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Ukrainische Drohnen legen Minenfeld in zwei Nächten

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Neue Vorstöße im Donbas: Wie eine ukrainische Roboter-Operation das Schlachtfeld komplett umkrempelt

Von: Tim Krüger

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Eine Operation im Donbas zeigt, wie unbemannte Systeme zunehmend das Schlachtfeld zugunsten der Ukraine revolutionieren.

Im Krieg in der Ukraine hat das Dritte Armeekorps unter Brigadegeneral Andrii Biletskyi eine militärische Fähigkeit demonstriert, die nach Einschätzung von Beobachtern das taktische Pionierwesen grundlegend verändern dürfte. Im Rahmen der sogenannten „Operation Vivaldi“ gelang es unbemannten Systemen, innerhalb von nur zwei Nächten eine Panzerabwehrsperre von rund 400 Metern Länge im Vorfeld russischer Sammelpunkte nahe des Donbas-Dorfs Shandryholove zu verlegen. Eine Aufgabe, für die menschliche Pionierverbände unter Gefechtsbedingungen bisher ein bis zwei Wochen benötigten. Andrii Biletskyi ist der politisch umstrittene Gründer des ursprünglichen Asow-Bataillons.

Das operative Ergebnis nach Korps-Angaben: Die Minenfelder blockierten Nachschubrouten nahe Shandryholove und Derylowe, brachten russische Nachschubketten zum Erliegen und zwangen Truppenbewegungen auf aufklärbare Umgehungswege. In der Folge habe das Armeekorps im Raum Lyman mehr als 125 Quadratkilometer Territorium zurückgewonnen – laut eigenen Angaben ohne Verluste unter den eigenen Pionieren.

„Operation Vivaldi“ und der Einsatz von Hexakoptern und Bodenrobotern

Das technologische Rückgrat dieser Fähigkeit bildet ein Verbund aus schweren Multikoptern und unbemannten Kettenfahrzeugen. In der Luft kommt der vom ukrainischen Unternehmen SkyFall entwickelte Hexakopter „Vampire“ zum Einsatz, der auf russischer Seite als „Baba Yaga“ bezeichnet wird.

Mit einer Nutzlast von bis zu 15 Kilogramm (modernere Versionen bis 30 Kilogramm) transportiert die Drohne ein bis zwei schwere Panzerabwehrminen. Dank Wärmebildsensorik operiert sie bevorzugt nachts aus Höhen von bis zu 400 Metern und legt Minen punktgenau auf Straßenkreuzungen, Zufahrtsbrücken oder Dammstraßen ab – unsichtbar für konventionelle Beobachter.

Am Boden ergänzt das von Tencore entwickelte Kettenfahrzeug „TerMIT 2.0“ das System. Flach gebaut, leise durch Elektroantrieb und steilgeländegängig, dringt der Roboter in Zonen vor, die für bemannte Räumpanzer zu gefährlich sind. In seiner Minenlegekonfiguration verfügt der TerMIT über zwei Magazine für je bis zu 20 Minen des Typs TM-62, die entlang vorprogrammierter Fahrspuren in etwa vier Minuten verlegt werden können. Ein einzelnes System kostet nach verfügbaren Angaben zwischen 8.500 und 10.000 US-Dollar.

Smarte Zündsysteme machen Räumung zur Herausforderung

Eine entscheidende technologische Neuerung liegt in der Zündtechnik. Klassische Druckzünder erforderten das direkte Überrollen der Mine. Moderne Entwicklungen wie der ukrainische Eigenentwicklungszünder MPEM-1 an der Mine TM-2025 nutzen hingegen elektromagnetische Sensoren, die auf Verzerrungen des Erdmagnetfelds reagieren, wenn ein gepanzertes Fahrzeug in die Nähe kommt. Die Mine muss nicht mehr überrollt werden; der sogenannte Full-Width-Attack-Effekt schlägt die dünn gepanzerte Wanne moderner Schützen- und Kampfpanzer von unten durch.

Noch weiter geht das System des ukrainischen Startups ZMIYAR: Ein vernetzter Verbund aus bis zu 200 Minen wird über verschlüsselte Funkrelais an eine zentrale Kontrollstation angebunden. Registriert eine Mine Erschütterungen, wird der Kontakt in Echtzeit auf dem Tablet des Operators visualisiert. Sperren lassen sich so für eigene Gegenangriffe temporär deaktivieren und anschließend per Knopfdruck wieder scharfschalten – eine Verwischung der Grenzen zwischen passiver Sperre und vernetztem Sensorsystem.

Humanitäre Folgekosten: ein Problem auf Jahrzehnte

Die militärische Effizienz dieser Systeme hinterlässt allerdings auch eine schwere humanitäre Hypothek. Bei massiven elektronischen Störungen kann die satellitengestützte Positionsbestimmung bei der Lageerfassung 20 bis 30 Meter betragen, sodass Minen außerhalb dokumentierter Korridore liegen. Auf unebenem oder schlammigem Gelände können zylindrische Minenkörper nach dem Abwurf unkontrolliert abrollen. Klassische Räummethoden versagen bei den neuen Sensorzündern: Schon das Annähern mit einer metallischen Suchnadel kann die empfindliche Elektronik auslösen.

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