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Ultras der Augsburger Panther boykottieren ab sofort die Heimspiele der Profis

Sport

Es war das Thema rund um das erste Heimspiel der Augsburger Panther: Nach dem fulminanten 7:3-Erfolg gegen die Schwenninger Wild Wings gab es Streit zwischen der aktiven Fanszene des Vereins – den Ultras – und den übrigen Anhängern. Dieser eskalierte nach Spielende derart, dass es eine Schlägerei zwischen den Fanlagern gab, bei der ein 41-Jähriger verletzt wurde. Weil der Mann zudem einen Fan rassistisch beleidigt haben soll, ermittelt die Polizei nicht nur wegen Körperverletzung, sondern auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Vor dem Heimspiel der Panther am Sonntagabend gegen die Kölner Haie zogen die Ultras Konsequenzen aus den Vorfällen – und kündigten in einem Flugblatt an, die Heimspiele vorerst nicht mehr besuchen zu wollen.

AEV-Ultras melden sich mit Flugblatt zu Wort

In einem Flugblatt schreiben die Ultras: „Wir werden den Heimspielen der Augsburger Panther GmbH bis auf Weiteres fernbleiben und nur noch die Auswärtsspiele besuchen. Zudem werden wir verstärkt den Nachwuchs des Augsburger EV unterstützen.“ Die U20 des AEV hat am 10. Oktober um 18.30 Uhr ein Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG.

Kritik am Vorgehen der Panther

In dem Flugblatt kritisieren die Ultras zudem das Vorgehen des DEL-Klubs: Die Klubführung sei mit einem verallgemeinernden Statement vorgeprescht, ohne das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen. Die Augsburger Panther hatten sich gegen Gewalt und Rassismus im Stadion ausgesprochen – und betont, in beiden Fällen sich die Möglichkeit offenzuhalten, Stadionverbote auszusprechen. Nach Informationen unserer Redaktion hat die DEL mittlerweile mehrere bundesweit gültige Stadionverbote verhängt.

Fans streiten sich um die Humba

Konkret hatte sich der Streit zwischen den Ultras und den anderen Fans an der „Humba“ entzündet, die nach gewonnenen Heimspielen vor dem Stehplatzbereich im Curt-Frenzel-Stadion stattfindet. Dabei fordert ein Spieler die Anhänger auf, ihm nacheinander die Buchstaben H, U, M, B und A nachzurufen. Die Fans knien währenddessen, am Ende wird aufgesprungen und gehüpft. Auf dieses Ritual hatten die Ultras keine Lust und blieben stehen. Das empfanden einige andere Stadiongänger als Provokation, es kam zu Pfiffen und einer Schlägerei.

Auch die anderen AEV-Fans haben am Sonntag ein Flugblatt verteilt. In einer Stellungnahme, die von sieben Fanklubs unterzeichnet ist, wird an das Gemeinschaftsgefühl appelliert: Gute Stimmung könne nur aufkommen, wenn alle Fans gemeinsam dasselbe Ziel verfolgten. Bei den Vorfällen nach dem Schwenningen-Spiel sei deutlich zu erkennen gewesen, „dass dem ein oder anderen Spieler große Fragezeichen in Gesicht geschrieben standen“.

Auch Stadionsprecher Alex Dußmann sagte vor dem Bully des Heimspiels gegen Köln über das Stadionmikrofon: „Das Thema hat auch unsere Mannschaft beschäftigt. Unsere Spieler wissen genau, wofür dieser Klub steht.“ Dies bedeute, dass der Klub sich gegen Rassismus, Ausgrenzung aller Art, aber auch gegen Gewalt in jeder Form ausspreche. Die Vorfälle nach dem Spielende gegen Schwenningen seien deswegen „inakzeptabel“ gewesen. Das Ziel müsse für alle Beteiligten sein, die Mannschaft zu unterstützen.

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