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Ukraine-Umfrage: Fast 70 Prozent wollen in die EU

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Ukraine-Umfrage: Fast 70 Prozent wollen in die EU – doch eine andere Zahl alarmiert

Von: Lukas Richter

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Fast 70 Prozent wollen in die EU, doch viele Ukrainer sehen ihr Land auf dem falschen Kurs.

Kiew – Fast sieben von zehn Ukrainern würden derzeit für einen Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union stimmen. Auch die Unterstützung für einen NATO-Beitritt bleibt trotz des Krieges hoch. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit mit der Entwicklung im eigenen Land: Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich die Ukraine in die falsche Richtung bewegt.

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Bei einem baldigen Referendum über einen EU-Beitritt würden 69,5 Prozent dafür stimmen, während 22,2 Prozent dagegen wären. Einen Beitritt zur NATO unterstützen mehr als 60 Prozent der Befragten. 29,5 Prozent würden ihn ablehnen. Das geht aus einer am 6. August veröffentlichten Umfrage des ukrainischen Sozialforschungszentrums SOCIS hervor.

Deutlich skeptischer fällt der Blick auf die Lage im eigenen Land aus. 55,6 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Ukraine derzeit in die falsche Richtung entwickelt. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind eher pessimistisch.

Mehrheit sieht Entwicklung der Ukraine kritisch

35,1 Prozent rechnen damit, dass sich die allgemeine Situation in der Ukraine im nächsten Jahr verschlechtern wird, wie aus der SOCIS-Erhebung hervorgeht. 23,3 Prozent erwarten dagegen eine Verbesserung.

Als besonders belastend nennen die Befragten Korruption in staatlichen Strukturen, russische Angriffe auf Energieanlagen und zivile Infrastruktur sowie sinkende Lebensstandards. 50,5 Prozent bewerten die Korruption in der Ukraine als „sehr hoch“.

Aussage von Saluschnyj löst Debatte aus

Die Umfrage entstand wenige Tage vor einer Aussage des früheren ukrainischen Oberbefehlshabers und heutigen Botschafters in Großbritannien, Walerij Saluschnyj. Er hatte am 3. August erklärt, die Ukraine werde „niemals“ Mitglied der NATO werden.

Das ukrainische Außenministerium widersprach anschließend der Interpretation dieser Aussage. Saluschnyjs Äußerungen seien „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden, erklärte das Ministerium. Seine vollständige Antwort habe sich vor allem auf die von Großbritannien geführte Joint Expeditionary Force bezogen und nicht auf einen möglichen NATO-Beitritt der Ukraine.

Die neuen Umfragewerte zeigen damit einen deutlichen Unterschied zwischen der Zustimmung zur außenpolitischen Westorientierung und der Bewertung der Lage innerhalb des Landes. Während eine klare Mehrheit sowohl die EU- als auch die NATO-Mitgliedschaft unterstützt, überwiegt bei der Einschätzung der innenpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung die Skepsis.

2.000 Menschen persönlich befragt

SOCIS befragte zwischen dem 28. Juli und dem 2. August insgesamt 2.000 Menschen. Die Interviews wurden persönlich und computergestützt durchgeführt. Die statistische Fehlermarge gibt das Institut mit plus oder minus 2,6 Prozentpunkten an.

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