Umfrage, Wahl-O-Mat, Termin: Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 im Überblick
Umfrage, Wahl-O-Mat, Briefwahl Landtagswahl 2026: Termin, Wahl-O-Mat und Briefwahl Stand: 06.08.2026 15:15 Uhr Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Insgesamt 15 Parteien werden auf dem Wahlzettel stehen. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zu Wahltermin, Wahlberechtigung, Umfragen, Wahl-O-Mat, Briefwahl, Hochrechnungen und dem Ergebnis der letzten Landtagswahl. von MDR SACHSEN-ANHALT Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am Sonntag, 6. September 2026, statt. Die Wahllokale sind an diesem Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Gewählt wird der neunte Landtag von Sachsen-Anhalt und das für fünf Jahre. Der Wahltermin wurde vom Landtag am 13. Mai 2025 beschlossen. Bei der Landtagswahl werden insgesamt 15 Parteien auf dem Wahlzettel stehen. Das teilte die Landeswahlleiterin Ende Juli mit. Demnach hat der Landeswahlausschuss in Magdeburg darüber entschieden, dass diese Parteien mit ihrer Landesliste antreten dürfen. Nicht zugelassen wurden die Landeswahlvorschläge der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), der Partei Die Libertären und der Partei der Vernunft (PdV). Die CDU zieht mit Sven Schulze in die Landtagswahl. Die Partei hat ihn im November 2025 zum Spitzenkandidaten gewählt. Schulze ist seit dem 28. Januar 2026 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die AfD tritt mit Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund als Spitzenkandidat an. Er wurde im Mai 2025 auf einem Parteitag in Magdeburg gewählt. Die AfD Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die SPD hat Armin Willingmann als Spitzenkandidaten nominiert. Er ist Wissenschafts-, Energie-, Klimaschutz- und Umweltminister sowie stellvertretender Ministerpräsident. Die Linke hat Fraktionschefin Eva von Angern auf Platz eins ihrer Landesliste gewählt. Bei den Grünen steht die Co-Vorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz an der Spitze der Landesliste. Die FDP führt Lydia Hüskens auf Platz eins der Landesliste; sie ist Landeschefin der FDP und Infrastrukturministerin. Beim BSW ist der Landesvorstand Thomas Schulze und Claudia Wittig das Spitzenduo. Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treten 15 Parteien mit 398 Bewerberinnen und Bewerbern an. Davon seien 107 Frauen, teilte das Statistische Landesamt in Halle mit. Damit betrage der Frauenanteil 29,4 Prozent, 2,5 Prozentpunkte niedriger als bei der Landtagswahl 2021. Das Durchschnittsalter aller Bewerberinnen und Bewerber liegt den Statistikern zufolge bei 46,8 Jahren. Der älteste Bewerber gehöre mit 80 Jahren der Gartenpartei an. Die drei jüngsten Kandidaten seien 19 Jahre alt und gehörten zu SPD, FDP und Grünen. Eine Übersicht über alle Bewerberinnen und Bewerber für den Landtag finden Sie hier. Die Sonntagsfrage vom 30. Juli 2026 sieht die AfD in Sachsen-Anhalt weiterhin deutlich vorn. In der repräsentativen Umfrage zur Lantagswahl im Auftrag von MDR, WDR, Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme ist die Partei mit 41 Prozent erneut stärkste Kraft geworden. Die CDU erreichte bei der Befragung 24 Prozent, die Linke 13 Prozent, die SPD 7 Prozent und die Grünen 5 Prozent. BSW (4 Prozent) und FDP würden demnach an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. In der vorherigen Befragung vom 7. Mai 2026 erreichten die Parteien bereits ähnliche Ergebnisse. Die AfD kam erstmals auf 41 Prozent, allerdings mit zwei Prozentpunkten weniger Vorsprung zur CDU. Diese lag noch bei 26 Prozent, die Linke bei 12 Prozent, die SPD bei 7 Prozent. Grüne und BSW erreichten jeweils 4 Prozent, andere Parteien zusammen 6 Prozent. Auch eine Infratest-dimap-Umfrage vom September 2025, also ein Jahr vor der Wahl, hatte die AfD in Sachsen-Anhalt deutlich vorn gezeigt. Damals kam die AfD auf 39 Prozent, die CDU auf 27 Prozent. Dahinter folgen Linke, SPD, BSW, Grüne und FDP. Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Prognosen für das tatsächliche Wahlergebnis. Sie zeigen die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung. Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 ist am Donnerstag (6. August) online gegangen – einen Monat vor der Landtagswahl. Das Beratungstool berücksichtigt laut Landeszentrale für politische Bildung die Wahlprogramme aller 15 Parteien, die zur Landtagswahl zugelassen wurden. Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot, mit dem Nutzerinnen und Nutzer ihre Positionen mit den Antworten der Parteien vergleichen können. Wer ist wahlberechtigt in Sachsen-Anhalt? Wahlberechtigt ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, am Wahltag mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in Sachsen-Anhalt wohnt oder sich dort gewöhnlich aufhält. Bei mehreren Wohnungen zählt die Hauptwohnung. Vom Wahlrecht ausgeschlossen ist nur, wer es infolge eines Richterspruchs nicht besitzt. Die konkrete Zahl der Wahlberechtigten für die Landtagswahl 2026 steht noch nicht endgültig fest. Bei der letzten Landtagswahl 2021 waren in Sachsen-Anhalt 1.788.930 Menschen wahlberechtigt. Wann bekommen Wahlberechtigte ihre Wahlbenachrichtigung? Die Gemeinden müssen die Wahlberechtigten laut Wahlordnung spätestens drei Wochen vor der Wahl benachrichtigen. Die Wahlbenachrichtigung kommt per Post. Neben den Informationen, wann und wo gewählt wird, erfahren Sie in dem Schreiben auch, wo und wie Sie Unterlagen für die Briefwahl beantragen können. Einige Kommunen in Sachsen-Anhalt haben bereits mit dem Versand der Wahlberechtigungen begonnen, etwa Magdeburg, Dessau und Halle. Die Stadt Magdeburg etwa teilte mit, in den kommenden zwei Wochen bekämen alle Wahlberechtigten Post. Am 17. August öffne in der Landeshauptstadt zudem die Briefwahlstelle. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhält, sollte sich bei der Gemeinde melden. Wer im Wählerverzeichnis eingetragen ist, kann auch ohne Wahlbenachrichtigung wählen, sollte sich im Wahllokal aber ausweisen können. Nach Angaben der Landeswahlleiterin müssen die Unterlagen bis einschließlich 16. August versendet werden. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte. Wahlberechtigte haben bei der Landtagswahl zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählen sie eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten im Wahlkreis. Mit der Zweitstimme wählen sie die Landesliste einer Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend dafür, wie stark die Parteien im Landtag vertreten sind. Gewählt wird entweder im Wahllokal oder per Briefwahl. Wie funktioniert die Briefwahl? Wer am Wahltag nicht im Wahllokal wählen möchte oder kann, kann Briefwahl beantragen. Der Antrag kann in der Regel schriftlich, persönlich oder – wenn die Kommune es anbietet – online gestellt werden. Telefonisch ist die Beantragung nicht möglich. Damit die Stimme zählt, müssen die ausgefüllten Briefwahlunterlagen spätestens am Wahltag bis 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. Wann gibt es Prognosen, Hochrechnungen und Wahlergebnisse? Die Wahllokale schließen am 6. September 2026 um 18 Uhr. Erst danach dürfen Prognosen, Hochrechnungen und erste Ergebnisse veröffentlicht werden. Eine Prognose basiert in der Regel auf Befragungen am Wahltag. Hochrechnungen beziehen später bereits ausgezählte Stimmen mit ein. Das vorläufige amtliche Ergebnis folgt erst, wenn die Auszählung entsprechend weit abgeschlossen ist. Die Landeswahlleitung veröffentlicht amtliche Zwischen- und Endergebnisse. MDR SACHSEN-ANHALT berichtet am Wahlabend über Prognosen, Hochrechnungen, Reaktionen und die Entwicklung der Ergebnisse. Das endgültige amtliche Ergebnis wird später vom Landeswahlausschuss festgestellt. Muss man wählen gehen und welche Nachteile hat Nichtwählen? In Deutschland gibt es keine Wahlpflicht. Wer nicht wählen geht, muss also keine Strafe zahlen und hat keine unmittelbaren rechtlichen Nachteile. Nichtwählende sind Wahlberechtigte, die ihr Wahlrecht nicht nutzen; weder im Wahllokal noch per Briefwahl. Politisch hat Nichtwählen trotzdem Folgen: Wer nicht abstimmt, nimmt keinen Einfluss darauf, welche Parteien und Personen in den Landtag einziehen. Die Sitzverteilung ergibt sich aus den gültig abgegebenen Stimmen. Nicht abgegebene Stimmen werden keiner Partei zugerechnet. Die letzte Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fand am 6. Juni 2021 statt. Die CDU wurde mit 37,1 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft. Dahinter folgten die AfD mit 20,8 Prozent, die Linke mit 11,0 Prozent, die SPD mit 8,4 Prozent, die FDP mit 6,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent. Die Freien Wähler erreichten 3,1 Prozent. Das BSW gab es damals noch nicht. Die CDU gewann 2021 außerdem 40 der 41 Direktmandate. Die AfD gewann ein Direktmandat. Insgesamt hatte der Landtag nach der Wahl 97 Sitze. Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl? Bei der Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt bei 60,3 Prozent. Von 1.788.930 Wahlberechtigten gaben 1.079.045 ihre Stimme ab. Damit lag die Beteiligung leicht unter der Landtagswahl 2016, damals waren es 61,1 Prozent. MDR (Maren Wilczek, Hannes Leonard, Kalina Bunk) | Erstmals veröffentlicht am 16. Mai 2025