Ukraine-Ticker: Republikaner kritisieren Trumps Russland-Kurs
10.55 Uhr: Selenskyj - 76 Angriffe auf Energiesektor binnen einer Woche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland massive Angriffe auf den Energiesektor seines Landes vorgeworfen, obwohl US-Präsident Donald Trump eine entsprechende Waffenruhe verkündet hatte. "Seit der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten vor einer Woche hat Russland den Energie-, Öl- und Gassektor der Ukraine 76-mal gezielt angegriffen", schreibt Selenskyj auf der Plattform X. Die jüngsten Angriffe hätten Umspannwerke in den Regionen Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa getroffen. Die von Trump verkündete Vereinbarung über eine Feuerpause für die Energie-Infrastruktur war zuvor weder von der Regierung in Kiew noch von der in Moskau bestätigt worden. Trump hatte die Einigung vor einer Woche bekanntgegeben.
09.11 Uhr: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf St. Petersburg
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Metropole Sankt Petersburg ist den Behörden zufolge ein Mensch getötet worden. Fünf weitere Personen wurden verletzt, wie Gouverneur Alexander Beglow mitteilt. Demnach brachen am Ölterminal von Sankt Petersburg, einem Öllager und in Industriehallen Brände aus. Der russische Online-Händler Ozon teilt mit, dass sein Logistikzentrum in der Stadt brenne. Das Internetunternehmen VK erklärt, sein Rechenzentrum in der Region Leningrad sei von Drohnen angegriffen worden, der Betrieb laufe jedoch normal weiter. Die russische Luftabwehr schoss nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 1015 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen des Landes ab.
08.43 Uhr: Tote in Saporischschja und Poltawa bei russischen Angriffen
Bei russischen Luftangriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten des Landes wurde der Militärverwaltung zufolge eine Frau getötet und eine weitere Frau sowie ein kleines Mädchen verletzt. Den Angaben nach wurden zwei Mehrfamilienhäuser, 18 Autos und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Zum eingesetzten Waffentyp machten die Behörden keine Angaben.
In der zentralukrainischen Großstadt Poltawa gab es nach Behördenangaben Drohnenangriffe. Eine Frau sei getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, teilte Militärverwaltungschef Witalij Djakiwnytsch bei Telegram mit. Demnach wurden in der Stadt neun Wohnhäuser beschädigt, teils durch abgestürzte Drohnentrümmer.
In der westukrainischen Region Winnyzja führten russische Drohnenangriffe auf die kritische Infrastruktur zudem der Militärverwaltung zufolge zu Stromausfällen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär insgesamt bei seinen Angriffen 180 Kampfdrohnen ein, von denen 152 abgefangen werden konnten. Einschläge habe es an 20 Orten gegeben.
07.46 Uhr: Alarm wegen unbekannten Flugobjekts in Litauen und Lettland
Litauen hat die Bewohner im Zentrum und Norden des Landes wegen eines unbekannten Flugobjekts vorübergehend in die Schutzräume gerufen. Während der Luftwarnung seien Nato-Abfangjäger aufgestiegen und der Flughafen Kaunas geschlossen worden, wie die Armee und das nationale Krisenzentrum mitteilen. Das nördliche Nachbarland Lettland gab für einige Grenzregionen wegen einer "möglichen Bedrohung" vorübergehend ebenfalls eine Warnung heraus. In den vergangenen Monaten sind wiederholt ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Nato-Staaten eingedrungen. Der Regierung in Kiew zufolge werden sie durch russische Störsender vom Kurs abgebracht. Dies schürt Sorgen vor einer Ausweitung des russischen Krieges in der Ukraine auf das Nato-Gebiet.
07.17 Uhr: Russische Behörden melden massiven Drohnenangriff auf Region St. Petersburg
Die russischen Behörden haben einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region St. Petersburg gemeldet. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, schrieb im Onlinedienst Telegram, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. Trümmer seien auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. "Ein großangelegter Angriff mit UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) wird weiterhin abgewehrt", schrieb Drosdenko.
Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, teilte mit, der ukrainische Angriff habe ein Feuer im St. Petersburger Öllager ausgelöst, das bereits im Juni getroffen worden war. "Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz", schrieb Beglow auf Telegram. "Aus Sicherheitsgründen" sei der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo eingeschränkt worden.
05.46 Uhr: USA - Ausgesetzte Russland-Sanktionen werden 60 Tage lang geprüft
US-Präsident Donald Trump wird die ausgesetzten Sanktionen gegen Russland bis zu 60 Tage lang prüfen. In dieser Zeit sollten die wirtschaftlichen Auswirkungen bewertet werden, sagt Außenminister Marco Rubio. Trump selbst erklärt, er habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Er hatte die Sanktionen und Zölle am Freitag angesichts hoher Energiepreise ausgesetzt.
02.45 Uhr: Republikaner kritisieren Trump wegen Russland-Kurs
US-Präsident Donald Trump ist wegen der Aussetzung von Sanktionen gegen Russland auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte der republikanische Senator Thom Tillis. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist."
Auch der republikanische Senator Ted Cruz erklärte, das Vorgehen von Trump sei ein "Fehler". Der republikanische Abgeordnete Michael McCaul forderte den Präsidenten auf "einen Rückzieher" zu machen. Auch der republikanische Senator John Cornyn äußerte sich bestürzt über das Vorgehen von Trump.
Vehemente Kritik kam auch aus den Reihen der oppositionellen Demokraten. "Trump hat Putin gerade sein bestes Geburtstagsgeschenk gemacht", erklärte der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer.
US-Außenminister Marco Rubio verteidigte Trumps Vorgehen und sprach von einer 60-tägigen Pause. Es gehe darum, die Auswirkungen der Strafmaßnahmen auf die Weltwirtschaft zu "analysieren", sagte Rubio am Samstag. "Der Präsident will diese 60 Tage nutzen, um zu analysieren, was Sanktionen und Zölle für die Weltwirtschaft und selbst die US-Wirtschaft bedeuten." Die Maßnahmen würden schließlich eine Reihe von Ländern treffen, nicht nur Russland.