Ulrich Siegmund: Hochschule erst auf BILD-Anfrage genannt
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Magdeburg – Wer Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten werden will, muss einiges aushalten. Kritische Fragen zum Programm. Zur Vita. Zum Lebenslauf. Und manchmal reicht schon eine ganz einfache Frage: Wo haben Sie eigentlich studiert? Bei Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund blieb diese Information bislang offen. In seiner offiziellen Biografie heißt es lediglich: Studium der Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaftslehre. Abschluss: Bachelor of Arts. Was fehlte: die Hochschule. Weder auf der Internetseite des Landtags von Sachsen-Anhalt noch auf den Seiten seiner Fraktion oder seiner Kampagne war bislang zu finden, wo genau Siegmund seinen Bachelor erworben hat. Auch auf Abgeordnetenwatch lässt er die Fragen unbeantwortet. Dort wollte eine Bürgerin wissen: „Wie heißt der Titel Ihrer Bachelorarbeit?“ Keine Antwort. In den sozialen Netzwerken sorgte das für Spekulationen. Warum macht Siegmund so ein Geheimnis um sein Studium? Zwar gibt es keine Pflicht, den Namen einer Hochschule öffentlich zu machen. Dennoch gehört die Angabe bei vielen Politikerinnen und Politikern zu den üblichen Bestandteilen einer offiziellen Vita. Transparenz? Fehlanzeige! Erst auf eine schriftliche Anfrage von BILD teilte der AfD-Politiker jetzt mit: „In den Jahren 2013 bis 2016 absolvierte ich ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Dort schloss ich erfolgreich den Studiengang Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie mit dem Abschluss ,Bachelor of Arts' ab.“ Was er weiterhin nicht beantworten will: die Frage nach dem Thema seiner Abschlussarbeit. BILD fragte bei der Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) nach. Antwort: Man gebe dazu grundsätzlich keine Auskunft. Die AfD strebt nach der Landtagswahl am 6. September eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will mit Siegmund erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Ob das gelingt, ist auch davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden. Auch wenn die AfD von einer absoluten Stimmenmehrheit weit entfernt ist, wäre für sie eine Mehrheit der Sitze denkbar, sollten neben dem BSW etwa auch Grüne und SPD an der Fünfprozenthürde scheitern.