Ukraine: Russland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische Städte
Sabrina Frangos Russland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische Städte Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen und Verletzte gemeldet. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen und Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“. Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des „Kyiv Independent“ war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede. Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es. Miriam Braun Fünf Verletzte bei russischem Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew Bei einem schweren russischen Angriff mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens fünf Menschen verletzt worden. Zudem wurden mehrere Wohngebäude getroffen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In einem beschädigten neunstöckigen Wohnhaus seien Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stehe in Flammen. Klitschko zufolge wurde Kiew auch mit ballistischen Raketen angegriffen. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge waren in der Stadt mehrere Explosionen zu hören. U-Bahn-Stationen als Bunker: In Kiew suchen die Menschen wieder Schutz vor russischen Angriffen. Alina Smutko/ Reuters Miriam Braun Ukraine: Russische Drohnen greifen Kiew an – Brand in Innenstadt Russische Streitkräfte greifen erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen an. Augenzeugen erklären Reuters, dass durch den Angriff ein Feuer in einem Gebäude am zentralen Schewtschenko-Boulevard ausgebrochen ist und das Dach in Flammen steht. Rettungskräfte seien zum Einsatzort ausgerückt, teilt Kiews Bürgermeister Witali Klitschko mit. Ihm zufolge sind Trümmerteile von Gebäuden im Stadtzentrum sowie in einem nordöstlichen Vorort zu Boden gestürzt. Ein weiterer Augenzeuge berichtet von Explosionen in den westlichen Bezirken der Hauptstadt. Miriam Braun AP zählt mehr als 50 Angriffe auf russische Energieanlagen seit März Die Angriffe des ukrainischen Militärs auf russische Energieanlagen machen sich zusehends bemerkbar. Die Nachrichtenagentur AP ermittelte in einer Zählung der seit März gemeldeten Fälle mehr als 50 Angriffe auf Ölraffinerien, Lager, Terminals und andere Energieinfrastruktur in Russland und auf der völkerrechtswidrig annektierten Krim. In vielen Fällen wurde eine Anlage mehrfach attackiert, so etwa eine Ölraffinerie in der Schwarzmeerstadt Tuapse, die Berichten zufolge viermal getroffen wurde. Gary Peach, Ölmarktanalyst beim Fachinformationsdienst Energy Intelligence, sagte der AP, die Menge des im Juni von Russland zu Treibstoff verarbeiteten Rohöls sei im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 3,95 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen. Das sei der niedrigste Wert in 20 Jahren. „Die Ausfälle sind außergewöhnlich.“ Die Produktion von Benzin etwa sei um 17 Prozent auf 850.000 Barrel täglich zurückgegangen, sagte Peach. Das liege weit unter dem Bedarf für den heimischen Markt. Chris Weafer, Chef der Beratungsfirma Macro-Advisory, schätzt, dass etwa ein Drittel der russischen Ölraffineriekapazität außer Betrieb ist. Weil Raffinerien das Ausmaß der Schäden nicht öffentlich bestätigten, beruhe das aber auf anekdotischen Hinweisen und Quellen aus der Ölbranche, sagte Weafer. Die Ausfälle träfen Russland zu einem kritischen Zeitpunkt. Mit Beginn der landwirtschaftlichen Saison und insbesondere der Erntezeit steige die Nachfrage. Vivian Melchert Selenskyj: Russland bereitet massiven Angriff vor Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch heute einen massiven Angriff auf die Ukraine ausführen. Das sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland. Alle ein bis zwei Wochen führe Russland massive Angriffe mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen verschiedener Art aus, so der ukrainische Staatschef. „Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, sagte Selenskyj. