte ihrer F-16-Kampfjets nicht einsatzbereit sei.
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde in den Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette "Hyperglobus" berufen.
Ukraine-News am Samstag, 3. Oktober 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.