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Ukrainische Drohnenangriffe bei Moskau: Wildberries-Lager brennt lichterloh

Allgemein

Offenbar ukrainischer Drohnenangriff Riesiges Logistikzentrum bei Moskau steht in Flammen Von t-online 16.08.2026 - 09:30 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Ein riesiges Wildberries-Lager nahe Moskau steht nach einem Drohnenangriff in Flammen. Die Attacken auf das "russische Amazon" verursachen Milliardenschäden – und könnten die Inflation weiter anheizen. Angriffe aus der Ukraine treffen zunehmend auch die russische Logistikinfrastruktur rund um Moskau. Ein großes Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Wildberries ist in der Nacht zum Sonntag im Moskauer Umland in Brand geraten. Das Lager im Ort Koledino, rund 40 Kilometer vom Kreml entfernt, gilt mit einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern als der zweitgrößte Standort des Unternehmens. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos sollen zeigen, wie Drohnen das Gelände treffen. Anschließend sind Flammen und große Rauchsäulen über dem Komplex zu sehen. Wie groß die Schäden sind und welche Teile des Lagers betroffen sind, ist zunächst unklar. "Getestet in der militärischen Spezialoperation": Die Ukraine hat ein neues Ziel – das ist der Grund Angriffe auf "russisches Amazon": Dieser Schlag sitzt tief Bereits am 18. Juli war die Gegend Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs gewesen. Damals wurde nach bisherigen Angaben ein benachbartes Lager getroffen, während das Wildberries-Logistikzentrum selbst unbeschädigt blieb. Koledino war in der Nacht zum Sonntag offenbar nicht der einzige betroffene Ort im Moskauer Umland. Auch im rund 15 Kilometer entfernten Domodedowo kam es nach einem Drohnentreffer zu einem Großbrand. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin hatte die Ukraine die Region der russischen Hauptstadt in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb er auf Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug abgewehrt worden. Angriffe treffen Wildberries-Logistik Wildberries, das zu den größten Onlinehandelsplattformen Russlands zählt und häufig mit Amazon verglichen wird, ist seit Mitte Juli wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. So wurden mindestens 20 Logistikzentren des Unternehmens angegriffen, mehrere Lager sollen beschädigt oder zerstört worden sein, heißt es. Die wirtschaftlichen Folgen könnten erheblich sein. Branchenquellen beziffern die direkten Verluste von Wildberries auf bis zu zwei Milliarden Euro. Gleichzeitig soll das Unternehmen bereits Ende 2025 Verbindlichkeiten von mehr als 13 Milliarden Euro gehabt haben. Noch deutlich höher könnten die Schäden für Händler ausfallen, die ihre Waren über Wildberries vertreiben. Schätzungen zufolge gingen Waren im Wert von bis zu 28 Milliarden Euro verloren. Mehr als 400.000 Verkäufer sollen betroffen sein, einige von ihnen demnach bis zu 90 Prozent ihres Warenbestands verloren haben. Experte: Lieferengpässe könnten Inflation verschärfen Die Angriffe auf die Logistikinfrastruktur könnten auch Folgen für die russische Wirtschaft haben. In zahlreichen Regionen spielt Wildberries eine wichtige Rolle bei der Versorgung mit Konsumgütern. Werden Lagerbestände vernichtet oder Lieferketten unterbrochen, können Waren knapper und damit teurer werden. "In Regionen, in denen Wildberries eine zentrale Rolle in der Handelsinfrastruktur spielt, führen Lieferengpässe zu steigenden Preisen und heizen die Inflation weiter an", sagte der Russland-Experte und Ökonom Michael Rochlitz der "Bild"-Zeitung. Eine hartnäckig hohe Inflation könnte zugleich den Spielraum der russischen Zentralbank einschränken. Bleibt der Preisdruck hoch, kann sie die Leitzinsen nur vorsichtig senken. Hohe Zinsen wiederum verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können Investitionen bremsen. Von einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft könne dennoch keine Rede sein, sagte Rochlitz. "Ein Systemkollaps ist das nicht, aber der wirtschaftspolitische Spielraum wird weiter kleiner." Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Für Gegenangriffe auf russisches Gebiet nutzt Kiew vor allem Drohnen, aber auch immer wieder Marschflugkörper.

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