Ukraine verliert wertvollen F-16-Kampfjet - Pilot überlebt
Schwerer Verlust Ukraine verliert wertvollen F-16-Kampfjet im Einsatz Von t-online, wan Aktualisiert am 30.07.2026 - 06:30 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Ein F-16-Kampfjet der ukrainischen Luftwaffe ist abgestürzt. Er war an der Ostfront im Ukraine-Krieg im Einsatz. Die Ukraine hat einen der für sie wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16 verloren. Die Maschine sei an der Front unterwegs gewesen, um russische Luftangriffe abzufangen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Kiew. "Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten", hieß es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden oder Opfer. Unklar ist bisher, ob die Maschine in einen Luftkampf mit russischen Jets verwickelt war oder versuchte, heranfliegende Raketen oder Drohnen abzuwehren. Die Ermittlungen zur Ursache wurden aufgenommen, berichtet der ukrainische "Kyiv Independent". F-16 der Ukraine hatte jüngst Su-35-Kampfflugzeug abgeschossen Vor einer Woche hatten amerikanische Militärs die ukrainische Luftwaffe gelobt, weil sie Anfang Juli offenbar erstmals mit einer F-16 einen russischen Su-35-Kampfjet im Luftkampf abgeschossen hat. General Dan Caine, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der USA, sagte: "Vor kurzem gab es den ersten Luft-Luft-Abschuss, bei dem eine ukrainische F-16 ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen hat." "Ich denke daher, dass sich ihre Fähigkeit, ihre mehrschichtige Verteidigung auszubauen, in den letzten Jahren erheblich verbessert hat", so Caine. F-16 nimmt es mit Su-35 auf: Ukraine schießt russischen Jet ab Zweiter Vorfall: Rumänischer F-16-Kampfjet schießt erneut Drohne ab Ukraine verliert nächsten F-16-Kampfjet Die Ukraine hat nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge, die gebraucht etwa elf Millionen Euro kosten, werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Fünf Maschinen sind bei den riskanten Einsätzen bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen. Drei Piloten kamen bislang ums Leben. Der Verlust jeder einzelnen F-16 wiegt für Kiew schwer, da das Land sie nicht selbst produzieren kann und bis heute noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen in der Ukraine eingetroffen sind. Bislang haben die Niederlande und Dänemark F-16-Flugzeuge an die Ukraine geliefert. Belgien hatte angekündigt, bis zu 30 Maschinen liefern zu wollen. Nur wenig F-16-Kampfjets in der Ukraine einsatzfähig Außerdem sollen laut einem Bericht des niederländischen Senders NOS nur wenige F-16-Kampfjets einsatzbereit sein. Jack Watling, Verteidigungsexperte beim britischen Thinktank Royal United Services Institute (RUSI), erklärte in einem Interview mit NOS, die Flotte stehe noch immer vor grundlegenden Integrationsproblemen. Diese Probleme hätten sogar zu "tragischen Vorfällen von Beschuss durch eigene Truppen" beigetragen. Er fügte hinzu, dass die ukrainischen Streitkräfte nicht in der Lage seien, die Offensivfähigkeiten der Flugzeuge voll auszuschöpfen. Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Yurii Ihnat, erklärte gegenüber NOS, dass sich die F-16 aber in defensiven Einsätzen bewährt habe. Dazu gehöre das Abfangen von Raketen und Drohnen. Er sagte, von rund 3.000 abgefangenen Drohnen und Raketen seit 2024 seien 2.200 von F-16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden. F-16-Kampfjet ist vielseitiger Jäger Die F‑16 "Fighting Falcon" ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das vor allem für seine hohe Wendigkeit, Vielseitigkeit und vergleichsweise niedrige Kosten bekannt ist. Ursprünglich als leichter Jäger entwickelt, kann sie sowohl im Luft-Luft-Kampf als auch in der Luft-Boden-Rolle eingesetzt werden. Sie erreicht zweifache Schallgeschwindigkeit, verfügt über ein modernes Steuerungssystem, ein leistungsfähiges Radar und kann ein breites Spektrum an Waffen tragen – von Luft‑Luft‑Raketen über Präzisionsbomben bis hin zu Anti-Radar-Flugkörpern. Durch diese Kombination ist sie für die Luftverteidigung, offensive Luftschläge und Aufklärung geeignet. International gilt die F‑16 als "Arbeitstier" vieler Luftwaffen: Über 4.600 Maschinen wurden gebaut und in mehr als 25 Länder exportiert. Deutschland hat allerdings keine F-16-Kampfjets.