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Ultimate Championship: Emil Agyekum überragt mit deutschem Rekord

Sport

150.000 Dollar (rund 130.000 Euro) hatten die Sieger in Aussicht in den Einzeldisziplinen. Zu denen gehört auch Merlin Hummel, der im Hammerwurf triumphierte. Am abschließenden Sonntag waren drei weitere Hoffnungen am Start, Emil Agyekum startete im Finale über 400 Meter Hürden mit dem Ziel es unter die Top 5 zu schaffen, bei Robert Farken war über 1.500 Meter alles offen und Julian Weber war im Speerwurf einer der Siegkandidaten. Der dritte von drei Tagen im Überblick.

400 Meter Hürden der Männer - Agyekum beeindruckt zum Saisonabschluss

Die Saison war mit dem geknackten nationalen Uralt-Rekord und Silber bei der Leichtathletik-EM schon außergewöhnlich - im letzten Rennen des Jahres ist sie aber noch ein große Stück grandioser geworden. Emil Agyekum hat in Budapest seinen Topleistungen der vergangenen Monate die Krone aufgesetzt, in einem hochklassig besetzten Rennen belegte er hinter Weltrekordler Alison dos Santos (45,98 Sekunden/Brasilien), Rai Benjamin (46,40/USA) und Karsten Warholm (46,78/Norwegen), den er noch attackierte, Rang vier direkt hinter den Favoriten.

So sicherte sich Agyekum 25.000 Dollar Preisgeld, vor allem aber knackte er in 47,10 Sekunden nochmals den deutschen Rekord - damit unterbot er seine bisherige Bestmarke um satte 0,35 Sekunden. "Das ist das Ergebnis des Trainings, in das ich in der Vergangenheit investiert habe. Das zeigt sich jetzt einfach und es ist wunderbar, dass ich am Ende meiner Saison die Früchte ernten konnte. Ich fühle mich phänomenal", sagte Agyekum im Sportschau-Interview.

Speerwurf - Weber erst in Führung, dann kontert die Konkurrenz

Für Julian Weber ging es noch einen Platz weiter nach oben und damit auch in der Preisgeld-Leiter hoch auf 40.000 Dollar. Dabei hatte der Europameister sogar für eine Zeit lang den Jackpot im Blick, nach 84,09 Metern führte er - doch sein "Problem" war, dass die anderen Top-Speerwerfer sich noch deutlich steigern konnte, während er es "nur" noch auf 85,89 Meter schaffte.

Erst zog Anderson Peters (Grenada) mit 86,18 Metern knapp an Weber vorbei, dann haute der Weltjahresbeste Rumesh Pathirage (Sri Lanka) mit 91,09 Metern richtig einen raus und sicherte sich die 150.000 Dollar Siegprämie. Dennoch war es unterm Strich für Weber die erste Top-3-Platzierung in einem großen Weltfinale, nachdem es unter anderem bei der WM im vergangenen Jahr nie zu mehr als Rang vier gereicht hatte.

"Ich habe mir ein bisschen mehr erhofft. Aber ich bin Dritter geworden, was bei einer WM, die das hier theoretisch ja auch ist, Bronze gewesen - also zumindest eine Medaille, von daher kann ich zufrieden sein. Auch wenn ich weiß, dass mehr drin gewesen wäre, was schon auch ärgerlich ist", sagte Weber im Sportschau-Interview.

1.500 Meter - Farkens Mut wird nicht belohnt

Robert Farken hat sich gedacht, dass die "Flucht nach vorne" im letzten Rennen des Jahres die beste Taktik werden könne. Der DLV-Läufer setzte sich sofort an die Spitze, doch vor allem auf der letzten Runde zogen die Konkurrenten nach und nach an ihm vorbei. Auch ein Strauchler etwa 200 Meter vor dem Ziel sorgte dafür, dass Farken abgeschlagen auf dem vorletzten Platz landete. Nach 3:32,90 Minuten lief er als Elfter über die Linie, der Sieg ging an Josh Kerr (3:29,35 Minuten/Großbritannien).

"Ich habe viele Sterne auf der letzten Runde gesehen. Ich hatte mir vorgenommen, nicht wie ein Weichei zu laufen wie in den letzten beiden Rennen, sondern etwas weiter vorne zu laufen. So bin ich in dieser Saison eigentlich meine besten Rennen gelaufen, aber zu dem Zeitpunkt gegen so ein Feld sieht das natürlich anders aus", sagte Farken im Sportschau-Interview.

200 Meter der Männer - Bednarek krönt sich zum König der Ultimate Championship

Erst schnappte er sich den Jackpot über 100 Meter, dann steigerte er über die doppelte Distanz sein Preisgeld in Budapest sogar auf 300.000 Dollar. Kenneth Bednarek hat über 200 Meter erneut gezeigt, dass er aktuell der beste Sprinter der Welt ist, mit der Weltjahresbestzeit von 19,52 Sekunden gewann der Amerikaner deutlich und ließ sogar Letsile Tebogo (Botswana/19,76 Sekunden) nicht den Hauch einer Chance.