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Die Menschen in seinem Land rief er auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen. Tags zuvor hatten bereits der Bürgermeister der westukrainischen Großstadt Iwano-Frankiwsk, Ruslan Marzinkiw, und der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Cherson, Olexander Prokudin, die Bevölkerung vor einem möglichen größeren russischen Angriff für die Nacht zum Mittwoch gewarnt. Jeanne Vesper Nord-Stream-Verdächtiger in Hamburg angeklagt Vivian Melchert Tote nach russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw Bei einem russischen Raketenschlag sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Infolge des Angriffs gebe es Schäden auf dem Gelände eines Unternehmens. Ein ausgelöster Brand wurde seinen Angaben nach gelöscht. Auch in der ostukrainischen Großstadt Charkiw hat es nach Behördenangaben Tote nach russischen Gleitbombenangriffen gegeben. Mindestens zwei Zivilisten seien getötet worden, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. Rund ein Dutzend weitere seien verletzt worden. Insgesamt hat es demnach fünf Einschläge in zwei Stadtteilen gegeben. Jeanne Vesper Selenskyj: Firmen in Europa arbeiten für Russland Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einladung zum Start der irischen EU-Ratspräsidentschaft für scharfe Kritik an Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa genutzt. Es gebe Firmen in europäischen Ländern, „deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten“, sagte der ukrainische Staatschef bei einer Rede in Dublin. Diese seien im Besitz oder praktisch unter der Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen. „Sie versorgen den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien, sogar jetzt“, so Selenskyj weiter. Er rief die EU dazu auf, die Sanktionen gegen Russland entsprechend zu erweitern. In Irland hatte zuletzt der Export von Aluminiumoxid nach Russland für Debatten gesorgt. Das Rohmaterial dient zur Herstellung von Aluminium, ist aber auch für die Rüstungsproduktion von großer Bedeutung. Ein Werk in der irischen Grafschaft Limerick war deswegen in die Schlagzeilen geraten. Vivian Melchert Drohnenangriffe lassen russische Dieselexporte einbrechen Ukrainische Drohnenangriffe auf wichtige Raffinerien haben Russlands Ausfuhren von Diesel auf dem Seeweg im Juni einbrechen lassen. Die Exporte von Diesel und Gasöl sanken im Vergleich zum Vormonat um 39 Prozent auf rund 1,8 Millionen Tonnen, wie am Mittwoch aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG und von Marktteilnehmern hervorging. Das entspricht einem Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Lieferungen aus Primorsk, dem wichtigsten russischen Exporthafen für Diesel, sanken Schätzungen von Händlern zufolge um mehr als die Hälfte auf 623.000 Tonnen. Die Produktionsausfälle wirken sich auch auf den russischen Inlandsmarkt aus. Angesichts einer steigenden saisonalen Nachfrage führte das sinkende Angebot zu Engpässen und Verkaufsbeschränkungen in mehreren Regionen. Nach Einschätzung von Händlern könnten die Exporte im Juli wegen längerer außerplanmäßiger Wartungsarbeiten und einer starken Inlandsnachfrage fast zum Erliegen kommen. Eine offizielle Entscheidung der russischen Regierung über ein Exportverbot liegt jedoch noch nicht vor. Hintergrund sind Drohnenangriffe auf große Raffinerien im Mai und Juni. Damit will die Ukraine eine wichtige Einnahmequelle Russlands für den seit fast viereinhalb Jahren laufenden Angriffskrieg austrocknen. Die Türkei und Brasilien blieben im Juni die Hauptabnehmer und übernahmen zusammen mindestens die Hälfte der verfügbaren Ladungen. Laut Daten zur Schiffsverfolgung zählten zudem Marokko, Ägypten und Senegal zu den wichtigen Abnehmern. Tanker mit insgesamt 250.000 Tonnen Diesel sind derzeit auf dem Weg zu Ankerplätzen vor Ägypten und Zypern, um dort auf See umgeladen zu werden. Ihre endgültigen Bestimmungsorte sind noch unklar. Jeanne Vesper Russland schließt Grenzübergänge für Bahnverkehr Russland hat einseitig sieben Grenzübergänge im Bahnverkehr mit Finnland, Estland und Lettland geschlossen. Die Anweisung der russischen Regierung in Moskau gilt ab 1. Juli und soll vorübergehend sein, wobei zur Dauer keine Angaben gemacht wurden. Personen, Fahrzeuge, Waren und Güter dürfen die Übergänge nicht mehr passieren, wie es hieß. Ein Grund wurde nicht genannt. Auch die Auswirkungen der Maßnahme waren nicht sofort absehbar. Aufgelistet wurden fünf Grenzübergänge mit Finnland. Allerdings hat Finnland wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und eigener Sicherheitsbedenken die Grenze mit Russland selbst 2023 geschlossen. Ein reduzierter Frachtverkehr läuft über den Übergang Vainikkala, auf russischer Seite Busslowskaja. Dieser steht nicht auf der Moskauer Liste. Auch nach Estland und Lettland fahren keine russischen Personenzüge mehr, geblieben ist ein eingeschränkter Frachtverkehr. In jedes dieser Länder schloss Moskau einen von zwei Übergängen. Jeanne Vesper Ukraine beschließt Schaffung umstrittener Gedenkstätte Mitten im Krieg gegen Russland und vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat die Ukraine die Einrichtung einer „Pantheon“ genannten nationalen Gedenkstätte beschlossen. Für die Novelle stimmten in einer beschleunigten zweiten Lesung 287 Abgeordnete – und damit eine deutliche Mehrheit. Ziel sei es, „die herausragendsten Vertreter der ukrainischen Nation zu ehren“ und anhand ihres Vorbilds eine „nationale und staatsbürgerliche Identität zu formen“, hieß es im Erklärungstext. