Ukraine schickt Drohnenschwarm: Russland beklagt heftigste Attacke auf Moskau seit zwei Jahren
Der Krieg ist längst auch in Moskau zu spüren: Wie Bürgermeister Sobjanin mitteilt, sollen allein in der vergangenen Nacht Hunderte Drohnen in die Richtung der Hauptstadtregion geflogen sein. Erneut im Visier: ein Lager des Onlinehändlers Wildberries. Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Bei den Angriffen seien drei Menschen verletzt worden, unter ihnen eine Zehnjährige, erklärte Gouverneur Andrej Worobjow. Unter anderem sei ein Lager des Online-Versandhändlers Wildberries getroffen worden. Wildberries wird wegen seines breiten Angebots und seines Liefernetzes häufig als "russisches Amazon" bezeichnet. Die Ukraine wirft dem Online-Versandhändler vor, in den Transport und die Lagerung von Waffen für die russischen Streitkräfte verwickelt zu sein. Seit einigen Wochen nehmen die Truppen Kiews deshalb immer wieder Lagerhäuser und andere Gebäude mit Verbindungen zu Wildberries in Russland ins Visier. Die ukrainische Luftwaffe fliegt nahezu täglich große Angriffswellen gegen die russische Hauptstadtregion. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde das Moskauer Gebiet laut Sobjanin von ungefähr 600 Drohnen attackiert – demnach gab es neben einem Todesopfer auch mehrere Verletzte. Bei russischen Angriffen am Abend in der Ukraine wurden dort mehrere Menschen getötet und verletzt. In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage, wie der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Bei weiteren Drohneneinschlägen sei in einer Gemeinde von Saporischschja der Strom ausgefallen. Aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa meldeten die Behörden mindestens neun Verletzte durch russische Angriffe. "Der Feind setzt den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der Region Odessa fort", schrieb der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram. Nach Angaben der Agentur Ukrinform wurden bei den russischen Drohnenangriffen ein Restaurant und mehrere Privathäuser getroffen. Das russische Militär, das seit knapp viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die gesamte Ukraine führt, attackierte zuletzt verstärkt zivile Ziele im Nachbarland. Neben der Invasion mit Bodentruppen greift Russland seit 2022 ukrainische Städte mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern, Gleitbomben und Drohnen an.