Umfrage-Knall für Trump: Mehrheit glaubt, er nutzt sein Amt für persönlichen Profit
Startseite Politik Umfrage-Knall für Trump: Mehrheit glaubt, er nutzt sein Amt für persönlichen Profit Von: Myriam Nollte Uns auf Google folgen Umfrage: Mehrheit hält Trumps Krypto-Gewinne im Amt für unangemessen. Washington – Eine Mehrheit der US-Amerikaner glaubt, dass Präsident Donald Trump und seine Familie seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus unangemessen von Kryptowährungen profitiert haben. Das zeigt eine neue Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Laut Reuters bezeichneten 63 Prozent der Befragten die Krypto-Gewinne der Trump-Familie als unangemessen, 32 Prozent hielten sie für vertretbar. Selbst unter Republikanern seien laut der Agentur die Meinungen gespalten. Rund 30 Prozent der Parteimitglieder bezeichneten die Deals demnach als unangemessen. Bei der Frage, ob Trumps private Geschäftsinteressen seine Entscheidungen als Präsident beeinflussen, gaben sogar 50 Prozent der Republikaner an, das zu glauben. Insgesamt seien 69 Prozent der Befragten dieser Ansicht – darunter zwei Drittel der Unabhängigen und neun von zehn Demokraten. Die Reuters/Ipsos-Erhebung wurde vom 14. bis 17. August online unter 1.166 US-Erwachsenen durchgeführt. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten. 1,4 Milliarden Dollar aus Krypto Trump hatte 2025 laut Reuters mehr als 1,4 Milliarden Dollar durch Kryptowährungsgeschäfte eingenommen – darunter durch das Projekt „World Liberty Financial“ und den sogenannten Trump Meme Coin, für den er öffentlich geworben hatte. Im März 2025 hatte er auf X auf seinen selbstbenannten Kryptocoin aufmerksam gemacht und ihn als „großartig“ bezeichnet. Während seiner zweiten Amtszeit hatte Trump kryptofreundliche Regelungen durchgesetzt – eine Interessenverflechtung, die Kritiker als Musterbeispiel für den Missbrauch des Präsidentenamts beschreiben. Trump selbst bestreitet jeden Interessenkonflikt. Er habe seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus keine aktive Rolle in den täglichen Geschäften seiner Familie, und seine Investitionen seien unabhängig verwaltet, teilte das Weiße Haus mit. Eine zweite Umfrage bestätigt das Bild Unabhängig davon kommt eine Erhebung des Magazins The Economist und des Instituts YouGov unter 1.611 US-Bürgern zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach lehnten 65 Prozent der Befragten es ab, dass Trump und seine Familie Geschäfte mit ausländischen Ländern machten. 64 Prozent missbilligten Trumps persönliche Investitionen in die Kryptoindustrie. Nur acht Prozent befürworteten die Geschenkannahme von ausländischen Regierungen durch den Präsidenten ausdrücklich. Korruption als zentrales Wahlkampfthema Die Umfragen erscheinen drei Monate vor den Midterm-Wahlen am 4. November, bei denen die Kontrolle über den Kongress auf dem Spiel steht. Laut Reuters heben Demokraten Trumps Geschäftsgebaren regelmäßig als Wahlkampfthema hervor. Trumps Regierung hingegen habe angekündigt, mutmaßliche Korruption in demokratisch regierten Bundesstaaten zu untersuchen. Das überparteiliche US-Rechtsinstitut Brennan Center hatte in einer Umfrage vom Juni 2026 ermittelt, dass 62 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner Korruption für ein sehr großes Problem in der US-Politik halten. Eine überwältigende Mehrheit – 92 Prozent der Republikaner, 95 Prozent der Demokraten und 87 Prozent der Unabhängigen – gab zudem an, sich über Korruption zu ärgern, wenn sie davon hört.