Ukraine | Selenskyj nennt EU-Verhalten "unmoralisch"
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj nennt EU-Verhalten "unmoralisch"
Der Stabschef Selenskyjs kündigt Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA an. Selenskyj beklagt das Verhalten der EU. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 13. September
China und Indien bieten Vermittlung an
Chinas Staatschef Xi Jinping und der indische Ministerpräsident Narendra Modi bieten russischen Angaben zufolge ihre Vermittlung für Friedensgespräche zur Ukraine an. Der russische Präsident Wladimir Putin begrüße diese Bereitschaft, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die drei Politiker nehmen am Wochenende am Brics-Gipfel in Delhi teil.
Zwei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen
Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk, Radmir Beljajew, bei Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden.
Vier weitere Menschen wurden Beljajew zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei.
Selenskyj nennt EU-Verhalten "unmoralisch"
Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Europäische Union dafür, dass sie bislang keine Einigung über eine Verlängerung der Sanktionen gegen russische Oligarchen und Unternehmen erzielt hat, und bezeichnete dies in Äußerungen vom 12. September als "unmoralisch und selbstzerstörerisch".
Die EU hat bis zum 15. September Zeit, ihre Sanktionen gegen mehr als 3.000 überwiegend russische Einrichtungen und Einzelpersonen zu verlängern, scheiterte jedoch auch am 11. September erneut an einer Zustimmung zur Verlängerung. Zuletzt waren die Maßnahmen am 14. März verlängert worden.
Die Slowakei blockiert die Einigung, indem sie weiterhin die Aufhebung der Sanktionen gegen die russischen Oligarchen Michail Fridman und Alischer Usmanow fordert – und laut vier EU-Diplomaten gegenüber dem Portal Euronews hat sich erstmals auch Frankreich dem Vorstoß Bratislavas angeschlossen, Usmanow von der Liste zu streichen.
Selenskyj nannte Fridman und Usmanow am 12. September in einem Beitrag in den sozialen Medien namentlich und forderte die EU auf, Druck auf den russischen Unternehmenssektor auszuüben, anstatt die Sanktionen zu lockern.
Samstag, 12. September
Erstes Drohnenboot-Gefecht im Schwarzen Meer – Russland verliert
Im vermutlich ersten Zusammentreffen zweier Marine-Drohnen überhaupt hat das unbemannte russische Boot gegen sein ukrainisches Gegenstück nach Kiewer Darstellung den Kürzeren gezogen.
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Selenskyj-Vertrauter: Dreiergespräche noch im Oktober
Die Ukraine erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen über eine Friedenslösung mit Russland und unter Vermittlung der USA im kommenden Monat. "Wir bereiten uns vor, auf Oktober", sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, im Gespräch mit Journalisten. Er bestätigte, dass damit Unterredungen im Dreierformat gemeint seien. Ein genaues Datum oder den Ort der Treffen nannte er jedoch nicht.
Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuletzt in einem Interview der "Iswestija" erklärt, der Kreml gehe davon aus, dass die USA, Russland und die Ukraine den Dialog "in absehbarer Zeit" fortsetzen könnten. "Eine andere Frage ist jedoch, wie erfolgreich dieser Dialog sein wird – das lässt sich derzeit nur schwer vorhersagen, da sich die Lage vor Ort für die Ukrainer von Mal zu Mal verschlechtert", behauptete er.
US-Unterhändler hatten am vergangenen Wochenende Moskau und Kiew besucht und die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung für den Krieg in der Ukraine sondiert. Dabei war eine Fortsetzung des seit Monaten unterbrochenen Dialogs im Dreierformat ins Auge gefasst worden. Diese Gespräche werden von Unterhändlern geführt, die stets mit ihren jeweiligen Staatschefs Rücksprache halten müssen. Erst am Ende ist ein direktes Treffen der Präsidenten der USA, Russlands und der Ukraine zu erwarten.
Kreml schließt Treffen von Putin und Selenskyj bei G20-Gipfel in Miami aus
Russland schließt ein Treffen von Staatschef Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim diesjährigen G20-Gipfel in den USA aus. "Das ist unmöglich", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Neu Delhi. Er bekräftigte Moskaus Position, dass eine solche Begegnung nur in der russischen Hauptstadt stattfinden könne: "Es gibt eine Bereitschaft, ihn (Selenskyj) in Moskau zu treffen."
Selenskyj zu Treffen mit Putin bei G20-Gipfel in Miami bereit
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin bereit, sollten beide Politiker zu einem G20-Gipfel in die USA eingeladen werden. "Wir müssen uns treffen, miteinander sprechen und Entscheidungen treffen", sagte Selenskyj in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Welle (DW).
"Es geht nicht um Worte", sagte Selenskyj in dem Interview, das am Freitag in Kanada geführt wurde. "Was ich ihm sagen werde oder was er mir sagen will, spielt keine Rolle", sagte Selenskyj mit Blick auf Putin. Er fügte hinzu: "Was zählt, ist das Ergebnis." Die Ukraine sei an der Front viel stärker als noch im vergangenen Jahr, Moskau dagegen zahle einen "hohen Preis" für kleine Erfolge. "Deshalb glauben wir, dass wir uns jetzt in einer guten Verhandlungsposition befinden", betonte der ukrainische Präsident.
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