Ukraine wirft Russland gezielte Angriffe auf Bahn-Netz vor
Ukraine-News
Ukraine wirft Russland gezielte Angriffe auf Bahn-Netz vor
von MDR AKTUELL
Stand: 13.09.2026 18:26 Uhr
Ukraine wirft Russland systematischen Angriff auf Bahn-Netz vor
Zug nach Warschau von Drohne getroffen
Auch China und Indien könnten vermitteln
Merz heute beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland
Libyen weist Berichte über ukrainische Drohnen-Piloten zurück
Ukraine bereitet sich auf Friedensgespräche ohne Feuerpause vor
Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
Ukraine wirft Russland systematischen Angriff auf Bahn-Netz vor
Die Ukraine hat Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vorgeworfen. Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn "in höchster Alarmbereitschaft", teilte die staatliche Bahngesellschaft mit. Sie warnte vor möglichen Evakuierungen und Verspätungen von Zügen sowie Umleitungen in der zentralukrainischen Region Dnipro.
Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft wurden mehrere Züge von Drohnen attackiert. (Quellen: AFP/MDR)
Ukraine: Zwei Tote in Kramatorsk
Das russische Militär hat seine Angriffe gegen Städte in der Ukraine fortgesetzt. Bei mehreren Attacken auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk wurden nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet. Weitere zehn Bewohner seien verletzt worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Der erste Angriff habe einem Kleinwagen gegolten, später sei die Stadt von vier Fliegerbomben getroffen worden.
In der Hafenstadt Odessa und Umgebung wurden bei einer Serie russischer Angriffe im Tagesverlauf mindestens 24 Menschen verletzt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: dpa)
"Spiegel": Zug mit Merz-Berater und Johnson evakuiert
Nach Informationen des Magazins "Spiegel" ist wegen eines weiteren Angriffs in der Nähe des Grenzübergangs ein Sonderzug teilweise evakuiert worden. An Bord dieses Zuges befanden sich demnach der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, sowie der ehemalige britische Premier Boris Johnson. Die beiden Politiker waren zu Beratungen in Kiew gewesen.
Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener reiste laut "Spiegel" mit dem gecharterten Zug. Wagener schrieb im Onlinedienst X, Russland eskaliere immer weiter und zündele. (Quelle: AFP)
Nach Angriff auf Zug: Polen wirft Russland Verschärfung des Konflikts vor
Nach russischen Angriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau hat die polnische Regierung Moskau eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. "Putin eskaliert", schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk rief für den Nachmittag einen Krisenstab zusammen.
Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn war die Lokomotive des Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die polnische Eisenbahn PKP teilte mit, sie habe den Zug von der ukrainischen Seite mit mehr als sechs Stunden Verspätung übernommen. Er setze seinen Weg nach Warschau fort. (Quelle: dpa)
Moskau schließt Gespräche im Oktober nicht aus
Russland will neue Verhandlungen mit der Ukraine und den USA im kommenden Monat "nicht ausschließen". Das sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow heute nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Ebenfalls heute hatte Peskow erklärte, auch China und Indien hätten jetzt ihre Vermittlung angeboten, was bisher jedoch in Peking oder Neu-Delhi so noch nicht bestätigt worden ist. (Quelle: AFP)
Zug nach Warschau von Drohne getroffen
Nach Angaben der polnischen Bahn ist einer ihrer Passagierzüge in Richtung Warschau in der Ukraine nahe der Grenze von einer russischen Drohne getroffen worden. Verletzte gibt es demnach nicht. In dem Zug aus Kiew saßen nach den Angaben in polnischen Medien mehr als 200 Passagiere. (Quelle: AFP)
Russische Drohnen an der polnischen Grenze
Eine russische Drohne ist in der Nacht in der Kleinstadt Jahodyn an der Grenze zu Polen eingeschlagen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha mit. Er korrigierte frühere Aussagen, wonach der Grenzübergang direkt getroffen worden sei. Der Einschlagsort liegt laut polnischem Grenzschutz rund 800 Meter hinter der Grenze. Der Übergang sei zeitweise geschlossen gewesen. Auch über Polen kommt westliche militärische und humanitäre Hilfe in die Ukraine. (Quelle: Reuters)
Mützenich will europäische Friedensinitiative
Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich hat eine eigenständige europäische Initiative zum Ende des Ukraine-Kriegs gefordert. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" nannte er als mögliche EU-Sondervermittler den früheren italienischen Ministerpräsidenten und ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi und den Ex-EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso aus Portugal.
