Ukraine plant Gegenschlag: Neue ballistische Rakete soll bis Moskau reichen
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Ukraine plant Gegenschlag: Neue ballistische Rakete soll bis Moskau reichen
Von: Lukas Richter
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Ein ukrainisches Unternehmen entwickelt eine eigene ballistische Rakete – Moskau soll bald in Reichweite liegen.
Die Ukraine arbeitet an einer neuen ballistischen Rakete aus eigener Produktion – und Moskau könnte damit bald in Reichweite liegen. Der Hersteller Fire Point will das System nach Angaben seiner Chefin Iryna Terekh bereits in wenigen Monaten einsetzen können. Das Unternehmen baut zudem täglich Hunderte Langstrecken-Drohnen und entwickelt seine Raketenprogramme weiter.
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Moskau soll bald erreichbar sein
Die 34-jährige Fire-Point-Chefin erklärte gegenüber dem US-Sender CBS News, ihr Unternehmen stehe kurz davor, die erste vollständig in der Ukraine entwickelte und produzierte ballistische Rakete einsatzbereit zu machen. Damit soll auch die russische Hauptstadt in Reichweite kommen.
Ballistische Raketen steigen nach dem Start in große Höhe und folgen anschließend einer bogenförmigen Flugbahn. Dadurch unterscheiden sie sich von Marschflugkörpern, die meist vergleichsweise niedrig fliegen. Ballistische Systeme sind deshalb schwerer abzufangen.
Fire Point baut bis zu 400 Langstrecken-Drohnen am Tag
Fire Point produziert nach Angaben Terekhs inzwischen 300 bis 400 Langstrecken-Kampfdrohnen pro Tag. Zu Beginn hatte das Unternehmen lediglich 20 FP-1-Drohnen im Monat angepeilt. Seit 2024 seien diese unter anderem gegen russische Flugplätze, Munitionslager und Ölraffinerien eingesetzt worden, berichtet CBS News.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 20. Juni, ein neues System des Herstellers könne Ziele in bis zu 3.000 Kilometern Entfernung erreichen. Die neue Fähigkeit sei bei ukrainischen Langstreckeneinsätzen demonstriert worden. „Unsere Drohnen können jetzt Ziele in 3.000 Kilometern Entfernung erreichen“, sagte Selenskyj bei seiner abendlichen Ansprache und dankte den Ingenieuren von Fire Point.
Auch bei Marschflugkörpern treibt die Firma die Reichweite hoch. Im Juni habe ein Fire-Point-System bei einem Einsatz mehr als 1.600 Kilometer zurückgelegt, sagte Terekh zu CBS News. Nach ihrer Darstellung war dies der weiteste Kampfeinsatz eines Marschflugkörpers überhaupt. Unabhängig bestätigt ist dieser Rekordanspruch nicht.
Terekh erhebt weitreichende Angriffs-Bilanz
Nach Angaben der Firmenchefin hat die Ukraine 2026 bislang doppelt so viele Angriffe tief im russischen Hinterland geflogen wie Russland gegen Ziele tief in der Ukraine. Rund 60 Prozent der ukrainischen Einsätze seien mit Waffen von Fire Point erfolgt. Auch diese Angaben stammen von Terekh und lassen sich anhand der vorliegenden Quelle nicht unabhängig überprüfen.
Das Unternehmen entstand nach Beginn der russischen Großinvasion 2022. Terekh und der Unternehmer Denys Shtilerman entwickelten zunächst Langstrecken-Drohnen als ukrainische Antwort auf russische Angriffe mit iranischen Shahed-Drohnen und deren russischen Varianten. Inzwischen gehören auch Marschflugkörper und die neue ballistische Rakete zum Programm.
Ukraine baut eigene Waffenindustrie aus
Terekh führt das schnelle Entwicklungstempo auch auf kurze Wege zwischen Herstellern und Militär zurück. „Das funktioniert in der Ukraine, weil wir wenig Bürokratie haben, direkt mit der Armee sprechen und Unternehmen schnell reagieren“, sagte sie CBS News.
Die USA und die Ukraine wollen laut dem Sender zudem in Kürze ein neues Verteidigungsabkommen schließen. Es soll Exporte ukrainischer Militärtechnik in die USA und gemeinsame Projekte mit amerikanischen Firmen erleichtern. Die ukrainische Rüstungsindustrie habe inzwischen „etwas viel Wertvolleres anzubieten“, sagte Terekh mit Blick auf ihre wachsende Bedeutung als Exportbranche. Quellen: CBS News, Selenskyj / Website des ukrainischen Präsidenten, nif/red.