Ukraine zwingt offenbar Russlands gefürchtete Elite-Einheit zum Rückzug
Im Norden des Gebiets Donezk hat die ukrainische Armee Russlands Elite-Drohnenformation "Rubicon" angeblich so schwer getroffen, dass Moskau die Einheit von der Front abziehen musste. Der Erfolg steht im Zusammenhang mit einer größeren ukrainischen Offensive, die offenbar monatelange russische Geländegewinne zunichte machte.
Russland hat offenbar Einheiten seiner Elite-Drohnentruppe "Rubicon" aus dem Kampfgebiet im Norden der Oblast Donezk zurückgezogen. Das gab das ukrainische 3. Armeekorps am 18. September laut der ukrainischen Online-Zeitung "Ukrainska Pravda" bekannt. Eine Stellungnahme der russischen Seite lag demnach nicht vor.
Die russische Einheit gilt als Herzstück der erst kürzlich ins Leben gerufenen Teilstreitkraft für unbemannte Systeme. "Rubicon" ist auf den Einsatz von Angriffsdrohnen, FPV-Drohnen, die Echtzeit-Livebild übertragen, und Aufklärungs-UAVs spezialisiert und bestimmt in ukrainischen Gefechtszonen regelmäßig den Verlauf der Front mit. Einzelne Abteilungen der Formation umfassen jeweils Hunderte Soldaten.
UAVs
Die Abkürzung steht für Unmanned Aerial Vehicles. Dabei handelt es sich um unbemannte, ferngesteuerte oder autonome Fluggeräte. Sie werden primär zur Erkennung, Überwachung und Erstellung von Lagebildern in Echtzeit eingesetzt.
An besonders umkämpften Frontabschnitten sollte "Rubicon" bislang gegnerische Drohnenteams aufspüren, ausschalten und von wichtigen Versorgungslinien abschneiden.
Kontrollsysteme und Depots zerstört
Im Zuge der ukrainischen Offensive "Operation Vivaldi" gelang es dem 3. Armeekorps nun aber nach eigenen Angaben, das Führungs- und Kontrollsystem der russischen Elite-Formation systematisch lahmzulegen. Zerstört wurden demnach Logistikinfrastruktur, Munitionslager, Drohnenstartpositionen sowie neu aufgestellte Verbände mitsamt erfahrenen Drohnenoperatoren. Russland habe dadurch die Fähigkeit verloren, die Einheit rasch mit Ausrüstung und ausgebildetem Personal aufzufüllen.
Unter dem Druck der ukrainischen Kriegsführung und Luftabwehr hätten russische Kräfte schließlich begonnen, ihre Stellungen aufzugeben – und dabei Ausrüstung zurückgelassen.
Sprecher: Abzug in den "schwierigsten Stunden für den Feind"
Oleksandr Borodin, Sprecher des 3. Armeekorps, erklärte der ukrainischen Zeitung "Kyiv Independent": "Die meisten spezialisierten Drohneneinheiten in diesem Gebiet haben erhebliche Verluste an qualifiziertem Personal sowie an materiellen und technischen Ressourcen erlitten." Eine dieser Einheiten sei die berüchtigte "Rubicon"-Einheit gewesen. "Sie wurde abgezogen – und zwar ausgerechnet in den für den Feind schwierigsten Stunden, wahrscheinlich wegen des rapide schwindenden Kampfpotenzials der Einheit."
Die ukrainische Offensive "Operation Vivaldi" rund um Lyman im Norden des Gebiets Donezk begann offenbar bereits im Frühsommer, wurde aber erst später öffentlich gemacht. Laut dem 3. Armeekorps wurden auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern eingefallene russische Stoßtrupps ausgeschaltet.
Russische Militärblogger berichten derweil, die Ukraine habe russische Truppen bis an den Fluss Zherebets zurückgedrängt. Damit könnten Monate kontinuierlicher russischer Geländegewinne in der Region zunichtegemacht worden sein.
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Andrii Biletskyi, Kommandeur des 3. Armeekorps, sprach am Donnerstag laut "Kyiv Independent" von einem strategischen Erfolg: Der Versuch der Russen, den ukrainischen Brückenkopf im Gebiet Donezk einzukesseln, sei zerschlagen worden. (red)
Verwendete Quellen
pravda.com.ua: Ukraine's 3rd Army Corps says it has crippled Russia's elite Rubicon drone unit
kyivindependent.com: Russia pulls elite drone unit from northern Donetsk Oblast after losses from Operation Vivaldi
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