Ultrahochverarbeitete Produkte: BMJ-Analyse nennt 32 Gesundheitsrisiken
Ernährungsbedingte Gewohnheiten haben einen weitaus größeren Einfluss auf die Gesundheit als die isolierte Betrachtung von Vitaminen oder einzelnen Nährstoffen. Dies verdeutlichen Medienberichte und ernährungswissenschaftliche Analysen. Anstelle kurzfristiger Modediäten oder der Fokussierung auf einzelne Inhaltsstoffe rücken Fachleute zunehmend das gesamte Verzehrmuster und den Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln in den Mittelpunkt.
Grenzen von Ernährungstrends und vermeintlichen „Superfoods“
Der Begriff „Superfood“ besitzt laut der Ernährungswissenschaftlerin Jen Messer weder eine offizielle Regulierung noch eine wissenschaftliche Definition oder verbindliche Nährwertstandards; es handele sich um einen reinen Marketingbegriff.
Wie Fachautorin Amy Goodson darlegt, können solche Produkte zwar gesundheitsbewusste Entscheidungen anstoßen, bergen jedoch das Risiko, Ernährungsfragen unzulässig zu vereinfachen. Am gesündesten seien Lebensmittel, die wertvolle Nährstoffe ohne übermäßige Zusätze von Zucker, Natrium oder gesättigten Fettsäuren bereitstellen.
Auch die Reduktion auf extreme Ernährungsformen wie die sogenannte Steinzeiternährung stößt in der Fachwelt auf Kritik: Wegen des hohen Fleischkonsums und des Verzichts auf Kohlenhydrate warnen Fachleute vor möglichen Nährstoffdefiziten. Empfohlen wird stattdessen ein ausgewogenes Ernährungsmuster.
Dazu gehört, die Hälfte des Tellers mit Obst und Gemüse wie Beeren und Blattgemüse zu füllen, Vollkornprodukte raffiniertem Getreide vorzuziehen sowie verarbeitetes Fleisch durch Fisch, Hülsenfrüchte oder mageres Eiweiß zu ersetzen. Kleine, dauerhafte Anpassungen im Alltag erweisen sich dabei als nachhaltiger als radikale Umstellungen.
Der Verarbeitungsgrad als physiologischer Faktor
Welche Rolle die Verarbeitung spielt, zeigt eine in der Fachzeitschrift Nature Metabolism veröffentlichte randomisierte Crossover-Studie vom 5. Oktober 2026. Forscher untersuchten 57 gesunde, normalgewichtige Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren.
Bei 32 Teilnehmenden, die jeweils eine ultrahochverarbeitete sowie eine unverarbeitete Testmahlzeit mit rund 300 Kilokalorien und nahezu identischen Nährwerten erhielten, fiel der Insulinspiegel nach dem ultrahochverarbeiteten Essen nach 40, 60, 90 und 120 Minuten signifikant höher aus (p