„Ukraine wird westliche Gebiete verlieren“: Putin legt gegen Kiew nach
Startseite Politik „Ukraine wird westliche Gebiete verlieren“: Putin legt gegen Kiew nach Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Putin stellt erneut die Grenzen der Ukraine infrage und sieht Gebietsverluste kommen. Moskau – Die Ukraine wird nach Überzeugung von Russlands Präsident Wladimir Putin früher oder später Gebiete im Westen verlieren. Dabei verwies er auf frühere Grenzen zu Polen, Ungarn und Rumänien. Zugleich machte Putin erneut den Westen für den von ihm befohlenen Krieg verantwortlich. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Putin äußerte sich bei einem Treffen mit Angehörigen der russischen Marine in St. Petersburg. Die westlichen Regionen der Ukraine seien früher Teil Polens, Ungarns und Rumäniens gewesen und würden eines Tages wieder verloren gehen, sagte er, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldet. „Es geschieht vielleicht nicht morgen oder übermorgen“, sagte Putin. Der Prozess könne ein Jahr, zwei Jahre oder auch 15 Jahre dauern. „Aber die Geschichte wird letztlich alles wieder an seinen Platz rücken.“ Konkrete Pläne oder neue Forderungen an die genannten Staaten nannte er nicht. Putin spricht der Ukraine territoriale Sicherheit ab Der russische Präsident behauptete zudem, Russland sei der einzige Garant für die territoriale Unversehrtheit der Ukraine gewesen. Die Regierung in Kiew habe Moskau jedoch zum Feind erklärt. „Sie entschieden, dass es für sie notwendig, möglich und vorteilhaft sei, Russland zu ihrem Feind zu machen“, sagte Putin laut TASS. Diese Darstellung lässt das Budapester Memorandum von 1994 außer Acht. Darin verpflichteten sich nicht allein Russland, sondern auch die USA und Großbritannien, die Souveränität, Unabhängigkeit und bestehenden Grenzen der Ukraine zu respektieren. Putins historische Begründung scheint sich auf wechselnde Herrschaftsverhältnisse in der Region zu beziehen. Teile der heutigen West- und Zentralukraine gehörten vom 14. bis zum 18. Jahrhundert zur polnisch-litauischen Adelsrepublik. Andere westliche Regionen standen bis 1918 unter österreichischer beziehungsweise österreichisch-ungarischer Herrschaft. Zwischen den Weltkriegen gehörten einzelne Gebiete der heutigen Ukraine zu Rumänien oder zur damaligen Tschechoslowakei. Große Teile des Zentrums, Ostens und Südens wurden dagegen im 18. Jahrhundert in das Russische Reich eingegliedert. Die heute international anerkannten Grenzen entstanden mit der staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991. Grenzverschiebungen prägten ganz Europa über die Jahrhunderte. Die heutigen Grenzen sind international anerkannt – ursprünglich auch von Russland. Putin gibt erneut dem Westen die Schuld Bei dem Treffen wiederholte Putin auch seine bekannten Rechtfertigungen für den russischen Einmarsch. Der Westen habe seine Zusage gebrochen, die NATO-Infrastruktur nicht nach Osten auszudehnen, erklärte er nach Angaben von TASS. Diese Politik habe schließlich bis in die Ukraine geführt. Putin bezeichnete den politischen Umbruch in Kiew im Jahr 2014 erneut als „blutigen, verfassungswidrigen Staatsstreich“. Die Handlungen westlicher Staaten und der ukrainischen Führung hätten Russland zum militärischen Eingreifen gezwungen. Damit griff er Behauptungen auf, mit denen er bereits vor mehr als vier Jahren den Einmarsch in die Ukraine begründete. Auch bei seiner Rede zum russischen „Tag des Sieges“ im Mai 2022 hatte er dem Westen die Verantwortung für den Krieg zugeschoben.