Umfrage enthüllt: Vor den Midterms wächst in den USA die Angst
Startseite Politik Umfrage enthüllt: Vor den Midterms wächst in den USA die Angst Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Zwei von drei Amerikanern fürchten politischen Druck auf Wahlhelfer vor den Midterms. Washington – Die Kongresswahlen im November könnten Donald Trumps zweite Amtszeit entscheidend prägen. Gewinnen die Demokraten die Kontrolle im Kongress, könnten sie den US-Präsidenten deutlich bremsen. Halten die Republikaner ihre Mehrheit, hätte Trump für mindestens zwei weitere Jahre weitgehend freie Bahn. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Doch viele Amerikaner beschäftigt noch etwas Grundsätzlicheres: Sie fürchten, politische Spitzen könnten Wahlbeamte unter Druck setzen und Ergebnisse verändern lassen. Zwei von drei US-Bürgern äußern große oder zumindest mäßige Sorge, dass Politiker auf Wahlverantwortliche einwirken könnten. Die Angst zieht sich durch beide politischen Lager. Unter den Demokraten teilen sie 77 Prozent, unter den Republikanern 56 Prozent, wie die Meinungsforscher von Gallup berichten. Sorge reicht weit über mögliche Manipulation hinaus Auch andere Risiken treiben viele Befragte um. 57 Prozent befürchten, dass Stimmzettel nicht korrekt behandelt, gezählt oder gesichert werden. Mehr als die Hälfte sorgt sich vor Einschüchterungsversuchen in der Nähe von Wahllokalen, teilte Gallup mit. Selbst persönliche Bedrohungen beschäftigen einen beträchtlichen Teil: 40 Prozent rechnen damit, beim Wählen angesprochen, verfolgt oder gefilmt zu werden. Die Ergebnisse stammen aus dem Projekt „Democracy for All“ der Charles F. Kettering Foundation und des Meinungsforschungsinstituts Gallup. Befragt wurden zwischen dem 24. April und dem 10. Juni 2026 mehr als 23.000 Erwachsene in den USA. Fast drei Viertel von ihnen – 73 Prozent – machen sich nicht nur wegen eines einzelnen Problems Sorgen, sondern wegen mehrerer Schwachstellen im Wahlprozess, so Gallup. Besonders groß ist das Misstrauen gegenüber politischem Machtmissbrauch. 80 Prozent befürchten laut Umfrage, dass führende Politiker möglicherweise illegale Handlungen vornehmen könnten, obwohl ihnen die rechtlichen Risiken bewusst seien. 78 Prozent sorgen sich vor hohen anonymen Spenden wohlhabender Einzelpersonen oder Organisationen. Fast ebenso viele sehen die gezielte Verschiebung von Wahlkreisgrenzen kritisch. Streit über das Vertrauen in US-Wahlen Die Ängste treffen auf ein ohnehin tief gespaltenes Land. Trump stellt das amerikanische Wahlsystem seit Jahren als anfällig dar. Seine Behauptung, ihm sei der Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2020 genommen worden, ist jedoch nicht belegt. Seine Gegner warnen wiederum, seine Versuche zur Änderung von Wahlregeln könnten das Vertrauen in demokratische Verfahren weiter beschädigen. Bei den Zwischenwahlen entscheiden die Amerikaner über die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und über einen Teil des Senats. Auch zahlreiche Ämter in den Bundesstaaten stehen zur Wahl. Neu zugeschnittene Wahlkreise könnten das Kräfteverhältnis zusätzlich beeinflussen. Gewinnen die Demokraten eine Mehrheit in einer der beiden Kongresskammern, könnten sie Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen gegen die Regierung vorantreiben. Behaupten die Republikaner ihre Mehrheiten, bliebe Donald Trumps politischer Spielraum deutlich größer.