Ukraine: Selenskyj warnt vor "großem Risiko" durch Wahlen während des Krieges
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Forderungen nach Neuwahlen im Krieg zurückgewiesen. »Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen«, sagte Selenskyj vor Journalisten. Wahlen kämen einem Tsunami gleich, der die Ukraine »spalten« werde.
Damit reagierte Selenskyj auch auf Äußerungen seines ehemaligen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow. Dieser hatte sich in einer am Dienstag veröffentlichen Videobotschaft sehr klar für Neuwahlen ausgesprochen – obwohl diese in der Ukraine während des Kriegszustands verboten sind. »Die Demokratie darf nicht von Russland als Geisel genommen werden«, sagte Fedorow in dem Video. Er forderte einen »legalen, sicheren und realistischen Mechanismus«, um trotz der russischen Invasion Wahlen zu ermöglichen.
Fedorow fällt durch öffentliche Kritik auf
Der 35-Jährige war seit Januar ukrainischer Verteidigungsminister und zuvor viele Jahre Minister für digitale Transformation. Vor rund einem Monat schied er aus dem Amt, was tagelange Proteste auslöste. Seitdem fiel der populäre Politiker durch öffentliche Kritik an Selenskyj und dessen Regierungsstil auf. Fedorow wird nachgesagt, selbst Ambitionen auf das Präsidentenamt zu haben.