200 Meter der Frauen - Jefferson-Wooden beeindruckt noch mehr als Bednarek

Auch Melissa Jefferson-Wooden tritt mit 300.000 Dollar die Heimreise in die USA an. Nach ihrem Sieg über 200 Meter hockte sie auf der Bahn in Budapest und konnte es selbst nicht fassen, als sie auf der Anzeigetafel sah, welche Zeit sie gelaufen war. Ihr Kommentar: "Wow! Wow! Wow!" Denn mit 21,47 Sekunden lief Jefferson-Wooden die drittschnellste Zeit der Geschichte über diese Distanz. Da hatte nicht mal Gabby Thomas eine Chance, die mit 21,77 Sekunden auch pfeilschnell unterwegs war, aber dennoch deutlich langsamer als die schnellste Frau der Welt.

Hochsprung - Tamberi bietet wieder die ganz große Show

Wenn Gianluca Tamberi das Stadion betritt, ist Unterhaltung garantiert - und ganz oft kombiniert der Italiener sein Entertainment-Talent auch mit ganz starken Leistungen. So geschehen in Budapest, wo der exzentrische Hochspringer mit 2,37 Metern eine Weltjahresbestleistung aufstellte und mit seinen Emotionen das gesamte Publikum in Wallung brachte. JuVaughn Harrison hatte zwar noch die Chance, ihn mit 2,39 Metern zu überflügeln, aber nur dank zuvor ausgelassener Versuche - der Amerikaner überquerte als Zweiter "nur" 2,30 Meter.

800 Meter - Sedjati fliegt am Ende an allen vorbei

Marco Arop (Kanada) sah schon wie der sichere Sieger aus, so groß war sein Vorsprung, als er auf die letzten 70 Meter ging. Doch weiter hinten zündete plötzlich Djamel Sedjati den Turbo und tatsächlich gelang es dem Algerier, im Schlussspurt noch von Rang drei auf den 800-Meter-Thron vorzulaufen, nach 1:41,91 Minuten kam er ins Ziel. Hinter ihm wurde Arop (1:42,28 Minuten) immerhin noch Zweiter, Topläufer Emmanuel Wanyonyi (1:42,44) musste sich mit Rang drei begnügen.

4x400-Meter-Mixed-Staffel - Wieder siegen die USA

Der amerikanische Siegesrausch in Budapest geht weiter, auch die Mixed-Staffel über vier Stadionrunden ging an die USA. Hinter den Gewinnern, die als Team 80.000 Dollar erhalten, kam Großbritannien (3:09,40 Minuten) mit 1,08 Sekunden Rückstand ins Ziel.

5.000 Meter - "Ausreißerin" Amebaw holt sich den Sieg

Ganz oft gewinnt auf den längeren Strecken der- oder diejenige, die nach den vorherigen Strapazen das größte Stehvermögen und Endtempo hat. Auf den fünf Kilometern in Budapest war das aber anders, denn da wählte Likina Amebaw aus Äthiopien eine ganz andere Taktik und setzte sich frühzeitig mit großer Kraftanstrengung im bis dahin langsamen Rennen ab, ging voll ins Risiko. Das wurde belohnt, erst auf der letzten Runde kam die Konkurrenz ihr wirklich näher, der Sieg in 14:30,36 Minuten war mit 2,03 Sekunden Vorsprung auf Jessica Hull (Australien) dennoch komfortabel.

400 Meter Hürden der Frauen - Jones ganz vorne im US-Rennen

Platz eins, drei und vier gingen an die USA mit Jasmine Jones als strahlende Siegerin in 52,45 Sekunden. Hinter ihr versuchte eine Europäerin alles, um sich die Führende noch zu schnappen, Emma Zapletalova (Slowakei) kam aber nicht mehr ganz heran, 0,23 Sekunden nach der Siegerin kam sie ins Ziel. Als Vierte feierte Dalilah Muhammad in 53,11 Sekunden einen starken Abschluss ihrer krönenden Karriere, bereits 2016 hatte die heute 36-Jährige bei den Olympischen Spielen über 400 Meter Hürden Gold gewonnen.

Weltverbands-Präsident Coe zieht positive Bilanz

Für die Sportlerinnen und Sportler in Budapest war die Ultimate Championship ein lukrativer Saisonabschluss, für den Leichtathletik-Weltverband ein Testlauf für die Zukunft. "Die Zuschauer haben es geliebt", sagte Sebastian Coe, Präsident von World Athletic, im Interview mit der Sportschau: "Wir hatten Mitglieder des internationalen olympischen Komitees hier, die wirklich sehr gutes Feedback gegeben haben."

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