Mützenich kritisierte dabei eine "Passivität" der europäischen Staats- und Regierungschefs: "Die europäische Stimme fehlt", wird Mützenich zitiert. (Quelle: NOZ)
Fünf Verletzte in der Nacht in Odessa
Nach Angaben der Militärverwaltung sind in Odessa bei russischen Angriffen in der vergangenen Nacht fünf Menschen verletzt worden. Die oberen Etagen eines Wohn-Hochhauses sowie Privathäuser seien getroffen, im Botanischen Garten seien Feuer ausgebrochen, Lagerhäuser und eine Kinderklinik beschädigt. (Quelle: EBU)
Russische Luftangriffe im Westen der Ukraine
In Stryi in der Region Lwiw im Westen der Ukraine sind bei einem russischen Luftangriff nach Angaben der Stadt ein Wohnblock und Geschäftsgebäude am Bahnhof sowie der Wirtschaftstrakt einer Schule getroffen worden. Über mögliche Opfer und weitere Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (Quelle: EBU)
Nächtliche Angriffe auf die Region Odessa
Die ukrainische Region um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer ist nach offiziellen Angaben fast die ganze vergangene Nacht über wieder Ziel russischer Luftangriffe gewesen. Nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes wurden ein Wohn-Hochhaus und Einfamilienhäuser getroffen, Lagerhäuser, Industrie- und Infrastruktur-Anlagen. Feuer seien gelöscht worden. Nach ersten Erkenntnissen gebe es aber keine Opfer unter der Zivilbevölkerung. (Quelle: EBU)
Rosatom-Chef kritisiert Angriff bei Saporischschja
Der Chef des staatlichen russischen Konzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, hat der Ukraine einen Angriff auf Diesel-Transporte nahe dem Kernkraftwerk Saporischschja vorgeworfen. Dabei seien vorgestern zwei Soldaten getötet und mehrere verletzt worden, sagte Lichatschow heute. Die Sicherheit der von Russlands Armee besetzten Anlage werde gezielt gefährdet. Sie braucht Diesel für Generatoren, um bei Ausfall des Stroms die abgeschalteten Reaktoren weiter zu kühlen. (Quelle: Reuters)
China und Indien wollen angeblich vermitteln
Chinas Staatschef Xi Jinping und der indische Premier Narendra Modi haben nach russischen Angaben ihre Vermittlung für Friedensgespräche zur Ukraine angeboten. Der russische Präsident Wladimir Putin begrüße das, zitierte die staatliche Agentur Tass heute den Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Bisher war die Rede von einer neuen möglichen Friedensverhandlung unter Vermittlung der USA. (Quelle: Reuters)
Zwei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff sollen in der russischen Teilrepublik Tatarstan zwei Menschen getötet worden sein. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch auch ein nahe stehendes Auto getroffen worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk mit. Zwei Insassen seien tot, zwei weitere schwer verletzt. Zudem seien vier Menschen verletzt worden, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrie- und andere zivile Objekte seien beschädigt. Frühere ukrainische Gegenangriffe dort zielten auf eine Öl-Raffinerie. (Quelle dpa)
Auch Merz beim Arktis-Gipfel ab heute in Finnland
Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute zum EU-Arktis-Gipfel nach Finnland. An dem zweitägigen Treffen in Rovaniemi nehmen die Staats- und Regierungschefs und Vertreterinnen und Vertreter der EU teil. Seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine haben die Spannungen auch in dieser Region zugenommen. Auch aus diesem Grund trat Finnland im April 2023 der Nato bei. (Quelle: AFP)
Libyen weist US-Medienbericht zurück
Libyens Verteidigungsministerium bestreitet, das die Ukraine einen Armee-Stützpunkt für Angriffe auf Schiffe der russischen Schattenflotte im Mittelmeer nutzen könne. Der US-Sender CNN hatte unter Berufung auf ukrainische Kreise berichtet, dass seit Ende 2025 ukrainische Drohnenpiloten in Libyen agierten.
Anfang März hatten libysche Behörden mitgeteilt, dass sich an Bord des Tankers "Arctic Metagaz" mehrere Explosionen ereignet hätten, rund 240 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Sirte. Demnach transportierte dieses Schiff russisches Flüssiggas (LNG) nach Ägypten. Russland warf der Ukraine vor, es mit Drohnen attackiert zu haben. Die Ukraine hat sich noch nicht dazu geäußert. Die "Arctic Metagaz" steht auf Sanktionslisten der EU und der USA. (Quelle: AFP)
Selenskyj: Ein "Win-win" ist nicht möglich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Gespräch mit dem kanadischen Sender CBC News erklärt, dass ein "Win-win"-Ergebnis mit Russland, von dem die US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sprachen, gar nicht möglich sei. Der einzige Gewinn wäre, dass das Töten aufhöre: "Wir hatten vor diesem Krieg Frieden", sagte Selenskyj. Auf die Frage, ob Frieden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin überhaupt möglich sei, sagte er, man müsse sich darauf konzentrieren, Putins Vorstellung von einer Kontrolle über die Ukraine zu besiegen, anstatt Russland insgesamt, weil das wohl kaum möglich sei. (Quelle: EBU)
Ukraine bereitet sich auf Friedensgespräche vor
Die Ukraine bereitet sich anscheinend auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Russland und den USA im Oktober vor. Ziel sei es, den Krieg zu beenden, sagte der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, gestern in Kiew. In Neu-Delhi sagte unterdessen der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass man zu Verhandlungen bereit sei, nicht aber zu einer gleichzeitigen Feuerpause. (Quellen: Reuters, AFP)
Die Ereignisse gestern – am 12. September 2026
Russland schließt Treffen von Staatschef Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim diesjährigen G20-Gipfel in den USA aus. Selenskyj hatte sich zuvor dazu bereiterklärt.
Bei den jüngsten russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew drei Menschen getötet worden. In Saporischschja seien zwei Menschen getötet worden und in Krywyj Rih ein weiterer.
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Russland angegriffen und beschädigt. Unter anderem berichtete Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Facebook von Attacken gegen zwei Chemie-Fabriken in den Regionen Perm und Samara.
Unterdessen wurde ein Bericht der "Welt am Sonntag" vorab bekannt, nach dem deutsche Ermittler nach dem Drohnenanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine Spur zum russischen Geheimdienst GRU haben.
Ukraine-News am Sonntag, 13. September 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.