Ulrich Siegmund im Morgenmagazin: Zu Beginn applaudiert das Publikum noch dem AfD
AfD-Kandidat Ulrich Siegmund wird im MDR-Studio in Magdeburg mit Applaus und Namensrufen begrüßt. Zum Einstieg fragt Moderator Andreas Wunn nach den AfD-Plänen für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Ein konkreter Plan stehe nicht in dem 100-Tage-Programm mit Sofortmaßnahmen der Partei, sagt er.
„Da müssen wir wohl noch mal zusammen reingucken“, antwortet Siegmund. Und: „Das muss ich absolut zurückweisen.“ Auf wiederholte Nachfragen antwortet er ausweichend: „Wir wollen jede Ideologie aus dem Wirtschaftsministerium streichen.“
Schnell verwandelt sich das Gespräch in einen hitzigen Austausch mit gegenseitigen Unterbrechungen.
Siegmund geht öffentlich-rechtlichen Rundfunk an
„Sie sind das freundliche Gesicht der Partei in Sachsen-Anhalt, aber nicht der Landesvorsitzende“, leitet Wunn einen Einspieler ein. Darin ist der Parteivorsitzende Martin Reichardt bei einer Rede auf dem Jahreskongress der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ vergangene Woche zu sehen.
Reichardt hatte den deutschen Staat dabei als „stinkenden, faulen Assi, der sein Geld fürs Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen“ bezeichnet. „Linken Kräften“ warf er die Zerstörung der deutschen Sprache vor.
Siegmund distanziert sich nicht von den Äußerungen. Die Formulierungen passten zur Jugendorganisation.
Dann greift Siegmund den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bei dem er hier zu Gast ist, direkt an: „Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen großen Anteil an den Gräben zwischen den Menschen“, behauptet er. Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt regieren, hat sie angekündigt, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen. Siegmund kündigt an, man wolle Gräben zuschütten.
Auffällig: Moderator Andreas Wunn unterbricht Siegmund schneller als andere Kandidierende. „Was ist das für ein Format hier?“, fragt Siegmund schließlich patzig. Konkrete Antworten lässt er sich allerdings weiterhin nicht entlocken.
AfD will nur mit absoluter Mehrheit Ministerpräsidenten stellen
Zuletzt bekräftigt Siegmund, dass er sich nur mit einer absoluten AfD-Mehrheit als Ministerpräsident zur Wahl stellen wolle. Ob das eine antidemokratische Brandmauer sei, fragt Wunn. „Das kann man sich so schönreden“, antwortet Siegmund.
Zum Schluss betont der Moderator, er sei nun ein wenig ratlos. „Das ist nichts Neues bei Öffentlich-Rechtlichen“, kommentiert Siegmund. Wunn hält dem Spitzenkandidaten vor, er gebe keine klaren Antworten. Dafür erntet er schließlich Applaus und Jubelrufe aus dem Publikum.