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Gesetzesnovelle als „dringlich“ bezeichnet. Er bedankte sich bei den Parlamentariern und sprach von einem „wichtigen Schritt“. Der Staatschef kündigte die unverzügliche Unterzeichnung an. Der staatliche Gedenkort wird dem Gesetz zufolge in der Hauptstadt Kiew eingerichtet. Geehrt werden sollen historische Figuren seit der Zeit des mittelalterlichen Reiches der Kiewer Rus. Erwartet wird, dass international umstrittene Persönlichkeiten umgebettet werden, die die heutige Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer ansieht. Das Pantheon soll zudem als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen. Jeanne Vesper Merz: Nato-Gipfel soll Ukraine neue Finanzzusage geben Deutschland will sich auf dem Nato-Gipfel in der nächsten Woche für eine neue Finanzhilfe der europäischen Partner für die Ukraine starkmachen. „Die Bundesregierung schlägt vor, dass wir Kiew, als europäische Nato-Alliierte, eine neue Finanzierungszusage geben“, sagt Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin. Er hoffe, dass die Regierung in Moskau daraus die richtigen Schlüsse ziehe und zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit sei. „Wir werden in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen“, betont Merz. Es liege nur an dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, jetzt diese Gespräche zu führen und den Krieg zu beenden. Anna Kipnis Ukraine zerstört Brücke im Donezker Gebiet Die Ukraine hat eine Brücke auf einer Fernstraße zwischen den Großstädten Donezk und Mariupol im Südosten des Landes zerstört. Damit ist eine wichtige Straßenverbindung in dem von Russland besetzten Gebiet unterbrochen worden. „Unter anderem wurde eine Straßenbrücke über den Fluss Malyj Kaltschyk nahe Hranitne im Gebiet Donezk getroffen“, teilte der Generalstab in Kiew mit. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Bilder zeigten die Trümmer des Bauwerks im Flusstal gut 20 Kilometer nördlich der Hafenstadt Mariupol. Es existiert jedoch eine Umgehungsroute für den Straßenverkehr aus Richtung Norden in die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Welche Waffe bei dem Angriff eingesetzt wurde, teilte das Militär nicht mit. Lydia Wolter Selenskyj: Wieder Ziele weit in Russland attackiert Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut Ziele tief in Russland angegriffen. So sei zum zweiten Mal eine Ölraffinerie im russischen Ufa attackiert worden, teilt Selenskyj auf der Online-Plattform X mit. Die Anlage liegt mehr als 1300 Kilometer von der Front entfernt. Zudem habe es einen Angriff auf eine strategisch wichtige Anlage in der Region Pensa gegeben. Dort würden Komponenten für Raketenwaffen hergestellt, die Russland bei seinen Angriffen auf die Ukraine einsetze. Die attackierte Anlage liege rund 600 Kilometer von der Front entfernt. Lydia Wolter Ukraine bittet EU um Freigabe von 6,6 Milliarden Euro für Militärhilfe Die Ukraine bittet ihre Partner in der Europäischen Union, freie Mittel aus der Europäischen Friedensfazilität (EPF) in Höhe von 6,6 Milliarden Euro für die Militärhilfe bereitzustellen. Dies geht aus einem Brief von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Der gesamte Verteidigungsbedarf der Ukraine wird in dem Schreiben für dieses Jahr auf rund 136 Milliarden Euro geschätzt, wovon der ukrainische Haushalt etwa 53 Milliarden Euro abdeckt. Auch mit einer geplanten EU-Anleihe bleibt demnach eine erhebliche Finanzierungslücke. Die EFF ist ein Fonds, der bereits 2021 neben dem regulären EU-Haushalt zur Unterstützung von Drittstaaten aufgelegt wurde und mittlerweile vor allem der Hilfe für die Ukraine dient. Lydia Wolter Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent – nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025. Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, „die die Wirtschaft abwürgt“, weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein. Auch die ukrainischen Attacken auf russische Energieanlagen und die daraus entstandenen Probleme mit der Kraftstoffversorgung schadeten der Wirtschaft, meinte Astrov. Internetsperren sorgten für zusätzliche Probleme in der stark digitalisierten Wirtschaft, hieß es. Dennoch bleibt Moskau aus Sicht des wiiw weiter in der Lage, den Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zu finanzieren. Nächstes Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Lydia Wolter Lydia Wolter Ukraine: Eine Tote bei russischem Angriff auf Tankstellen Bei einem russischen Angriff auf Tankstellen in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ist Behördenangaben zufolge eine Frau getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Olexandr Hanscha, über den Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Vivian Melchert Saab liefert 16 Kampfjets an die Ukraine Der schwedische Rüstungskonzern Saab unterzeichnet einen Vertrag zur Lieferung von 16 Kampfjets des Typs Gripen E an die Ukraine. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 24,6 Milliarden schwedischen Kronen (2,54 Milliarden Dollar). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, die mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson getroffene Vereinbarung umfasse auch technische Unterstützung. Bei den Lieferterminen gibt es jedoch unterschiedliche Angaben: Während Selenskyj den Beginn für 2027 ankündigt, plant Saab die Auslieferung für die Jahre 2029 bis 2030. Lara Dehari Euroclear verklagt russische Zentralbank in Belgien Die Wertpapierverwahrstelle Euroclear verklagt die russische Zentralbank vor einem belgischen Zivilgericht. Damit will das Unternehmen die Vollstreckung eines russischen Urteils blockieren, das Euroclear zur Zahlung von rund 220 Milliarden Euro Schadenersatz wegen des Einfrierens russischer Vermögenswerte verpflichtet. Die Verwahrstelle erklärt, im Einklang mit den EU-Sanktionen gehandelt zu haben. Russische Gerichte seien für Euroclear nicht zuständig. Die Notenbank bereitet eigenen Angaben zufolge eine Verteidigungsstrategie vor. Von den weltweit rund 300 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Vermögenswerten liegt der Großteil bei Euroclear in Brüssel. Lara Dehari Dänemark kündigt neues Militärhilfepaket für Ukraine an Dänemark stellt der Ukraine ein neues Militärhilfepaket zur Verfügung. Dieses habe einen Wert von rund 4,4 Milliarden Kronen (etwa 589 Millionen Euro), teilt die Regierung mit. Rund 1,3 Milliarden Kronen fließen dabei in das sogenannte dänische Modell, mit dem die Beschaffungskosten des ukrainischen Staates über dessen eigene Rüstungsindustrie finanziert werden. Zudem seien weitere Mittel für weitreichende Artilleriemunition vorgesehen. Es ist das 30. Militärhilfepaket des Landes für die Ukraine. Patricia Hoffhaus EU zahlt Ukraine Milliarden für Drohnenbeschaffung aus Die Ukraine erhält erster Gelder für die Drohnenbeschaffung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU. Die Europäische Kommission beginne heute mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kiew fließen. Der Einsatz von Drohnen sei eine Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem Angriffskrieg Russlands standzuhalten. „Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas zu stärken“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. dpa Patricia Hoffhaus Russland will wegen Engpässen Treibstoff importieren Angesichts von Versorgungsengpässen im Zuge ukrainischer Angriffe verhandelt Russland mit anderen Ländern über den Import von Treibstoff. Dies werde aber nur zu akzeptablen Preisen geschehen, teilt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit. Welche Staaten als Lieferanten infrage kommen, wollte er nicht sagen. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur im fünften Jahr des Krieges verstärkt. Dies führte in Russland, dem drittgrößten Ölproduzenten der Welt, zu weitreichenden Treibstoffengpässen und Preisanstiegen. Patricia Hoffhaus Selenskyj: Erneut Satellitenkommunikationszentrum nahe Moskau attackiert Die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge erneut ein russisches Satellitenkommunikationszentrum in der Region Moskau angegriffen. Es sei das zweite Mal, dass die Anlage in Dubna unter Beschuss genommen worden sei, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Erst in der vergangenen Woche hatte der ukrainische Generalstab von einem ersten Angriff auf die Anlage, die mehr als 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, berichtet. Selenskyj zufolge wird sie für Aufklärungszwecke und zur Koordinierung der russischen Truppen in der Ukraine genutzt. Die ukrainische Armee habe zudem zuletzt vier ähnliche russische Anlagen in den Regionen Moskau und Wladimir attackiert. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Militär- und Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Dies führte in Teilen Russlands auch zu Treibstoffengpässen.