Ukrainische Drohnen zerstören russische Tankerschattenflotte
Startseite Politik Schlinge um die Krim zieht sich zu: Ukrainische Drohnen vernichten sanktionierte russische Tankerflotte Von: Tim Krüger Uns auf Google folgen Zehn brennende Tanker in 48 Stunden: Der Ukraine ist ein massiver Schlag gegen die Treibstoffversorgung der besetzten Krim gelungen. Asowsches Meer – In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 2026 führte die ukrainische Streitkräfteeinheit für unbemannte Systeme einen der folgenreichsten maritimen Angriffe seit Kriegsbeginn durch. Unter dem Kommando von Major Robert „Madjar“ Brovdi, dem Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, traf die Spezialeinheit „Kairos“ der 414. separaten Brigade einen russischen Tankerkonvoi im Asowschen Meer, dem flachen Gewässer nördlich des Schwarzen Meeres. Die Schiffe transportierten Treibstoff vom russischen Ölterminal Taganrog zur besetzten Halbinsel Krim. Innerhalb von 48 Stunden wurden insgesamt zehn Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte sowie ein Trockenfrachtschiff und eine Transportfähre schwer beschädigt oder versenkt. Während bisherige Angriffe auf russische Schiffe im Schwarzen Meer vorwiegend durch maritime Sprengboote vom Typ „Sea Baby“ ausgeführt wurden, setzte das ukrainische Militär im deutlich flacheren und stärker überwachten Asowschen Meer erstmals eine neue Generation von Einweg-Angriffsdrohnen ein. Die vom ukrainischen Hersteller Fire Point entwickelten FP-2-Drohnen sind mit einem 100-Kilogramm-Sprengkopf ausgestattet und verfügen über eine Reichweite von rund 200 Kilometern. Damit nutzten sie gezielt Lücken in der russischen Luftverteidigung des Hinterlandes, um die voll beladenen Tanker präzise zu treffen. Brovdi kommentierte den Angriff knapp auf Telegram: „Die russische Schattenflotte hat den Chat (Slang für ‚die Bühne‘) verlassen.“ Krim zunehmend isoliert: Die systematische Zerstörung der Versorgungswege Unter den angegriffenen Schiffen befanden sich nach ukrainischen Angaben die Tanker „Venera-3“, „Sanar-1“, „Sanar-17“, „Klimena“, „Teti“, „Aleksey Savrasov“, „Penelopa“ und „Ivan Cheremisinov“. Allesamt als Teil der russischen Schattenflotte – also Schiffe, die unter falscher Flagge fahren, um westliche Sanktionen zu umgehen – gelistete und international sanktionierte Tanker mit einer Tragfähigkeit von jeweils rund 7.000 Tonnen. Vollständig beladen repräsentieren acht Schiffe dieser Klasse ein Transportvolumen von bis zu 50.000 Tonnen Treibstoff – was der Kapazität von mehr als 200 Eisenbahnkesselwagen entspricht. Auch der Gouverneur der südrussischen Region Rostow, Juri Sljusar, bestätigte, dass zumindest zwei Tanker im Taganrog-Becken erhebliche Schäden erlitten hätten. Der Angriff auf die Asow-Tankerflotte ist das Ergebnis einer Zerstörungskampagne, die sich über Monate aufgebaut hat. Die Ukraine hat systematisch sämtliche Transportalternativen zur Krim demoliert. Die wichtigste Eisenbahnfähre „Conro Trader“, die bis zu 30 vollbeladene Treibstoffwaggons zwischen dem russischen Hafen Kawkas und Kertsch transportieren konnte, wurde bereits im August 2024 durch eine ukrainische Neptune-Rakete versenkt. Die Fähre „Avangard“ lief im Mai desselben Jahres auf Grund, nachdem sie schwer beschädigt worden war. Die „Slavyanin“, zuletzt die einzige verbliebene Großfähre auf dieser Route, wurde nach wiederholten Drohnenangriffen im April 2026 endgültig fahruntauglich geschossen. Hier der genaue Statusbericht der vor wenigen Tagen angegriffenen Tankerflotte, von denen die genauen zivilen Namen der letzten beiden Schiffe in den unmittelbaren militärischen Lageberichten noch in der finalen Verifizierung stehen. Eisenbahnbrücke gesprengt – Krim logistisch nahezu abgeschnitten Parallel zur Vernichtung der Fährverbindungen wurde auch das Schienennetz im Norden der Halbinsel gezielt zerschlagen. Ende Juni 2026 zerstörten ukrainische Spezialkräfte in Abstimmung mit lokalen Widerstandszellen die strategische Eisenbahnbrücke über den Nord-Krim-Kanal nahe Rozdolne. Ein koordinierter Folgeschlag am 23. Juni traf die bereits entsandten russischen Gleisbaumaschinen und verhinderte jede Instandsetzung. Güterzüge sind seither gezwungen, im östlich gelegenen Bahnhof Kerch-Yuzhnaya zu halten – der Weitertransport schwerer Güter in den Norden, Westen und Süden der Krim ist auf der Schiene vollständig unterbrochen. Gleichzeitig brach der Lkw-Verkehr über den besetzten Landweg entlang der Schnellstraße R-280 ein. Durch den systematischen ukrainischen Drohnenbeschuss von Militärkonvois und Tanklastzügen – in russischen Militärblogs bereits als „Straße des Todes“ bezeichnet – sank das Frachtaufkommen auf dieser Route im Juni 2026 nach vorliegenden Analysen um über 70 Prozent. Die Zerstörung einer Straßenbrücke über den Fluss Kutsa Berdianka nahe Azovske am 29. Juni schnitt die Krim zusätzlich ab. Notstände, Rationierung und gesellschaftliche Erosion auf der besetzten Halbinsel Die Folgen dieser Abschnürungsstrategie sind in Alltag und Wirtschaft der besetzten Halbinsel unmittelbar spürbar, wie unter anderem der Lagebericht der Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) attestiert. Bereits am 21. Juni 2026 stellten die Besatzungsbehörden den freien Kraftstoffverkauf an Privatpersonen und Unternehmen vollständig ein. Benzin und Diesel werden seither nur noch rationiert und über Bezugsscheine oder digitale QR-Codes an staatliche Stellen, Bäckereien und Sicherheitskräfte ausgegeben. Am 26. Juni riefen die russisch eingesetzten Gouverneure Sergei Aksjonow und Michail Raswoshajew den regionalen Notstand aus – ein de-facto-Eingeständnis des Kontrollverlusts über kritische Infrastruktur. Hinzu kommen auch Meldungen, dass der Evakuierungsplan für den Rückzug von der Halbinsel zunehmend konkreter wird. Das ukrainische Militär meldete ebenfalls erfolgreiche Angriffe auf mehrere Umspannwerke auf der Halbinsel in der vergangenen Nacht. Der wirtschaftliche Schaden geht weit über den Treibstoffmangel hinaus. Nahe Belogorsk musste einer der größten Steinbrüche der Halbinsel seinen Betrieb einstellen, weil Diesel für die schweren Maschinen fehlt. Mitten in der Erntesaison blieb Getreide auf den Feldern ungemäht stehen. Im touristisch bedeutsamen Sewastopol brachen die Hotelbuchungen für Juli und August gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent ein, auf der restlichen Krim um mehr als 30 Prozent. Einige Urlaubsregionen meldeten Stornierungsraten von bis zu 79 Prozent.