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Ukraine passt Drohnen und Taktik in Tagen an. Nato-Ausbilder wollen das Tempo für westliche Armeen nutzbar machen

Technologie

Der Krieg in der Ukraine zwingt die westlichen Streitkräfte zu einer unbequemen Erkenntnis. Zwischen der Geschwindigkeit an der Front und den Abläufen in Friedenszeiten liegt eine große Lücke, berichtet „Euromaidan Press“. Ukrainische Soldaten müssen Ausrüstung und Vorgehensweisen laufend an neue Bedingungen anpassen. In vielen Nato-Staaten dauern vergleichbare Prozesse deutlich länger.

Ein Beispiel dafür ist Camp Jomsborg im Osten Polens. Norwegen hat den Ausbildungsstützpunkt innerhalb weniger Monate in einem Waldgebiet aufgebaut. Dort trainiert die Nato ukrainische Soldaten. Zugleich geben ukrainische Ausbilder und Soldaten ihre Erfahrungen von der Front an die westlichen Streitkräfte weiter.

Zwischen Front und Friedensbetrieb

Das Ausbildungsprogramm Operation Legio soll diese Verbindung herstellen. Ein für den Ablauf zuständiger norwegischer Major, der von „Business Insider“ nur als John bezeichnet wird, beschreibt das Lager als einen Ort zwischen dem Krieg im Osten und den Friedensstrukturen im Westen. Die Nato müsse sich an das Tempo einer Armee anpassen, die unmittelbar im Krieg steht.

Brigadegeneral Atle Molde, der die Einsatzgruppe Legio führt, nennt die Entwicklung von Drohnensoftware als Beispiel. In westlichen Armeen könne eine notwendige Aktualisierung etwa sechs Monate dauern. In der Ukraine säßen Ingenieure näher an der Front und passten Programme innerhalb von Tagen oder Wochen an neue Erfahrungen an.

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Bürokratie bremst Anpassungen

Molde sieht die Ursache auch in den Regeln westlicher Streitkräfte. Beschaffung, Ausbildung und Änderungen an Waffensystemen folgen in Friedenszeiten langfristigen Verfahren. Diese Abläufe seien für eine Armee, die schnell auf Veränderungen reagieren müsse, nur bedingt geeignet.

Auch der Aufbau des Camps zeigt laut „Business Insider“, dass Verfahren beschleunigt werden können. Bestimmte Genehmigungen seien dabei nicht eingehalten worden, sagte Molde. Für Übungen mit Drohnen bietet der Standort in Polen zudem mehr Möglichkeiten als viele Gebiete in Westeuropa, wo der verfügbare Luftraum stärker eingeschränkt ist.

Erfahrungen sollen zurück in die Nato

Die ukrainischen Erfahrungen sollen deshalb nicht in Polen bleiben. Operation Legio soll auch Erkenntnisse für die norwegischen und anderen beteiligten Streitkräfte liefern. Dabei geht es um schnelleres Anpassen von Ausbildung und Technik sowie um kürzere Wege zwischen Soldaten, Ingenieuren und Herstellern.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte fordert ebenfalls Veränderungen bei Beschaffung und Regulierung. Er verlangt weniger bürokratische Hürden und eine stärkere Anpassung der westlichen Verteidigungsindustrie an die Anforderungen eines möglichen Konflikts. Für die Nato stellt sich damit eine praktische Frage: Wie lässt sich die Geschwindigkeit aus einem Krieg übernehmen, ohne die Verfahren eines Friedensbetriebs vollständig aufzugeben?

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