Ukrainekrieg: Selenskyj spricht mit Donald Trump über Deeskalation mit Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Rande der UN-Vollversammlung in New York persönlich mit US-Präsident Donald Trump über Wege zu einem Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gesprochen. Er habe mit Trump über »Deeskalationsmaßnahmen gesprochen, die den Weg für die Diplomatie ebnen könnten«, sagte Selenskyj nach dem rund 40-minütigen Treffen vor Journalisten. Er hoffe, dass die USA einen Weg fänden, die russische Regierung zu Verhandlungen zu bewegen.
Selenskyj sagte, er würde ein mögliches Dreiertreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Trump unterstützen. Auch der US-Präsident erklärte sich zu einem erneuten Treffen mit Putin bereit. Wann und wo dieses geschehen könnte, ließ Trump aber offen.
Ukraine schlägt Stopp von Angriffen auf Energieanlagen vor
Trump hatte zuvor angekündigt, unter vier Augen mit Selenskyj über ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien sprechen zu wollen. Diese hätten Russland schwer getroffen, aber auch den Dieselpreis steigen lassen, hatte Trump angemerkt.
Nach dem Gespräch bestätigte Selenskyj, dass sich beide über eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe im Energiesektor ausgetauscht hätten. Trump habe ihn aber nicht darum gebeten, einseitig Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.
Die Ukraine sei »zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit«, falls die russische Führung im Gegenzug zustimme, die ukrainischen Energiesysteme nicht anzugreifen, sagte Selenskyj. Ihm zufolge werden die USA den Vorschlag für eine Teilwaffenruhe nun an die russische Seite übermitteln. Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow hatte den Vorschlag aber bereits im Vorfeld abgelehnt. Russland strebe vielmehr eine umfassende Friedensregelung an, hatte Peskow gesagt.
Ukraine bittet erneut um Patriot-Flugabwehrraketen
In sozialen Medien ergänzte der ukrainische Präsident, er habe mit Trump auch über US-Unterstützung bei der Verteidigung gegen russische Luftschläge gesprochen, speziell über die Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen. Von US-Seite habe er aber noch keine definitive Antwort bekommen, sagte Selenskyj und fügte hinzu: »Das Gute daran ist, dass niemand Nein gesagt hat.«
Die ukrainische Flugabwehr kann seit Wochen nur noch selten russische ballistische Raketen abfangen, weil ihr Fluglenkkörper für Patriot-Systeme fehlen.